Lebensdaten
1900 bis 1985
Geburtsort
Trebnitz (Schlesien)
Sterbeort
Nürnberg
Beruf/Funktion
Zeitungsverleger
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 143075748 | OGND | VIAF: 160738535
Namensvarianten
  • Merkel, Heinrich Georg
  • Merkel, Heinrich G.

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Zitierweise

Merkel, Heinrich Georg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd143075748.html [13.04.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Georg Franz (1861–1938), Landwirt, bis 1912 (Mit-) Pächter d. Domäne Neuhof b. T., bis 1917 Ziegelfabr. in Bad Altheide, 1919/20 Landwirt im Kr. Neurode, dann Kinobes., Landmaschinenvertr., schließlich Gesangslehrer an d. Konservatorien Hindenburg u. Beuthen, S d. Hugo (1821–82), Domänenpächter u. Amtsrat in Neuhof b. T., u. d. Klara Auguste Hanke (1838–1919);
    M Gertrud (1871–1963), T d. Amtsgerichtsrats Friedrich Esbach (1830–1902) u. d. Rosalie Laband (1842–1909) aus Breslau;
    1) 1925 Herta Schassel, 2) 1952 Theda, T d. Hermann Franke u. d. Marianne Völpel, 3) 1982 Ulrike, T d. Josef Swoboda u. d. Maria Krelowitz;
    1 T aus 1), 1 S, 1 T aus 2).

  • Leben

    Nach Kriegsdienst und Abitur 1919 besuchte M. zunächst die Kunstakademie in Breslau, wechselte aber 1920 zu den Rechts- und|Staatswissenschaften. Die durch die Inflation bedingte Notlage der Eltern zwang ihn, neben seinem Jura-Studium erwerbstätig zu werden. Er volontierte bei der Breslauer Disconto-Gesellschaft, die ihn nach einjähriger Mitarbeit fest anstellte. Sein Studium konnte er allerdings nicht abschließen. Trotz der Doppelbelastung hatte sich M. seit Studienbeginn stark für den Aufbau einer studentischen Selbstverwaltung engagiert. Zusammen mit anderen Kommilitonen gründete er in Breslau die „Studentische Wirtschaftsgenossenschaft“, aus der das Studenten werk hervorging. Von hierher rühren auch die Verbindungen zu Reinhold Schairer, Max Warburg, Robert Tilmans und Hans Sikorski, den Initiatoren einer zentralen studentischen Selbsthilfeorganisation nach dem Muster einer Darlehensbank, die in Dresden errichtet werden sollte. 1923 wurde M. zum Geschäftsführer des, später so firmierenden, „Deutschen Studentenwerks“ und seiner Darlehenskasse berufen. Als er dann, wie die übrigen Schöpfer der studentischen Selbsthilfe, 1933 von den Nationalsozialisten amtsenthoben wurde, hatte die Darlehenskasse in den zehn Jahren ihres Bestehens mehr als 20 000 Studierenden den Abschluß ihres Studiums ermöglicht. Nach einem Jahr Arbeitslosigkeit fand M. eine Anstellung als Vorstandsassistent bei der Auto-Union AG in Zschopau (Sachsen).

    In das Verlagswesen wurde M. von seinem Studienfreund Hans Sikorski eingeführt, der ihn 1938 zum Geschäftsführer seines Leipziger Musikverlags bestellte. 1945 erhielt M., der politisch nicht belastet war, die Lizenz für die Herausgabe der „Main-Post“ in Würzburg. Am 1.1.1949 trat er als Gesellschafter in den Verlag der „Nürnberger Nachrichten“ ein, den er zusammen mit Joseph E. Drexel zu einem der führenden regionalen Zeitungsunternehmen ausbaute. M. blieb Verleger und Herausgeber des Blattes bis zu seinem Tod.

    Seit jener Aufbauphase ist der Name M.s eng verbunden mit der Entwicklung einer freien, auf demokratischer Basis stehenden, privatwirtschaftlich organisierten bundesdeutschen Tagespresse. Als Mitbegründer, Vorstandsmitglied (1945–51) und Vorsitzender (1951–65) des Verbandes Bayerischer Zeitungsverleger sorgte sich M. nicht nur um die wirtschaftlichen, ideellen und gesellschaftspolitischen Belange der Zeitungen bzw. der Verlage, er setzte sich auch für den Interessenausgleich zwischen den Lizenzträgern und den sog. Altverlegern ein, deren Zeitungen bis in die Zeit nach 1933 hinein erschienen waren, die aber nach dem Kriege bis zum Erlaß der Generallizenz nicht publizieren durften und dann mit erheblichen Marktnachteilen ihre vornehmlich lokalen Blätter wieder herausbrachten. Zusammen mit anderen Verlegern, vor allem aus Südwestdeutschland und Nordrhein-Westfalen, betrieb M. auch energisch die Zusammenführung der getrennten Verlegerorganisationen zum Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), gegründet 1954, dessen Hauptausschuß er zunächst angehörte und in dessen Präsidium er 1967 gewählt wurde. 1950 wurde M. in den Aufsichtsrat der in Gründung befindlichen DENA (Deutsche Nachrichten-Aktiengesellschaft) berufen, die als Nachrichtenagentur ihre Meldungen an die Zeitungen mit einem Funksender übermittelte (Aufsichtsratsvorsitzender 1953–69). 1951-68 war er Mitglied im Aufsichtsrat der Deutschen Presse-Agentur (DPA). M. setzte sich außerdem früh für das Engagement der Verleger im Bereich der sog. Neuen Medien ein, er war Mitbegründer der Pressevereinigung für neue Publikationsmittel und 1958-79 deren Vorsitzender.

    Neben seiner verlegerisch-publizistischen Arbeit hat sich M. weiterhin für die akademische Nachwuchsförderung als ehrenamtlicher Mitarbeiter in der Carl-Duisberg-Gesellschaft und beim Studentenwerk Nürnberg eingesetzt. Sein Eintreten für die Entwicklung der Hochschule für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Nürnberg wurde 1955 mit seiner Ernennung zum Ehrensenator gewürdigt.|

  • Auszeichnungen

    Bayer. Verdienstorden (1966), Eichendorff-Medaille (1976), Staatsmedaille f. bes. Verdienste um d. bayer. Wirtsch. (1978), Gr. Bundesverdienstkreuz mit Stern (1980).

  • Werke

    Anm. z. Rundfunkwesen, 4 Bde., 1965-80 (ges. Aufsätze).

  • Literatur

    Gertrud Merkel, Lebenserinnerungen, 1966 (Privatdr.);
    Nürnberger Nachrr. (Hrsg.), H. G. M. (Zusammenfassung zweier Schrr. z. 60. u. 70. Geb.tag.), 1975.

  • Autor/in

    Volker Schulze
  • Empfohlene Zitierweise

    Schulze, Volker, "Merkel, Heinrich Georg" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 151 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd143075748.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA