Lebensdaten
1623 bis 1672
Geburtsort
Leipzig
Sterbeort
Leipzig
Beruf/Funktion
Buchhändler ; Verleger
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 133416305 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Götze, Thomas Matthias
  • Goetze, Thomas Matthias
  • Götze, Thomas Matthias

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der GND - familiäre Beziehungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Goetze, Thomas Matthias, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd133416305.html [21.09.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Matthias (s. 1);
    1) 1644 Margarete (1623–60), T d. Kupferstechers u. Verlegers Matthäus Merian d. Ä. ( 1650) u. d. Maria Magd, de Bry, 2) 1664 Maria Cath., T d. Handelsmanns Michael Seiffert;
    4 T aus 1), u. a. Catharina Marg. ( 1] 1666 Joh. Frdr. Fritzsche, 1680, Verlagsbuchhändler, s. NDB V*, 2] 1681 Joh. Frdr. Gleditsch, 1716, Buchhändler, s. NDB VI), Maria Rachel (⚭ Joh. Meyer, 1709, Verleger in Jena), Marg. Regina ( Servas Pick, Kaufm., Teilh. v. M. Merian), 1 S aus 2) Thomas Michael (1664–1721), Verleger.

  • Leben

    Wegen der kriegsbedingt unsicheren Verhältnisse in Leipzig wurde G. von seinem Vater sehr jung nach Frankfurt am Main geschickt, wo er sich 1644 nach seiner Heirat endgültig als Buchhändler niederließ. – Da Leipzig noch bis 1650 von den Schweden besetzt gehalten wurde, erlangte Frankfurt noch einmal in jenen Jahren die führende Stellung im deutschen Buchhandel. Wohl kein Buchhändler jener Zeit wußte diese Situation so geschickt auszuwerten wie G. Neben zahlreichen theologischen Werken der herrschenden lutherischen Orthodoxie verlegte G. das große, auf den römischen Index gesetzte Werk des Lübecker Bürgermeisters Dr. Marquardt über das Handelsrecht, die chemischen Werke von J. R. Glauber (Entdecker des „Glaubersalzes“) und die deutschen Schriften von Arnos Comenius, zum Beispiel dessen Spielschule (1659). Das bekannte lateinische Lehrbuch von Andreas Corvinus, das schon sein Vater verlegt hatte, ließ G. neu erscheinen und focht mit den Erben wegen deren Anrechten erfolgreich einen gerichtlichen Streit aus. Mit rund 83 000 Bänden unterhielt er in den 60er Jahren wohl das größte Sortiment unter den protestantischen Buchhändlern Deutschlands. Neben dem eigenen Geschäft behielt er stets den von der Mutter ererbten Anteil an der Schürerschen Buchhandlung in Leipzig, wobei die Belange des eigenen und des Schürerschen Geschäftes, dem bis 1662 sein Vater vorstand, miteinander verquickt wurden. Auch in Basel, Amsterdam und Jena richtete er Vertretungen ein. – Als Geschäftsmann ungewöhnlich erfolgreich, wurde G. in den 60er Jahren der wohlhabendste deutsche Buchhändler seiner Zeit. Er erwarb das freiadlige Gut zu Büdesheim in der Wetterau und das Gut zu Großkarben, legte sich eine Bildersammlung zu und schließlich eine Rüstkammer. Auch beteiligte er sich am Verlag seines Schwagers Merian. G. war aber trotz der Blüte seines Frankfurter Unternehmens überzeugt, daß die Zukunft Leipzig gehöre. Seinen fähigsten Mitarbeiter Johann Fritzsche aus Geithain, der 1666 sein Schwiegersohn geworden war, schickte er nach Leipzig, wo jener im Verlauf von 9 Jahren alle Anteile des Schürerschen Unternehmens erwarb. Das Frankfurter Geschäft wurde nach dem verhältnismäßig frühen Tode G.s von Georg Heinrich Öhrling für den noch minderjährigen Sohn Thomas Michael verwaltet, bis dieser selbst die Leitung übernahm. Dieser reiche Junggeselle hat zwar bis 1710 eine geringe Anzahl Bücher verlegt und noch 1711 das Sortimentsgeschäft betrieben, aber seine Initiative trat hinter der seiner Schwäger Johann Fritzsche und besonders Johann Friedrich Gleditsch weit zurück. – Mit dem Tode von G. (1672) wurde das Hauptgeschäft wieder nach Leipzig verlagert. G. war ein kühner und unternehmender Buchhändler, und manche von ihm verlegten Werke wie die von Comenius haben eine tiefgreifende, bis heute noch spürbare Bedeutung erlangt.

  • Literatur

    zum Gesamtartikel: M. Geier, Lpr. f. Matthias G., Leipzig 1662;
    Archiv f. Gesch. d. dt. Buchhandels 1-20, 1878-98;
    Kapp-Goldfriedrich, Gesch. d. dt. Buchhandels II u. III, 1907/08;
    A. Dietz, Frankfurter Handelsgesch. III, 1921, § 24, S. 133-35 (P v. Thomas Matth. S. 133);
    Benzing, Verleger. - Eigene Archivstud.

  • Autor/in

    Adalbert J. Brauer
  • Empfohlene Zitierweise

    Brauer, Adalbert J., "Goetze, Thomas Matthias" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 592 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd133416305.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA