Lebensdaten
1878 bis 1934
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Politiker ; Diplomat
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 129587133 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Medinger, Wilhelm (bis 1903)
  • Medinger, Wilhelm Edler von
  • Medinger, Wilhelm (bis 1903)
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Medinger, Wilhelm Edler von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd129587133.html [22.07.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Johann (österr. Adel 1903, 1846-1908), Brauereiindustrieller, seit 1878 in d. v. Gv s. Frau gegründeten Brauerei Nußdorf b. Wien tätig, seit 1903 mit Ludwig Frhr. v. Oppenheimer u. Adolf Frhr. Bachofen v. Echt Teilhaber u. Präs. d. Gablonzer Brauerei Medinger & Comp., die 1908 mit d. Reichenberg-Maffersdorfer Brauerei fusionierte, Mitbegr. u. 1887-1908 Präs. d. Österr. Versuchsanstalt f. Brauerei u. Mälzerei (s. NÖB V, 1928, S. 134, u. ÖBL), S d. Johann M. (1818-1900), Großkaufm., Farbenfabr., kaiserl. Rat, Gemeinderat in W., u. d. Adelheid (1827–1910), T d. Hutfabr. Joh. Huberth in W.;
    M Emilie (1850–81), T d. Kaufm. Georg Rach u. d. Theresa Bosch;
    Ur-Gvv Balthasar M. (1785-1841), Strominsp. in W.;
    Ur-Gvm Franz X. Bosch, Gründer (1819) d. Brauerei Nußdorf b. W., später „Nußdorfer Bierbrauerei von Bachofen & Medinger“, seit 1908 AG;
    Ov Eduard (1847–1930), Industrieller in W.;
    B Hans (1876–1943), Industrieller, dän. Gen.konsul in W.;
    Wien 1902 Alice (* 1879), T d. Leopold Pfersmann v. Eichthal (1844–1924), kaiserl. Rat, Insp. d. österr. Staatsbahnen in W., u. d. Adele Klaps;
    1 S, 2 T, u. a. Marie Luise (* 1904, Rud. v. Scheliha, 1897–1942, Legationsrat), Sita (* 1912, Claus v. Bohlen u. Halbach, 1940, Industrieller, Mitinh. d. Berndorfer Metallwarenfabrik Arthur Krupp AG).

  • Leben

    M. absolvierte das Schottengymnasium in Wien, besuchte die Hochschule für Bodenkultur, belegte aber auch Philosophie und Staatswissenschaften in Wien und Halle (Agraringenieur, 1902 Dr. phil.). Nach der Übernahme eines als Musterbetrieb geführten landtäflichen Gutes seines Schwiegervaters (Klein-Skal) bei Gablonz entsandte ihn die Partei des verfassungstreuen Großgrundbesitzes 1908 in den böhm. Landtag. M. erfreute sich in der Wiener „Zweiten Gesellschaft“ der gehobenen Ränge von Wirtschaft, Politik und Bürokratie großen Ansehens und wirkte während des 1. Weltkriegs in mehreren Zirkeln und Gesprächsrunden für die Schaffung eines mitteleurop. Wirtschaftsverbandes mit dem Deutschen Reich.

    1919 zum Gesandten Österreichs in Den Haag ernannt, optierte M. 1920 für die tschechoslowak. Staatsbürgerschaft und ließ sich für die Deutsche Nationalpartei (DNP) in die Prager Nationalversammlung wählen, wo er|bald zu einem der führenden Mitglieder des Deutschen Parlamentarischen Verbandes avancierte, nicht zuletzt wiederum auf Grund seiner guten gesellschaftlichen Kontakte. Mit der harten Oppositionslinie der DNP unzufrieden, schied M. 1923 aus der Partei aus und wurde 1925-32 – obwohl mehr aus der freiheitlichen Richtung kommend – von der Deutschen Christlichsozialen Volkspartei, deren aktivistische, zur Kooperation mit den Tschechen bereite Politik ihm zielführender erschien, in den Senat entsandt. Ein Fachmann in Fragen des Minderheitenschutzes, war M. Gründer und Präsident der Deutschen Völkerbundsliga, schließlich sogar Vizepräsident des Weltverbandes. Diese Stellung ermöglichte es ihm. auch auf dem internationalen Parkett die Anliegen der Sudetendeutschen (u. a. gegen Beneš) zu verteidigen.

  • Werke

    u. a. Wirtsch.gesch. d. Domäne Lobositz, 1903;
    Das kommende Wirtsch.bündnis, 1916;
    Großgrundbesitz, Fideikommiß, Agrarreform, 1918;
    Amerikan. Eindrücke, 1927;
    Die internat. Diskussion üb. d. Krise d. Parlamentarismus, 1929.

  • Literatur

    P. Krüger, W. v. M., d. internat. Ordnung nach 1918 u. d. Schatten d. Mannes aus d. Mancha, in: Bohemia 26, 1985, S. 257-76;
    Dt. Gesandtschaftsberr. aus Prag 1918–21, hrsg. v. M. Alexander, 1983;
    Die Erste Tschechoslowak. Republik als multinationaler Parteienstaat, hrsg. v. K. Bosl, 1977;
    ÖBL.

  • Autor/in

    Lothar Höbelt
  • Empfohlene Zitierweise

    Höbelt, Lothar, "Medinger, Wilhelm Edler von" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 602-603 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd129587133.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA