Lebensdaten
1862 bis 1928
Geburtsort
Eich (Luxemburg)
Sterbeort
Châlons-sur-Marne (Autounfall)
Beruf/Funktion
Stahlindustrieller
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 122680553 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Mayrisch, Emil

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Zitierweise

Mayrisch, Emil, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd122680553.html [15.12.2017].

CC0

  • Genealogie

    V Edouard, Leibarzt d. Prinzen Heinrich, Stadthalters d. Niederlande;
    M Mathilde (1828–97), T d. Kaufm. Adolphe Metz (1800–36);
    1894 Aline de Saint-Hubert.

  • Leben

    M. schloß sein Chemiestudium an der TH Aachen 1885 mit dem Diplom ab. Im selben Jahr begann er seine berufliche Laufbahn als Chemiker bei der „Société des Hauts Fourneaux et Forges de Dudelange“. 1887 wechselte er als Fabrikationschef zur „Société anonyme des Hauts Fourneaux de Rodange“ über. 1891 kehrte er als Chef des Labors nach Düdelingen zurück. 1893 wurde er Generalsekretär der Direktion und Prokurist, 1897 Direktor. Seit 1905 betrieb M. den Zusammenschluß der drei Gesellschaften „Luxemburger Bergwerks- und Saarbrücker Eisenhütten-AG“ in Burbach, „Le Gallais Metz & Cie.“ in Esch und „Eisenhütten-Aktien-Verein Düdelingen“, der 1911 durch die Gründung der „Aciéries Réunies de Burbach-Eich-Dudelange“ (ARBED) vollzogen wurde. M. wurde als technischer Direktor, 1918 als Generaldirektor und 1920 als Präsident der Direktion berufen. 1926 wurde er zum Präsidenten der ARBED-Terres Rouges ernannt.|Durch Interessengemeinschaftsverträge, Firmengründungen und Beteiligungen sicherte er seinem Unternehmen die Rohstoffbasis, diversifizierte die Produktion und schuf eine weltweite Verkaufsorganisation. Konsequent verwirklichte M. seinen Plan, einzelne Eisenschmieden zu einem konzentrierten Industriekomplex zusammenzufügen: 1912 wurde ein Blechwerk im Saarland erworben, 1913 eine Interessengemeinschaft mit dem Eschweiler Bergwerks-Verein geschlossen, wodurch die ARBED Zugang zu Kohlengruben, Koksöfen und Stahlwerken dieses Unternehmens erhielt. 1919 ging die ARBED eine Bindung mit der Firma „Schneider du Creusot“ ein. Schließlich betrieb M. als Generaldirektor der ARBED die Beteiligung an der Feiten & Guilleaume Carlswerk AG in Köln sowie die Gründung der „Companhia Siderurgica Belgo-Mineira“ in Brasilien, letzteres gemeinsam mit belg. und franz. Partnern.

    Als einer der angesehensten Stahlindustriellen Europas wurde M. 1926 zum Vorsitzenden der „Internationalen Rohstahlgemeinschaft“ ernannt. Seine Tätigkeit blieb nicht auf den industriellen Bereich beschränkt. Schon als junger Ingenieur hatte er in den 1890er Jahren die Durchführung der ersten Sozialversicherungsgesetze in Luxemburg unterstützt; seine arbeiterfreundlichen Initiativen waren sprichwörtlich. Auch in späteren Jahren bekannte er sich zum Achtstundentag und betrieb aktive Sozialpolitik. M. war mit Walther Rathenau befreundet und wie dieser von der Notwendigkeit einer Verständigung zwischen den ehemaligen Kriegsgegnern überzeugt. Er gründete das „Deutsch-Französische Studienkomitee“, in dem er führende Persönlichkeiten beider Länder zusammenführte. M. war Präsident der Luxemburger Sektion der „Paneuropäischen Union“. 1926 schuf er die „Entente Internationale de l'Acier“, das erste internationale Gremium dieser Art.

  • Werke

    Die übernat. Rohstahlgemeinschaft, in: Handelsbl. d. Köln. Ztg. v. 11.9.1927.

  • Literatur

    Stahl u. Eisen 47, 1927, S. 567, 1115;
    ebd. 48, 1928, S. 504;
    Zum Gedächtnis an E. M. 1862-1928, 1928;
    75 J. Dt. Eisenhüttenleute, 1935 (P);
    Centre de Recherches Européennes (Hrsg.), E. M., Précurseur de la construction de l'Europe, 1967.

  • Autor

    Manfred Toncourt
  • Empfohlene Zitierweise

    Toncourt, Manfred, "Mayrisch, Emil" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 575 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122680553.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA