Lebensdaten
1604 bis 1648
Sterbeort
Innsbruck
Beruf/Funktion
Landesfürstin von Tirol ; Erzherzogin von Österreich
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 10410399X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Medici, Claudia von (geborene)
  • Claudia von Medici (geborene)
  • Medici, Claudia de (geborene)
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Zitierweise

Claudia, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd10410399X.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Ferd. I., Ghzg. v. Toskana (1549–1609), S des Cosimo I. ( 1574) aus dem Hause Medici u. der Eleon., T des Peter Alvarez v. Toledo, Mgf. v. Villafranca;
    M Christine (1565–1637), T Hzg. Karls II. v. Lothringen ( 1608) u. der Claudia, T Kg. Heinrichs II. v. Frankreich ( 1559);
    1) 1621 Francesco Ubaldo della Rovere, Fürst v. Urbino (ermordet 1625), 2) Innsbruck 1626 Erzherzog Leop. V. v. Österreich (1586-1632);
    2 S, 3 T, u. a. Ferd. Karl (1628–62), Landesfürst v. Tirol, Maria Leopoldina (1632–49, 1648 Kaiser Ferd. III. [ 1657]); Sigismund Franz (1630–65), Landesfürst v. Tirol.

  • Leben

    C. übernahm ab Mai 1633 bis 1646 als Vormund ihres noch unmündigen Sohnes Ferdinand Karl mit einem fünfköpfigen Ratskollegium die Landesverwaltung. Trotz andauernder Finanzkrisen und Streitigkeiten mit der Landschaft um die Aufstellung und Bezahlung einer tirolischen Miliz organisierte sie die Landesverteidigung, ließ unter anderem die Schanze Scharnitz erbauen und schloß mit Spanien auf Betreiben ihres Kanzlers W. Bienner einen Bündnisvertrag zur Wiedergewinnung der Vorlande. 1632 kaufte C. die Herrschaften Ivano, Telvano und Castelalt, und nach langwierigen politischen Verhandlungen mit Wien wurden von Württemberg an sie 1637 vorübergehend die Herrschaften Achalm, Staufen mit Göppingen und Blaubeuren abgetreten. Seit 1643 verhandelte sie ununterbrochen mit den Eidgenossen über den Auskauf der österreichischen Rechte im Zehngerichtebund und im Unterengadin, der erst am 4.6.1649 in Feldkirch zum Abschluß kam. Versuche, den Verwaltungsapparat zu reorganisieren und die Bedrückung der Parteien durch Beamte zu beseitigen, hintertrieben die vielen Intriganten am Hof. Der Hauptintrigant, der Vizekanzler Girardi, suchte bei C. ihre besten Beamten, den Hofkanzler Lintner, die Geheimen Räte Schlegel, Forb, Graf von Wolkenstein und Kanzler Bienner in Mißkredit zu bringen. Als Kunstmäzen unterstützte sie die Vollendung des Baues der Dreifaltigkeitskirche zu Innsbruck, gab für die Pfarrkirche daselbst den Bau eines neuen Hochaltars in Auftrag, ernannte 1633 den berühmten Baumeister Christoph Gumpp zum Hofbaumeister und förderte allenthalben durch zahlreiche Privilegien Handel und Handwerk im Lande.

  • Literatur

    J. Egger, Gesch. Tirols II, Innsbruck 1876, S. 365 bis 397;
    J. Hirn, Kanzler Biener u. sein Prozeß, ebenda 1898;
    Hirschberger, Der feierl. Einzug d. Ghzgn. v. Medici in Innsbruck am 19. Apr. 1626, in: Innsbrucker Nachrr., 1928, Nr. 87, S. 6 f.;
    F. Gallati, Die Eidgenossenschaft u. d. Kaiserhof z. Z. Ferd.s III. 1619-1657, Zürich 1932, S. 26, 43, 46, 48-51, 62;
    D. Novasio, Principesse Toscane nella storia Atesina, in: Atesia Augusta, Bozen 1939, Nr. 4, S. 51-53;
    Wurzbach VI, S. 159.

  • Portraits

    Gem., ca. 1627 (Schloß Ambras, Innsbruck);
    Bronzerelief (mit Erzhzg. Leop.) v. Kasp. Gras, ca. 1630 (Tiroler Landesmus. Ferdinandeum Innsbruck).

  • Autor/in

    Fritz Steinegger
  • Empfohlene Zitierweise

    Steinegger, Fritz, "Claudia" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 266 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd10410399X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA