Lebensdaten
1741 bis 1821
Geburtsort
Ludwigsburg (Württemberg)
Sterbeort
Tübingen
Beruf/Funktion
Jurist
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 116687797 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Majer, Johann Christian (bis 1808)
  • Majer, Johann Christian von
  • Majer, Johann Christian (bis 1808)
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Zitierweise

Majer, Johann Christian von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116687797.html [10.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Georg Friederich (1698–1765), Kirchenrats-Baumeister, S d. Bgm. Balthasar in Schorndorf u. d. Maria Catharina Hermann;
    M Euphrosina Christiane (1707–44), T d. Pfarrers Joh. Christoph Lang in Aldingen u. d. Anna Amalia Herrmann;
    Tübingen 1778 Caroline (1757–1810), T d. Joh. Daniel Ziegler, Kammerrat u. Landschaftsassessor, u. d. Justina Haag;
    5 K, u. a. Gustav (1793–1856), Oberjustizrat in T.

  • Leben

    M. studierte nach dem Besuch der Klosterschulen von Denkendorf und Maulbronn in Tübingen im Ev. Stift Theologie (1762 Magisterexamen, 1765 cand. theol.), war danach kurze Zeit Vikar in Auerbach und ging dann als Hofmeister zweier Herren v. Wöllwarth nach Jena. Hier widmete er sich dem juristischen Studium, wurde 1771 aufgrund einer Disputation „De statuum imperii R. G. iure reformandi“ Dr. iur. und 1772 ao. Professor der Philosophie; in dieser Eigenschaft wurde ihm die Unterrichtung der beiden Prinzen von Weimar in Staatsrecht und Reichsgeschichte anvertraut. 1776 ging M. als Professor der Rechte und dän. Justizrat nach Kiel, kehrte aber schon 1778 als o. Professor für Staats- und Lehnrecht in seine Heimat nach Tübingen zurück, wo er seine bleibende Wirkungsstätte fand.

    M.s staatsrechtliche Schriften weisen einen starken naturrechtlichen Einschlag auf. Schon in seiner Jenaer Zeit legte er umfangreiche Kompendien zum deutschen Staatsrecht vor (Deutsches geistliches Staatsrecht, 2 T., 1773; Deutsches weltliches Staatsrecht, 3 Bde., 1775 f.), an denen neu ist, daß sie das deutsche Staatsrecht in Reichsrecht und Territorialstaatsrecht unterteilen. Das allgemeine Territorialstaatsrecht wird aus den Reichsgesetzen, dem Reichsherkommen und der Analogie der für die Reichsverfassung geltenden Bestimmungen und Gewohnheiten abgeleitet, wogegen die faktische Übereinstimmung der einzelnen Territorialrechte in einer streng an der Verbindlichkeit der Rechtsquellen orientierten positivistischen Haltung als Quelle des Territorialrechts verworfen wird. Später verlagerte sich M.s Interesse stärker auf die Staatslehre (Allgemeine Theorie der Staats-Constitution, 1799) und danach auf lehnrechtliche Fragen. Die nach dem Untergang des Reichs völlig veränderten staatsrechtlichen Verhältnisse fanden in ihm keinen Bearbeiter mehr.

  • Werke

    Weitere W u. a. Allg. Einl. in d. Privatfürstenrecht überhaupt, 1783;
    Germaniens Urvfg., 1798, 21818;
    Über d. beiden höchsten Würden d. heutigen röm. Reichs, 1798;
    Dt. Staats-Constitutionen, 2 T., 1800;
    Dt. Erbfolge sowohl überhaupt als insbes. in Lehn- u. Stammgütern usw., 1804, 3 Fortss. 1805-08;
    Über d. Ganze d. Rechtslehre vom Linealismus bei d. Erbfolge in Lehen u. Fideikommisse, 1809.

  • Literatur

    J. St. Pütter, Lit. d. teutschen Staatsrechts, 2. T., 1781, S. 91 ff.;
    J. J. Gradmann, Das gel. Schwaben, 1802, S. 349 ff.;
    Athenäum berühmter Gelehrter Württembergs, H. 3, 1829, S. 15-22 (W-Verz.);
    R. v. Mohl, Gesch. u. Lit. d. Staatswiss. II, 1856, S. 289;
    ders., Lebenserinnerungen I, 1902, S. 88 f.;
    J. F. v. Schulte, Die Gesch. d. Qu. u. Lit. d. kanon. Rechts v. d. Mitte d. 16. Jh. b. z. Gegenwart, 2. u. 3. T.: Das ev. Recht, d. ev. Schriftsteller, d. Gesch. d. wiss. Behandlung, Übersicht, 1880, S. 157;
    Stintzing-Landsberg III, 1, Text, S. 454 f., Noten, S. 290;
    E. Conrad, Die Lehrstühle d. Univ. Tübingen u. ihre Inhaber (1477–1927), 1960 (ungedr. Examensarbeit), S. 133.

  • Portraits

    Tuschsilhouette (Univ.archiv Tübingen, Schmidgall-Slg.).

  • Autor/in

    Manfred Friedrich
  • Empfohlene Zitierweise

    Friedrich, Manfred, "Majer, Johann Christian von" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 717 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116687797.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA