Lebensdaten
1883 bis 1969
Geburtsort
Hamburg-Eppendorf
Sterbeort
Freiburg (Breisgau)
Beruf/Funktion
Politologe
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 118730657 | OGND | VIAF: 8182619
Namensvarianten
  • Mannhardt, Johann Wilhelm
  • Mannhardt, Hans
  • Mannhardt, J. W.
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Zitierweise

Mannhardt, Johann Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118730657.html [23.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Franziscus (1846–1927), Leiter d. staatl. Augenklinik in H., S d. Wilhelm (1800–90), Landgutspächter in Hanerau (Holstein), Gründer u. Leiter d. dortigen Knabeninstituts, u. d. Charlotte Höpfner (1809–84);
    M Anna Sophia (1863–1919), T d. Otto Theodor Staeding, Wechselmakler in Hamburg;
    Ur-Gvv Joh. Wilhelm (1760–1831), Begr. d. Ortes Hanerau (s. ADB 20).

  • Leben

    Nach dem Besuch des Hamburger Johanneums studierte M. politische Geographie, Geschichte, Rechts- und Staatswissenschaften an den Universitäten Heidelberg, Berlin, Freiburg i. Br. und Greifswald, wo er 1913 zum Dr. iur. promoviert wurde. Studienreisen führten ihn vor dem 1. Weltkrieg nach England (Oxford), Kanada und in die USA. Das Erlebnis des Krieges, seine im Ausland gewonnenen Einblicke in den angelsächs. Betrieb der „political sciences“ und die College-Erziehung sowie eigene Gedanken zur Hochschulreform ließen in ihm nach 1918 den Plan reifen, ein volkstumspolitisches Erziehungs- und Bildungswerk zur Erneuerung des geistigen und politischen Lebens zu schaffen. Schon als Assistent am Kolonialinstitut in Hamburg war M. aufgefallen, daß die Auslandsdeutschen (vor allem jene in Übersee) fast völlig vergessen waren. Er suchte deshalb das Deutschtum im Ausland zum Gegenstand einer eigenen Forschung zu machen. Die Ideen des späteren preuß. Kultusministers Carl Heinrich Becker zur Errichtung von Lehrstühlen für Politik und Zeitgeschichte kamen M. hierbei zu Hilfe: 1920 erfolgte an der Univ. Marburg die Gründung des „Instituts für das Grenz- und Auslanddeutschtum“, dem ein Studentenwohnheim angeschlossen wurde. Beide Einrichtungen zusammen bildeten im weiteren Sinne die „Deutsche Burse zu Marburg“. M. habilitierte sich 1925 mit der Schrift „Grenz- und Auslanddeutschtum als Lehrgegenstand“. 1927 wurde er ao., 1929 o. Professor in Marburg. Durch seine Tätigkeit im „Verein für das Deutschtum im Ausland“ (VDA), dessen Übersee-Referent er nach einer großen Weltreise (1928/29) bis 1935 war, ermöglichte er vielen Studenten aus der ganzen Welt ein Studium in Marburg. M.s im VDA vertretene Meinung, das Auslandsdeutschtum müsse aus parteipolitischen Zielsetzungen des Dritten Reiches herausgehalten werden, führte zum Konflikt mit der NSDAP, was seine Versetzung nach Breslau (1935), wo er seine Professur jedoch nicht antrat, und die Schließung der Burse (1939) zur Folge hatte. M. ging zur Wehrmacht, wo er zuletzt Oberst und Regimentskommandeur war. 1952 konnte M. nach Überwindung großer Schwierigkeiten die Marburger Burse wiedereröffnen. In seinen letzten Lebensjahren widmete sich M. vor allem der „Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen“ und war Mitherausgeber der Zeitschrift „Europa Ethnica“.

  • Werke

    Weitere W u. a. Die hamburg. Hochschule u. d. hamburg. Kaufm., 1913;
    Die polizeil. Aufgaben d. Seemannsamtes, 1913;
    Schrr. d. Inst. f. Grenz- u. Auslanddeutschtum an d. Univ. Marburg, Bd. 1-11, 1922-37;
    Der Faschismus, 1925 (ungar. 1927);
    Hochschule, Deutschtum u. Ausland, 1927;
    Südtirol, 1928;
    Hochschulrevolution, 1933;
    Nationalsozialismus u. Militarismus vor Gericht, 1945;
    Die Univ. in d. Krise d. Zeit, 1965;
    Bausteine z. Volkswiss., Aufsätze u. Reden, hrsg. v. M. Straka, 1965;
    Volk u. Staat, Aus d. Nachlaß hrsg. v. dems., 1973.

  • Literatur

    K. K. Klein, in: Weltweite Wiss. vom Volk, J. W. M. z. 75. Geb.tag, 1958, S. 9-21 (W-Verz., S. 231-36, P);
    Bausteine z. Volkswiss., 1965, S. 1-11;
    M. Straka, J. W. M. u. d. Dt. Burse zu Marburg, Gedenkrede, 1970;
    A. Schwob, in: Südostdt. Vj.bll. 10, 1961, S. 155-58, 13, 1964, S. 55 f.;
    F. H. Riedl, in: Südostdt. Archiv 28/29, 1985/86, S. 104-16;
    Rhdb. (P).

  • Autor/in

    Anton Schwob
  • Empfohlene Zitierweise

    Schwob, Anton, "Mannhardt, Johann Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 65 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118730657.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA