Lebensdaten
1887 bis 1938
Geburtsort
Witkowitz bei Mährisch-Ostrau
Sterbeort
Kattowitz
Beruf/Funktion
Politiker der Deutschen Katholischen Volkspartei in Polen
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 124749046 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Pant, Eduard

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Pant, Eduard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd124749046.html [21.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Karl, Werkmstr.;
    M Angela Lokscha;
    8 Geschw u. a. Johann (1888–1959), Pfarrer in Wien u. Ober-österr.;
    1924 Grete (1906–93), T d. Josef Kiesewetter (1879–1955), Dr. phil., Gymnasialdir. in Bielitz;
    3 S, 2 T.

  • Leben

    In einer auf Deutschtum und Katholizismus bedachten Arbeiterfamilie im Mährisch-Ostrauer Industriegebiet aufgewachsen, trat P. nach dem Abitur 1906 in das Priesterseminar in Kremsier ein. Bald wechselte er zum Studium der Klassischen Philologie, Germanistik und Philosophie an die Deutsche Univ. Prag (Staatsexamen 1910, Dr. phil. 1911). Nach ersten beruflichen Stationen 1910-14 (Gymnasien in Prag-Smichov, Linz, Wien und Kufstein) kam er im September 1914 nach Bielitz. Im 1. Weltkrieg diente er als Soldat an der russ. und der ital. Front, wo er– im Juni 1918 schwer verletzt – eine Auszeichnung erhielt. Ins Teschener Schlesien zurückgekehrt, wurde er 1920 Staatsbürger Polens.

    Schon als Junglehrer hatte sich P. den Christlich-Sozialen angeschlossen. In Bielitz bemühte er sich um den Aufbau der christl. Gewerkschaften und wurde Vorsitzender des „Christlich-Sozialen politischen Vereins“; bis 1925 war er Stadtrat, Gleichzeitig schrieb er für die „Oberschlesische Post“. 1926-30 war P. in Königshütte Chefredakteur der größten deutschen Tageszeitung Polens, des kath. „Oberschlesischen Kuriers“. P.s bedeutender Einfluß auf den kath. Teil der deutschen Minderheit in Polen, die in Oberschlesien ihren Schwerpunkt hatte, beruhte zum einen auf seiner Position im „Verband deutscher Katholiken in Polen“, den er 1923 als kath. nichtkirchliche Organisation mitbegründet hatte und bis zu seiner Abwahl im Dezember 1934 leitete. Zum andern führte er 1927-38 die Deutsche Katholische Volkspartei (DKVP, seit August 1933 Deutsche Christliche Volkspartei, DCVP). 1922-35 gehörte P. dem Parlament der Wojwodschaft, dem Schles. Sejm, an, zeitweise als dessen Vizemarschall und als Vorsitzender des Deutschen Klubs. 1928-35 fungierte er als Mitglied der zweiten poln. Kammer in Warschau, dem Senat. 1929 bis Mitte 1934 war er stellvertretender Geschäftsführer des „Deutschen Volksbundes“, des Dachverbandes für die politischen, kulturellen, caritativen und wirtschaftlichen Vereinigungen der Deutschen Oberschlesiens.

    P. lehnte den Nationalsozialismus wegen dessen Unvereinbarkeit mit der christl.-kath. Weltanschauung ab. Deshalb verwahrte er sich gegen die Instrumentalisierung der deutschen Minderheiten im Ausland für nationalsozialistische Interessen ebenso wie gegen die Selbstanpassung der Minderheiten an die politische Führung im Reich, was ihn seit Sommer 1933 zunehmend in Schwierigkeiten brachte und zu einer Spaltung des kath. Lagers der deutschen Minderheit in Polen führte. Mit Ausnahme des Vorsitzes der in den kommenden Jahren zur Bedeutungslosigkeit schrumpfenden DCVP verlor er – nicht zuletzt unter dem Druck reichsdeutscher nationalsozialistischer Stellen – alle öffentlichen Ämter. Seiner politischen Entmachtung setzte P. die Gründung der Wochenzeitung „Der Deutsche in Polen“ entgegen, die er seit Februar 1934 herausgab. Sie entwickelte sich – weit über Polen und Osteuropa hinaus – zu einem wichtigen christl. Organ der nichtgleichgeschalteten deutschen Minderheiten im Ausland. 1937 war P. Mitbegründer des „Deutschen Verbandes zur nationalen Befriedung Europas“ in Wien. Die darin zusammengeschlossenen unabhängigen Minderheitenvertreter suchten durch die Förderung von Kulturautonomie und übernationalen Wirtschaftsräumen das enge nationalstaatliche Denken zu überwinden, mit dem Ziel eines friedlichen Zusammenlebens von Staaten und Nationalitäten.

  • Werke

    Dt. kath. Organisationswesen, in: Das Dt.tum in Poln.-Schlesien, hg. v. V. Kauder, 1932, S. 337-51;
    zahlr. Ztg.- u. Zss.-Art.

  • Literatur

    J. Laczewski, in: Studia Słaskie, 43, 1984;
    P. Nordblom, in: Oberschles. Jb. 3, 1987;
    dies., „Der Deutsche in Polen“, 1998;
    P. Hauser, in: Polski Słownik biograficzny XXV, 1980;
    M. O. Balling, in:|Von Reval bis Bukarest, Statist.-biogr. Hdb. d. Parlamentarier d. dt. Minderheiten in Ostmittel- u. Südosteuropa 1919-1945, II, 1991;
    Kosch, Biogr. Staatshdb.;
    Biogr. Lex. Böhmen;
    F. Heiduk, Oberschles. Lit.-Lex., 1993.

  • Portraits

    in: Der Deutsche in Polen, Nr. 5, 31.1.1937.

  • Autor/in

    Pia Nordblom
  • Empfohlene Zitierweise

    Nordblom, Pia, "Pant, Eduard" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 39 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd124749046.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA