Lebensdaten
1864 – 1937
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Bauunternehmer
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 133685187 | OGND | VIAF: 52884360
Namensvarianten
  • Mayreder, Rudolf
  • Mayreder, Rudolph

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Zitierweise

Mayreder, Rudolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd133685187.html [12.04.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Gastwirt in W.;
    B Karl (1856–1935), Architekt, Prof. an d. TH Wien ( Rosa Mayreder, geb. Obermayer, 1858–1938, Sozialphilosophin, Frauenführerin, Malerin u. Dichterin, s. ThB, beide s. ÖBL), Julius (1860–1911), Architekt (s. ÖBL);
    1901 Marianne, T d. Joseph Gleich Edler v. Traunheim, Bez.hptm. in Klagenfurt.

  • Biographie

    M. studierte in Wien seit 1883 Jurisprudenz (1888 Dr. iur.) und 1884-90 an der Technischen Hochschule Bauwesen. Nach dem Abschluß als Diplomingenieur nahm er zunächst eine Stellung bei der Baufirma von Peter Kraus (1840–1900) an und war maßgeblich am Ausbau des Wiener Stadtbahnnetzes beteiligt. Eine von ihm entwickelte neuartige Tunnelbaumaschine mit Schildvortrieb wurde bei der Anlage des zweigleisigen Türkenschanztunnels erfolgreich eingesetzt. Nach kurzer Zeit machte sich M. als Zivilingenieur für Bauwesen und Ingenieurkonsulent für Vermessungswesen selbständig. Aufmerksamkeit erregte er durch seinen mit einem Preis ausgezeichneten städtebaulichen Generalregulierungsplan für Wien, den er 1892/93 gemeinsam mit seinen Brüdern Karl und Julius erstellte und der die Voraussetzung seiner politischen Karriere war. 1895-1904 gehörte er dem Wiener Gemeinderat an und war 1897-1901 niederösterr. Abgeordneter zum Reichsrat. Als Wiener Stadtrat für technische Angelegenheiten (1896–1901) hatte er maßgeblichen Anteil am Ausbau der kommunalen Einrichtungen unter Bürgermeister Karl Lueger: am Bau der neuen Gas- und Elektrizitätswerke, an der Elektrifizierung der Straßenbahn, an der Wienflußregulierung und am weiteren Ausbau der Stadtbahn.

    Nachdem M. von seinen politischen Ämtern zurückgetreten war, widmete er sich vor allem dem Bahnbau. Seit 1903 projektierte er die Karstbahn zur Verbindung von Görz mit Triest und übernahm selbst für einen besonders schwierigen Teil der Strecke die Bauleitung. Für die Wachaubahn (Krems-Grein) in Niederösterreich setzte er ein neues, landschaftsschonendes Projekt durch. Zum selbständigen Bauunternehmer von Bedeutung wurde M. seit 1907 als Gesellschafter der nun von Oskar Kraus (1878–1944), dem Sohn des Gründers, geleiteten Baufirma, die seit 1910 als „Ingenieure Mayreder, Kraus & Co., Baugesellschaft m.b.H.“ mit Sitz in Wien firmierte und Niederlassungen in Linz und Innsbruck hatte. In der Steiermark wirkte M. über die „Mayreder, Keil, List & Co., Baugesellschaft m.b.H.“ in Graz. Mit diesen Firmen hatte er Anteil am Ausbau der Zweiten Wiener Hochquellenwasserleitung, der Donauregulierung mit wichtigen Brücken (unter erstmaliger Verwendung von Stahlbetoncaissons in Österreich), zahlreicher Gebirgsbahnen und des österr. Straßennetzes, wobei M. selbst mit der wissenschaftlichen Erprobung neuer Methoden des Stahlbeton-Brückenbaues und moderner Straßenbeläge wichtige Beiträge leistete. Seit 1913 war er Präsident der Ingenieurkammer für Wien und Niederösterreich. Die Firma „Ingenieure Mayreder, Kraus & Co.“ gehört auch heute noch zu den führenden österr. Bauunternehmungen.

  • Literatur

    Biogr. Slg. im Wiener Stadt- u. Landesarchiv;
    Jb. d. Wiener Ges. 1929;
    Neue Freie Presse v. 31.5.1937;
    Wiener Ztg. v. 31.5. u. 1.6.1937;
    Hdb. d. Stadt Wien, 77. Jg., 1963, S. 233;
    O. Knauer, Das österr. Parlament 1848-1966, in: Österr. Reihe 358/59-360/61, 1969, S. 132;
    100 J. Mayreder 1870-1970, o.J. (P);
    ÖBL.

  • Autor/in

    Josef Mentschl
  • Zitierweise

    Mentschl, Josef, "Mayreder, Rudolf" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 572-573 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd133685187.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA