Lebensdaten
1638 - 1700
Geburtsort
Lübeck
Sterbeort
Helmstedt
Beruf/Funktion
Mediziner ; Polyhistor ; Professor der Medizin und Geschichte in Helmstedt
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118732560 | OGND | VIAF: 187372
Namensvarianten
  • Maybaum, Heinrich
  • Meibomius, Heinrich
  • Meibom, Heinrich der Jüngere
  • mehr

Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Meibom, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118732560.html [09.05.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Heinrich (1590–1655), Dr. med., Prof. d. Semiotik in H. 1620–29, seit 1626 Stadtmedikus in L. (s. ADB 21), S d. Heinrich (s. 1);
    M Elisabeth Marie (um 1600 - n. 1673), T d. Dr. iur. Joh. Overberg, Stadtsyndikus in Minden, später GR u. Kanzleidir. d. Hzg. Adolph Frdr. v. Mecklenburg-Schwerin, u. d. Wübke Gevekot;
    9 Geschw (4 früh †), u. a. Sophia (1630–73, ⚭ Andreas Curtius, Dr. iur. utr. , meckl. Hof- u. Kanzleirat), Marie (1632–83, ⚭ Johs. Bacmeister, Prof. d. Med.);
    Wolfenbüttel 1664 Anna Sophia (1640–1727), T d. Branden Daetrius, Dr. theol., braunschweig. Oberhofprediger, Abt v. Riddagshausen, u. d. Elisabeth Grobbeck;
    10 K (5 früh †). u. a. Brandan (1678–1740), Prof. d. Pathol., Semiotik u. Botanik, Dir. d. Botan. Gartens in H. (s. ADB 21), Heinrich (1633–1714), Prof. extraordinarius d. Gesch. in H., Hermann Dietrich (1671–1745), Prof. d. Gesch. u. Dichtkunst, Konsistorialrat u. Kabinettsrat (s. ADB 21);
    E Heinrich Johann v. M. (Reichsadel 1756, 1717-73), prakt. Arzt in Hannover, Hofrat, Leibmedikus, Dekan d. Collegium medicum in Braunschweig 1749; Nachkomme Viktor (s. 3).

  • Leben

    M. bezog 1655 die Univ. Helmstedt, an der er sich, dem väterlichen Vorbild folgend, vor allem der Medizin widmete. 1660 begab er sich auf eine große Bildungsreise, die ihn über Bremen, die Niederlande (Univ. Groningen und Franeker) und Süddeutschland nach Italien, Frankreich und England führte und in deren Verlauf er 1663 in Angers den medizinischen Doktorgrad erwarb. Bereits 1661 erging an ihn der Ruf auf eine ao. Professur der Medizin in Helmstedt, die er 1664 antrat. 1665 wurde er zum o. Professor ernannt, 1678 wurde ihm zusätzlich auch die Professur für Geschichte und Dichtkunst übertragen, die bereits sein Großvater Heinrich innegehabt hatte. Daneben wirkte er als Hzgl. Braunschweig. Leibmedikus und unterhielt eine ausgedehnte Privatpraxis.

    M.s medizinische Interessen galten vor allem der Anatomie, insbesondere darf er als der Förderer der mikroskopischen Anatomie gelten. 1666 entdeckte er die Drüsen der Augenlider (Glandulae torsales Meibomii) sowie das blinde Loch der Zunge (Foramen Meibomii). Er gehörte zu den Anhängern der Harveyschen Theorie des Blutkreislaufs und stellte zu ihrer Unterstützung wichtige Untersuchungen an den Gefäßklappen an. Hinzu traten physiologische und chemische Forschungen und Arbeiten zur Chirurgie.

    Sein historisches OEuvre galt im wesentlichen der Ergänzung und Herausgabe der Schriften seines Großvaters („Scriptores rerum Germanicarum Tomi III“, 1688), wobei er auch bislang Ungedrucktes berücksichtigte, vieles selbst beisteuerte (den Inhalt des II. und Teile des III. Bandes) und einzelne Werke, wie die Klosterchroniken, bis auf die eigene Zeit weiterführte. Daneben beschäftigten ihn numismatische, bergbaugeschichtliche und allgemeine bibliographische Interessen. So gab er Heinrich Voglers „Introductio universalis in notitiam cujuscunque generis bonorum scriptorum“ zweimal in ergänzten Neubearbeitungen heraus (1691/1700).

  • Werke

    Eine moderne Bibliogr. fehlt;
    Übersichten b. Jöcher III, Sp. 359-61;
    Jöcher-Adelung. Sp. 1199-1201;
    Zedier, Sp. 281-82;
    hs. Nachlaß in d. Niedersächs. Landesbibl. Hannover u. z. größeren Teil in d. UB Göttingen (vgl. K. H. Weimann, s. L zu 1).

  • Literatur

    ADB 21;
    Programma in funere … Henrici Meibomii, Medicinae Practicae Historiarum et Poeseos Professoris Publici, 1700;
    J. N. Frobesius, Bibliotheca Meibomiana, 1742/43;
    V. Meibom, Nachr. üb. d. Fam. v. M., 1881, S. 22-28;
    F. Koldewey, Die Gesch. d. klass. Philologie auf d. Univ. Helmstedt, 1895, S. 120 f.;
    K.-H. Kausch, Korr. v. G. Leibniz 9, H. M. d. J., in: Studia Leibnitiana 20, 1988, S. 101-14;
    Scherer, s. L zu 1), S. 145 f.

  • Portraits

    Kupf. v. J. Sandrart, in: MGH SS rer. Germ. I, 1688;
    Ölgem. (Bibl. Wolfenbüttel, HAB B 100).

  • Autor/in

    Peter Johanek
  • Empfohlene Zitierweise

    Johanek, Peter, "Meibom, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 631 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118732560.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Meibom: Heinrich M., Mediciner, Historiker und Polyhistor, Sohn Johann Heinrichs (s. u.), geboren 1638 in Lübeck, 1700 in Helmstedt. Nach großen Reisen 1663 in Angers zum Doctor der Medicin promovirt wurde er 1664 außerordentlicher, 1665 ordentlicher Professor der Medicin in Helmstedt und erhielt daneben 1678 auch die Professur der Geschichte und Dichtkunst. Der Schwerpunkt seiner Leistungen lag in der Medicin, namentlich Anatomie; er entdeckte 1666 die noch jetzt nach ihm genannten Drüsen der Augenlider, später|das blinde Loch der Zunge (foramen Meibomii); gerühmt werden seine Untersuchungen über die Klappen der Gefäße, sein Eintreten für die Harvey’sche Blutumlaufsbahn u. A. Daneben beschäftigte ihn auch die Chirurgie, Physiologie, Chemie und eine weithin in Anspruch genommene ärztliche Praxis. Seine historischen Arbeiten bewegen sich auf demselben Gebiet wie die seines Großvaters gleichen Namens. Er veranstaltete eine Gesammtausgabe der beiderseitigen geschichtlichen Werke (Rerum Germ. T. I—III, 1688 fol.); im ersten Band stehen die vom Großvater, im zweiten Band die vom Enkel herausgegebenen Geschichtsquellen, im dritten Bande Abhandlungen von Beiden. Uebrigens sind nicht alle ihre Arbeiten darin aufgenommen. Von seinem polyhistorischen Wissen zeugt seine neue Bearbeitung der bibliographischen Introductio universalis von Vogler 1691 und 1700. Sein handschriftlicher Nachlaß und eine bedeutende Correspondenz befindet sich in der königl. Bibliothek zu Hannover, der medicinische Theil desselben in der Universitätsbibliothek zu Göttingen.

    • Literatur

      (Werlhof), Progr. fun., Helmst. 1700. — Weise, Gedächtnißpredigt. 1700. — von Seelen, Athenae Lubec. 1721, III, 347.

  • Autor/in

    v. M.
  • Empfohlene Zitierweise

    M., von, "Meibom, Heinrich" in: Allgemeine Deutsche Biographie 21 (1885), S. 187-188 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118732560.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA