Lebensdaten
1748 bis 1820
Geburtsort
Homburg vor d. Höhe
Sterbeort
Homburg vor d. Höhe
Beruf/Funktion
Landgraf von Hessen-Homburg
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 118703196 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Friedrich V. Ludwig
  • Friedrich Ludwig von Hessen-Homburg
  • Friedrich Ludwig
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Objekt/Werk(nachweise)

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Zitierweise

Friedrich Ludwig, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118703196.html [19.08.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Landgf. Frdr. Carl v. H.-H. ( 1751), E d. Landgf. Frdr. II. v. H.-H. ( 1708, s. NDB V);
    M Ulrike Louise Prn. v. Solms-Braunfels ( 1792);
    Darmstadt 1768 Carolina (1746–1821), T d. Landgf. Ludw. IX. v. H.-Darmstadt ( 1790);
    8 S, 6 T, u. a. Landgf. Frdr. Jos. v. H.-H. (1769-1829), folgt 1820, k.k. Gen. d. Kav. (s. Wurzbach VIII), Landgf. Ludwig v. H.-H. (1770–1839), folgt 1829, preuß. Gen. d. Inf., Gouverneur d. Bundesfestung Luxemburg (s. Priesdorff III, S. 323-26, P), Landgf. Philipp v. H.-H. (1779-1846), folgt 1839, k.k. FM (s. ADB 26; Wurzbach VIII), Landgf. Gustav v. H.-H. (1781-1848), folgt 1846, k.k. Gen. d. Kav. (s. Wurzbach VIII), Landgf. Ferdinand v. H.-H. (1783-1866), folgt 1848, Letzter d. Linie H.-H., k.k. Gen. d. Kav. (s. ADB VI; Wurzbach VIII), Marie Anna ( Prinz Wilhelm v. Preußen, 1783–1851, s. NDB V*);
    E Fürst Frdr. Günther v. Schwarzburg-Rudolstadt ( 1867, s. NDB V), Prn. Marie v. Preußen ( Kg. Maximilian II. v. Bayern, 1864).

  • Leben

    Für das verwaiste 3jährige einzige Kind führte die junge Witwe, unterstützt von dem Hofrat F. K. K. von Creuz, 15 Jahre die Regierung. Herangebildet wurde F. von Alexander von Sinclair, dessen Sohn Isaak, der Freund Hölderlins, sich später dem Dienst des Landgrafen widmete. Zeitlebens scheu sich zurückhaltend, wozu ihn vor allem sein Stottern zwang, und über ein winziges, verarmtes, zum Teil noch von Hessen-Darmstadt abhängiges Ländchen gebietend, machte F. gleichwohl seine kleine Residenz zu einem geistigen Zentrum und wirkte durch seine edle, geschlossene Persönlichkeit. Mit Lavater und besonders mit Klopstock verband ihn seit 1774 freundschaftliche Zuneigung. 1786-94 stand ihm der Hofrat F. W. Jung, der spätere Freund Hölderlins, als idealer Freund und Helfer zur Seite, aber als Jung mit einer Gruppe von Anhängern der französischen Revolution auftrat, trennte sich der sonst so duldsame Fürst von ihm. In noch schmerzlicherem Gegensatz befand sich F. während der Homburg heimsuchenden Revolutionskriege zu seiner Gattin, die im Einvernehmen mit Sinclair kühn mit den bewunderten Revolutionsgeneralen verhandelte, indessen er selbst sich, im benachbarten Frankfurt oder Schlangenbad vergrub. Zu dieser Zeit, 1798–1800, weilte Hölderlin, von Sinclair umsorgt, in Homburg. Wenn der Dichter im Winter 1802/03, nach einer Begegnung mit F. und Sinclair in Regensburg, seine gewaltige Hymne „Patmos“ vollendete und dem Landgrafen widmete, so deuten Anrede und Widmung auf eine Übereinstimmung im Religiösen. 1804 machte F. auf Betreiben Sinclairs, der im geheimen die Besoldung auf sich nahm, den schon umnachteten Hölderlin zum Hofbibliothekar. 1806, am Tage, an dem nach Gründung des Rheinbundes der neue Großherzog von Hessen das Land besetzte, wurde der wahnsinnige Dichter in seine schwäbische Heimat überführt. 1816 erlebte es der Landgraf, daß auf Grund der Wiener Kongreßakte das kleine Hessen-Homburg, vermehrt um das ferne Amt Meisenheim am Glan, zum erstenmal seit seinem Bestehen die volle Souveränität erhielt und noch als 35. Staat dem Deutschen Bunde angehörte.

  • Literatur

    K. Schwartz, Landgf. Frdr. V. v. Hessen-Homburg u. s. Fam., 3 Bde., 21888 (lit. Nachlaß in II);
    C. Knetsch, Das Haus Brabant, 1918-31, S. 399 f.;
    W. Kirchner, Nachwort zu: Hölderlin, Patmos, Dem Landgf. v. Homburg überreichte Hs., = Schrr. d. F. Hölderlin Ges., 1949;
    H. Jacobi, Goethes Lila, ihre Freunde Leuchsenring u. Merck u. d. Homburger Landgrafenhof, 1957 (L, P).

  • Portraits

    Jugendbildnis (Bad Homburg v. d. H., Schloßmus.);
    Altersbild (Frankfurt/M., Freies Dt. Hochstift).

  • Autor/in

    Werner Kirchner
  • Empfohlene Zitierweise

    Kirchner, Werner, "Friedrich Ludwig" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 506-507 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118703196.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA