Lebensdaten
erwähnt 1669 oder 1679 , gestorben 17. Jahrhundert
Beruf/Funktion
Entdecker des Phosphors ; Offizier ; Arzt ; Alchemist
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 135556473 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Brand
  • Brand, Hennig
  • Brand

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Zitierweise

Brand, Hennig, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135556473.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Margarete, Witwe;
    1 S, 1 T erwähnt.

  • Leben

    Ursprünglich war B. Offizier. In Hamburg praktizierte er dann als Arzt und nannte sich, wie Zeitgenossen annehmen, zu Unrecht Dr. med. Hauptsächlich gab er sich alchimistischen Versuchen hin, vertat dabei das Vermögen seiner Frau und entdeckte 1669 beim Experimentieren mit Menschenharn zufällig den Phosphor. J. D. Crafft, der davon erfuhr, entlockte B. gegen Zahlung von 200 Reichstalern dessen Geheimnis, aber auch J. Kunckel, dem B. in Hamburg das Experiment vorführte, wie auch Robert Boyle und der Chemiker am Hofe des Herzogs von Mecklenburg-Güstrow Johann Joachim Becher erlangten so viel Kenntnis von dem Verfahren, daß sie bald in der Lage waren, selbst Phosphor herzustellen. So wäre B. das Opfer seiner Entdeckerfreude und Vertrauensseligkeit geworden, wenn nicht Leibniz in zahlreichen Briefen an Zeitgenossen und in einer 1710 erschienenen Schrift B. als den ersten Entdecker des Phosphors gerühmt hätte. Leibniz war es auch, der ihn in Hamburg aufsuchte und ihn im Auftrage Herzog Johann Friedrichs zu einem längeren Aufenthalt in Hannover zwecks Gewinnung von Phosphor in größerem Umfange verpflichtete. B. blieb jedoch nur fünf Wochen dort, weil die ihm gewährte Vergütung (10 Reichstaler pro Monat) zur Bestreitung des Unterhalts für seine zahlreiche Familie nicht reichte. Im Spätsommer 1679 arbeitete er nochmals zwei Monate in Hannover, wieder unter so ungünstigen Bedingungen, daß er durch Leibniz' Vermittlung eine Anstellung als Bergwerkssachverständiger in der Ostindischen Kompagnie zu erlangen suchte. Nicht nur in dieser Hoffnung sah er sich getäuscht, durch den 1679 erfolgten Tod des Herzogs scheint er auch um den Lohn seiner Arbeit gekommen zu sein. Krank und völlig gebrochen kehrte er nach Hamburg zurück, wo sich seine Spuren verlieren.

  • Literatur

    ADB III;
    G. W. Leibniz, Hist. inventionis Phosphori, = Misc. Berolin., 1710, T. I, S. 91;
    ders., Allg. polit. u. hist. Briefwechsel, hrsg. v. d. Preuß. Ak. d. Wiss. II (1676–79), 1927, S. 57 u. ö., III (1680–83), 1938, S. 108 u. ö.;
    R. Benzian, H. B., in: Mitt. d. Ver. f. Hamburg. Gesch. 8, 1903, S. 253-71;
    Pogg. I.

  • Autor/in

    Hans Saring
  • Empfohlene Zitierweise

    Saring, Hans, "Brand, Hennig" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 515 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135556473.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Brand, der Entdecker des Phosphors, über dessen Lebensumstände nur Weniges und zwar durch Leibniz (Historia inventionis phosphori, Misc., Berolin. 1710 T. I, p. 91) bekannt ist, war in seiner Jugend Soldat, dann Kaufmann in Hamburg, der durch Heirath Vermögen erworben, dies aber durch alchemistische Operationen verthan hatte. Er suchte nach Particularprocessen um einzelne Metalle zu veredeln und huldigte der Meinung, daß die veredelnde Kraft des menschlichen Körpers, welche Nahrungsmittel in Theile des Organismus verwandle, auch die materia prima erzeugen könne. Nach Angaben Anderer arbeitend, wollte er deshalb aus Urin einen Liquor darstellen, der Silber in Gold verwandle, und entdeckte so bei dessen trockner Destillation den Phosphor. Er verkaufte das Geheimniß an J. D. Kraft (nach Kunkel für 200 Thaler), welcher Kunkel einiges darüber mittheilte und dem Kurfürsten von Brandenburg 1676, sowie Karl II. von England 1677 und Sir Robert Boyle den Phosphor vorzeigte.

  • Autor/in

    Oppenheim.
  • Empfohlene Zitierweise

    Oppenheim, Alphons, "Brand, Hennig" in: Allgemeine Deutsche Biographie 3 (1876), S. 236 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135556473.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA