Lebensdaten
1828 bis 1908
Geburtsort
Leipzig
Sterbeort
Leipzig
Beruf/Funktion
Verleger in Leipzig ; Verlagsbuchhändler ; Kunstverleger
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 116240164 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Dürr, Alphons Friedrich
  • Duerr, Alphons
  • Dürr, Alphons Emil Friedrich
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Zitierweise

Dürr, Alphons, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd116240164.html [11.12.2016].

CC0

Dürr, Alphons Friedrich

Verlagsbuchhändler und Kunstverleger, * 21.1.1828 Leipzig, 6.4.1908 Leipzig. (reformiert)

  • Genealogie

    V Friedrich (1796–1875), Tuchhändler in Leipzig, S des Dr. med. Frdr. Gottlob, Amtsphysikus in Pegau; M Franziska Therese (1804–74), T des Kaufm. Phil. Wilh. Rousset aus Réfugié-Fam. u. der Friederike Charl. Heun; 1) 1854 Helene ( 1855), T des François Xavier de Villers aus Boulay (Lothringen), Prof. an der Ritterakademie Dresden, 2) Leipzig 1859 Marie ( 1898), T des Frdr. Alex. Gontard ( 1849), Seidenwarenhändler in Leipzig; 1 S aus 1), 3 S, 2 T aus 2).

  • Leben

    D. trat mit 15 Jahren bei C. Heinrich Reclam in Leipzig in die Buchhandelslehre, arbeitete als Gehilfe bei Friedrich Volckmar in Leipzig und als Volontär in der C. Twietmeyerschen Buchhandlung für ausländische Literatur zunächst in Berlin, später in Leipzig. 1853 machte er sich selbständig und unternahm wiederholt Reisen ins Ausland. Richtungsweisend für seine Verlagstätigkeit wurde sein Aufenthalt in Italien vom Herbst 1863 bis zum Frühjahr 1864. Er knüpfte dort persönliche Beziehungen zu allen namhaften deutschen Künstlern an; der Deutsche Künstlerverein in Rom ernannte ihn 1865 zu seinem Ehrenmitglied.

    Der Klassizismus A. Jac. Carstens', Joseph Anton Kochs und Thorwaldsens machte auf D. starken Eindruck. Er widmete nach seiner Rückkehr aus Italien den wesentlichen Teil seiner Verlagstätigkeit den Werken klassizistischer Künstler. Seit 1869 brachte er Werke Carstens' und nach den Zeichnungen von Friedrich Overbeck den Alexanderzug Thorwaldsens heraus. Von Peter Cornelius veröffentlichte D. 1875 die Entwürfe zu den kunstgeschichtlichen Fresken in den Loggien der Münchener Pinakothek. Bonaventura Genelli vertraute ihm 1866 eine neue Ausgabe seiner Umrisse zu Dantes Göttlicher Komödie, 1867 die 24 Kompositionen „Aus dem Leben eines Künstlers“ an. Nach dem Tode Genellis erschien 1870 unter dem Titel „Satura“ eine bunte Auslese von 28 Tafeln. Ein großer Erfolg für Künstler und Verleger wurden Friedrich Prellers Odysseebilder. M. von Schwind stand schon in vorgerückten Jahren, als D. mit ihm in Verbindung trat; D. brachte 1868 seine Wandgemälde im Landgrafensaal auf der Wartburg, 1873 die Bilder zu Aschenbrödel, 1874 die Bilder zu den sieben Raben und der treuen Schwester, 1885 die Wandgemälde im Schloß Hohenschwangau heraus. – Ludwig Richter förderte das Bestreben D.s, einen großen Teil seines Lebenswerkes in seinem Verlag zu vereinigen, insbesondere auch die Kunstblätter aus dem Verlage seines Sohnes Johann Heinrich Richter. D. verbreitete ausgezeichnete Vervielfältigungen nach Richters Zeichnungen im In- und Ausland. Fruchtbar gestaltete sich die Verbindung mit Joseph von Führich; D. erwarb die Verlagsrechte am „Bethlemitischen Weg“ und an dem Osterzyklus „Er ist auferstanden“, die er 1867 neu auflegte, und regte Führich zu neuen Werken an, den Zeichnungen zur „Nachfolge Christi“ des Thomas von Kempen, zum „Psalter“, zum „Buche Ruth“, und zum „Armen Heinrich“ des Hartmann von Aue. Da die Kunstrichtung des Klassizismus am Erlöschen war, fand D. ein neues Aufgabengebiet in Kinderbüchern und Jugendschriften, die er mit guten Bildern aus dem Schatze seines Verlages und von der Hand der besten zeitgenössischen Künstler, wie O. Pletsch und Feod. Flinzer ausstattete. – Zur Vervielfältigung seiner Verlagswerke bediente sich D. nach dem Stande der damaligen Technik vorwiegend des Holzschnittes, weniger des Kupferstiches, des Lichtdruckes und der Photographie.

  • Literatur

    L. v. Führich, Moritz v. Schwind, Eine Lebensskizze, 1871; ders., Joseph v. Führich, ein Lb.,|Wien 1881; L. Richter, Lebenserinnerungen e. dt. Malers, hrsg. v. H. Richter, 61890; Alphons Dürr (S), Die Buchhandlung A. D. in Leipzig, 1903 (P) (als Hs. f. Freunde); E. Kroker, Zweihundertfünfzig J. e. Leipziger Buchdruckerei u. Buchhandlung. Die Gesch. d. D.schen Buchhandlung in Leipzig v. d. Begründung ihres Stammhauses im J. 1656 bis auf d. Gegenwart u. d. Gesch. d. Fam. D., 1906 (P); BJ 13 (Tl. 1908, L).

  • Portraits

    Ölgem. v. Th. Grosse, v. F. A. v. Kaulbach (im Bes. v. Frau Mia Junck geb. Hamann, Berlin-Schlachtensee).

  • Autor

    Rudolf Mothes
  • Empfohlene Zitierweise

    Mothes, Rudolf, "Dürr, Alphons" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 173 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd116240164.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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