Lebensdaten
1901 bis 1958
Geburtsort
Hultschin Kreis Ratibor (Oberschlesien)
Sterbeort
Düsseldorf
Beruf/Funktion
katholischer Journalist
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 124037771 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Maier-Hultschin, Johannes
  • Hultschin, Johannes Carl Maier-
  • Maier, Johannes
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Zitierweise

Maier-Hultschin, Johannes, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd124037771.html [12.11.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Nikolaus, Werkmeister;
    M Aloisia Bogdal;
    London 1942 Johanna (* 1902), T d. k. u. k. Hauptm. Felix Loewenstein ( 1942) u. d. Adele Caln; kinderlos.

  • Leben

    M. absolvierte eine Schlosserlehre und besuchte 1920/21 als Kurskollege von Karl Arnold die Soziale Hochschule Leohaus in München. Nach kurzer Tätigkeit bei der „Volksstimme“ in Gleiwitz wurde er 1922 Redakteur, 1926 Chefredakteur des „Oberschles. Kuriers“ in Kattowitz. Diese Zeitung der Deutschen Kath. Volkspartei war die größte deutschsprachige Tageszeitung in Polen. Sie vertrat die politische Linie des Parteivorsitzenden Eduard Pant (1887–1938), der für die Wahrung der deutschen Eigenart und die Gleichberechtigung der Deutschen, aber auch für die Loyalität gegenüber dem poln. Staat eintrat. Als der „Oberschles. Kurier“ 1933 „gleichgeschaltet“ wurde, schied M. aus und gründete mit Pant: „Der Deutsche in Polen, Wochenzeitung für Politik, Kultur und Wirtschaft“. Sie war Organ und Eigentum der Deutschen Christlichen Volkspartei und bildete ein Forum für christlich-konservative Gegner des Nationalsozialismus. M. sah die Aufgabe der Zeitung sowohl in der theoretischen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus als auch in umfassender Information und der Verbreitung von Nachrichten, die in reichsdeutschen Zeitungen unterdrückt wurden. Er erhielt Informationen und Artikel aus kath. Kreisen im Reich, von Emigranten und durch die SOPADE in Prag; er stand in Kontakt mit Heinrich Brüning, Carl|Spiecker, Friedrich Muckermann, Otto Strasser, Hermann Rauschning und Angehörigen der Reichswehr. Eine gemeinsame Aktion der kath. Emigranten gegen den Nationalsozialismus hielt M. für wenig aussichtsreich, da es zu viele Richtungen gab. Durch die Annahme der poln. Staatsbürgerschaft kam M. zwar seiner Ausbürgerung (April 1938) zuvor, trotzdem bedeutete der Kriegsausbruch eine unmittelbare Gefahr für ihn. „Der Deutsche in Polen“, bereits im August 1934 im Reich verboten, galt bei der Gestapo als „eines der übelsten Hetzblätter“; einige Kontaktleute M.s wurden 1939 verhaftet und zum Tode verurteilt.

    Im August 1939 floh M. aus Kattowitz nach Warschau und Bukarest und gelangte nach einer abenteuerlichen Flucht über Jugoslawien, Griechenland und Frankreich 1940 nach London. Dort arbeitete er als Journalist; er leitete die Sendung für deutsche Katholiken bei der BBC und schrieb Artikel für „Tablet“ und „Catholic Herald“; seit 1946 war er auch Korrespondent des „Christlichen Nachrichtendienstes“ (München), des Vorläufers der „Kath. Nachrichtenagentur“. Bereits Ende 1945 veröffentlichte M. eine Dokumentation über den Widerstand der Kirchen gegen den Nationalsozialismus. 1950 kehrte er nach Deutschland zurück; Ministerpräsident Arnold ernannte ihn zum Chef der Pressestelle der Landesregierung Nordrhein-Westfalen. Das Verhältnis zwischen ihm und Arnold war jedoch gespannt; 1957 trat M. wegen schwerer Krankheit in den Ruhestand.

  • Werke

    John S. Steward (Ps.), Sieg d. Glaubens, Authent. Gestapoberr. üb. d. kirchl. Widerstand in Dtld., 1946;
    Struktur u. Charakter d. dt. Emigration, in: Pol. Stud. 6, 1955. |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Bundesarchiv Koblenz.

  • Literatur

    BHdE I.

  • Autor/in

    Brigitte Kaff
  • Empfohlene Zitierweise

    Kaff, Brigitte, "Maier-Hultschin, Johannes" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 705 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd124037771.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA