Lebensdaten
1899 bis 1972
Geburtsort
Jersitz (Jerzyce, Posen)
Sterbeort
Bad Wiessee (Oberbayern)
Beruf/Funktion
Musikverleger
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 101792700 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Sikorski, Hans C.
  • Sikorski, Johannes Carl
  • Sikorski, Hans Carl
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Zitierweise

Sikorski, Hans, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd101792700.html [24.10.2017].

CC0

  • Genealogie

    V Alois ( um 1938); M N. N. Krenzin ( um 1949); 1) Katharina Marschall (1898–1964), Krankenschwester, 2) 1940 1942 Thekla Ahrens, 3) 1943 1946 Anita Steinberg, 4) Hanna (Johanna) Kreplin (1921–82), Musikverl.; 1 S aus 1) Hans Wilfred (* 1926), Dr. rer. pol., Musikverl., Ehrenmitgl. d. Ges. f. musikal. Aufführungs- u. mechan. Vervielfältigungsrechte (GEMA), Ehrenvors. d. Hamburger Bach-Ges., Ehrenpräs. d. Bureau Internat. des Sociétés Gérant les Droits d'Enregistrement et de Reproduction Mécanique (BIEM), Paris, d. Dt. Musikverleger-Verbands (DMV) u. d. Kuratoriums d. Hamburger Konservatoriums, Vizepräs. d. Internat. Musikverleger-Verbandes (IFPMP), London u. Amsterdam, hamburg. Prof.titel 1985, BVK 1. Kl. 1990, Gr. BVK 1996, Richard Strauss-Medaille f. Verdienste um d. Urheberrecht, GEMA-Ehrenring, Goldmedaille d. Confédération Internat. des Sociétés d'Auteurs et Compositeurs (CISAC) f. Verdienste um d. Urheberrecht 1998, Senator-Biermann-Ratjen-Medaille 2004 (s. W), 1 T aus 4) Dagmar S.Großmann (* 1956), Dipl.kauffrau., Musikverl., 1980 Geschäftsführende Gesellschafterin in d. Sikorski Musikverlagen, Vors. d. Wirtschaftsausschusses u. Mitgl. d. Vorstands d. DMV 1997–2005, Präs. d. DMV 2002 u. Präs. d. Verbands Dt. Bühnenu. Medienverlage (VDB) 1997–2004, Mitgl. d. Aufsichtsrats d. GEMA 2003, d. Präsidiums d. Dt. Musikrats 2005 u. d. Dt. Stiftung Musikleben, Mitgründerin u. Mitgl. d. Stiftungsrats „Kinder brauchen Musik“; E Axel (* 1969), Dr. rer. pol., trat 1997 in d. Ltg. d. elterl. Musikverlags ein, seit 2002 Geschäftsführer, Mitgl. d. Vorstands d. VG Musikedition, 2009 Präs., Mitglied in Ausschüssen u. Kommissionen d. DMV, d. VDB u. d. GEMA.

  • Leben

    S. besuchte das Auguste-Viktoria-Gymnasium in Posen und studierte danach seit 1919 Philologie und Nationalökonomie an der Univ. Breslau. 1920 wechselte er nach Marburg, wo er 1922 das philol. Staatsexamen ablegte und 1924 über „Die Wirtschaftspolitik der Deutschen Studentenschaft“ promoviert wurde. 1921 gehörte S. zu den Mitbegründern des Dt. Studentenwerks, dessen Geschäftsführung er 1926–33 in Dresden innehatte. In dieser Zeit publizierte er verschiedene Schriften zu studentischen Belangen in Deutschland.

    Nach Auseinandersetzungen um seinen Eintritt in die NSDAP 1933, die auf persönliche Streitigkeiten auf dem Grazer Studententag von 1931 zurückgingen, wurde S. 1935 Mitglied der NSDAP sowie der „Kameradschaft Deutscher Künstler“. 1934–35 arbeitete er in Berlin als Herausgeber der Zeitschrift „Geistige Arbeit“ im Verlag Walter de Gruyter sowie als Geschäftsführer der „Buch- und Tiefdruck GmbH“. 1935 gründete er den „Neuen Theaterverlag“ und wurde Treuhänder der von Max Winkler (1875–1961) geleiteten „Cautio Treuhand GmbH“, die im Auftrag des NS-Regimes seit 1933 Zeitungen, Filmproduktionsgesellschaften sowie Musikund Theaterverlage aufkaufte und ,gleichschaltete`. Unter dem Dach des „Neuen Theaterverlags“ ,arisierte` S. mit Geldern des Dt. Reichs in Berlin und Wien die Musikund Bühnenverlage „Vertriebsstelle dt. Bühnenschriftsteller und Bühnenkomponisten“, „Arcadia“, „Beboton“, „Cineton“ und „J. Weinberger“ und übernahm sie 1940 unter dem Namen „Bühnen- und Musikverlag Dr. Sikorski KG Berlin“ größtenteils selbst. 1938 ,arisierte` er zudem den Leipziger „Musikverlag A. J. Benjamin“ mit den Subverlagen „Simrock“, „Rahter“ und „City“, den er unter dem Namen „Dr. Hans C. Sikorski KG Leipzig“ weiterführte. 1942 wurde er – wegen einer angeblich zu saloppen Äußerung zu dem Attentat auf Franz v. Papen, den dt. Botschafter in der Türkei, – aufgrund des „Heimtücke-Gesetzes“ zu einer mehrmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt. Nachdem 1943 die Verlagshäuser in Berlin und Leipzig bei Luftangriffen zerstört worden waren, übersiedelte er 1944 nach Bad Aussee, später nach Bad Kissingen.

    1945–46 wurde S. in der US-Zone inhaftiert. 1946 zog er nach Hamburg, wo er ein Entnazifizierungsverfahren durchlief und zunächst in die Kategorie IV (Mitläufer), nach Widerspruch in die Kategorie V (Entlastete) eingestuft wurde. Im Zuge mehrerer Restitutionsverfahren gab er einen Teil der Verlage an die ursprünglichen Inhaber zurück; die verbleibenden Firmen baute er in den folgenden Jahren in Hamburg aus. Neben Zweigniederlassungen in Amsterdam, Innsbruck, Zürich, London und New York gehörten zu dem Unternehmen der Chorverlag „G. A. Zumsteeg“, die Bühnen- und Musikverlage „Arcadia“ und „Neuer Theater-Verlag“, die Unterhaltungs- und Tanzmusikverlage „Beboton“, „Cineton“, „Papageno“, „Tempoton“, „Araldoton“, „Alexis“, „Connelly“, „Fünf Sterne“, „Goldy“ und „MOP“ sowie das Nordwestdeutsche Großsortiment „Dr. Hans Sikorski“ und das Versandsortiment „J. A. Böhme“. Das Verlagsrepertoire reichte von Unterhaltungs- und Tanzmusik über Jugendund Unterrichtsmusik bis zu klassischer und moderner Orchester- und Kammermusik sowie Oper und Musikliteratur. Einen besonderen Schwerpunkt bildete die Vertretung der Sowjet. Staatsverlage. S. engagierte sich auch in der Verbandsarbeit und erhielt zahlreiche Ehrungen. 1962 gehörte er zu den Mitbegründern der „Deutschen Stiftung Musikleben“. Die „Internationalen Musikverlage Hans Sikorski“ in Hamburg sind bis heute in Familienbesitz und werden von S.s Kindern und Enkeln geleitet.

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Beirats d. STAGMA (1939), d. Beirats u. d. Aufsichtsrats d. GEMA (1949, Ehrenmitgl. 1957), d. Dt. Musikrats, d. Vorstände d. DMV (1952–67, Ehrenmitgl. 1967–72), d. Ver. Dt. Bühnenverleger (1949–59) u. d. Verbands Dt. Bühnenverleger (1959–72); Vizepräs. d. CISAC (1965) u. d. BIEM (1969); Richard-Strauss-Medaille d. GEMA (1969); Gr. BVK (1964).

  • Werke

    u. a. Hg. bzw. Schriftleiter: Marburger Univ.-Tb., i. A. d. Vorstandes d. Marburger Studentenschaft, 1925; Studentenwerk, Vj.hh. d. student. Selbsthilfearbeit, 1927–33; Geistige Arbeit, Ztg. aus d. wiss. Welt, 1934 ff.; – Schrr.: Wohin? Ein Ratgeber z. Berufswahl der Abiturienten, hg. v. d. Wirtsch.hilfe d. Dt. Studentenschaft (Studentenwerk, H. 2), 1929, 21930, 31933, Nachtr. 1934; Student. Selbsthilfe, Ein Blick in student. Leben d. Gegenwart mit Bildern aus d. Marburger Arbeit, 1923; Wirken u. Werke innerhalb d. dt. Studentenschaft (Dt.-akad. Schrr., H. 10/11), 1925; Die wirtsch. Lage der dt. Studierenden, Ein Btr. z. Gutachten Parker Gilberts, 1929; – zu Hans Wilfred: Die Entwicklung d. Nahrungs- u. Genußmittelverbrauches in Dtld. seit 1928, Diss. Frankfurt/M. 1953; – zu Axel: Musikwirtsch. u. Neue Musik, Das unternehmer. Entscheidungsverhalten zw. Ästhetik u. Ökonomie, Diss. Hamburg, Hochschule f. Wirtsch. u. Pol. 1997.

  • Literatur

    50 J. H. S. Musikverlage 1935–1985, 1985; Die Vielfalt v. Unterhaltungs- u. Ernster Musik erfolgreich z. Progr. erhoben, in: Musikhandel, Nr. 6, 1999, S. 318 f. (P); A. Dümling, Musik hat ihren Wert, 100 J. musikal. Verwertungsges. in Dtld., 2003; S. Fetthauer, Musikverlage im „Dritten Reich“ u. im Exil, 2004; dies., Musikverlage im Dritten Reich u. im Exil, Der Wiener Bühnen- u. Musikalienverlag Josef Weinberger, in: Operette unterm Hakenkreuz, Zw. hoffähiger Kunst u. „Entartung“, 2007, S. 104–14; Kürschner, Gel.-Kal. 1931; Wi. 1955–1967; MGG; MGG2; Riemann mit Erg.bd.; New Grove; New Grove2; E. Stockhorst, Fünftausend Köpfe, Wer war was im Dritten Reich, 1967; Kulturlex. Drittes Reich; – eigene Archivstudien: BA, Berlin; Österr. StA, Archiv d. Rep., Wien; Sächs. StA, Leipzig; Sikorski Verlagsarchiv, Hamburg; Mitt. v. Axel Sikorski.

  • Autor

    Sophie Fetthauer
  • Empfohlene Zitierweise

    Fetthauer, Sophie, "Sikorski, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 405-406 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd101792700.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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