Lebensdaten
1878 – 1949
Geburtsort
Deggendorf (Niederbayern)
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Lokomotivenkonstrukteur ; Ingenieur ; Maschinenbauingenieur
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 140032983 | OGND | VIAF: 153149294083580520507
Namensvarianten
  • Lotter, Georg
  • Lotther, Georg

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Lotter, Georg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd140032983.html [21.05.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Georg (1850–1903), Baurat bei d. Obersten Baubehörde in M., vorher in Bamberg, Aschaffenburg u. Würzburg mit Bauten f. d. Mainschifffahrt betraut, S e. Gasthalters in Nürnberg;
    M Anna Heinlein (1858–1941), Kaufm.-T aus Nürnberg;
    ⚭ Tilde (1880–1967), T d. Ministerialrats im Bayer. Verkehrsmin. Friedrich Rr. v. Förderreuther (1852-1929), d. 1877-1920 maßgeblich am Ausbau d. Bayer. Staatseisenbahnen beteiligt war; kinderlos.

  • Biographie

    Nach dem Besuch des humanistischen Gymnasiums in Aschaffenburg, Würzburg und München sowie Militärdienst im Eisenbahn-Bataillon München studierte L. 1898-1902 Maschinenbau an den Technischen Hochschulen München und Berlin und machte in München seinen Abschluß als Diplom-Ingenieur. 1902-05 war er Konstruktionsingenieur in der Lokomotivfabrik Krauss in München unter Richard v. Helmholtz. Nach einer Assistentenzeit an der TH München bei Wilhelm Lynen, der die Professur für Dampfmaschinenbau innehatte, war L. 1907-14 als Oberingenieur wieder in der Lokomotivfabrik Krauss tätig. Er wurde hier Leiter der neuen Abteilung Elektrolokomotivbau. Seine wichtigste Leistung war die Fortentwicklung des zweiachsigen Krauss-Helmholtz-Drehgestells zum dreiachsigen „Lotter-Gestell“, das an Elektrolokomotiven in Bayern und Schlesien verwendet wurde. Während des 1. Weltkriegs war L. als Maschinenoffizier bei den bayer. Eisenbahntruppen im Westen sowie bei der Militäreisenbahndirektion 2 Sedan und der Militär-Generaldirektion Brüssel tätig. 1918-29 war er Oberingenieur in der Lokomotivfabrik J. A. Maffei in München und leitete dort die Abteilung Dampflokomotiv-Reparatur und Elektrolokomotivbau; gleichzeitig war er Lehrbeauftragter (seit 1923 Honorarprofessor) für Eisenbahnmaschinenwesen an der TH München. 1929-39 war L. o. Professor für Maschinenbau, Straßen- und Schienenfahrzeuge an der TH Breslau. Bis 1949 führte er dann im Reichsbahn-Zentralamt München als ehrenamtlicher Mitarbeiter Untersuchungen der Spurführung Rad/Schiene durch und hielt 1946-49 Vorlesungen über Straßen- und Schienenfahrzeuge an der TH München. L. konnte sein letztes Werk über Führungs- und Bogenbeweglichkeitsmittel von Schienenfahrzeugen nicht mehr vollenden.

    L.s Bedeutung für den Lokomotivbau beruht auf einer Vielzahl von Anregungen und Neuerungen, die sich in Publikationen und Patenten niederschlugen. Bevor brauchbare Einzelachsantriebe für elektrische Lokomotiven zur Verfügung standen, war beim Stangenantrieb die totpunktfreie Übertragung eines konstanten Drehmoments vom hoch liegenden Motor auf die Treibachsen ein Problem, für das L. zwei bewährte Varianten eines Doppelparallelkurbelgetriebes geschaffen hat. Auf L. geht auch die Verbesserung der Entgleisungssicherheit und der|Spurführung im Gleis durch die „spiegelnde Spurkranzflankenglättung“ (1941) und den „Radreifenumriß Heumann-Lotter“ (1944) zurück.

  • Werke

    Hdb. z. Entwerfen regelspuriger Dampflokomotiven, 1909;
    Der derzeitige Stand d. Dampflokomotivbaues, in: Jb. f. Eisenbahnwesen, 1925;
    Erfahrungen u. Fortschritte im Bau langachsständiger Eisenbahnfahrzeuge, in: Festschr. z. 25j. Jubiläum d. TH Breslau, 1925, S. 320-28;
    Die elektr. Lokomotiven d. Dt. Reichsbahn, Entwicklungsgesch. 1924–37, 1938;
    zahlr. Aufsätze in: Bayer. Verkehrsbll. (1906/07), Bayer. Industrie- u. Gewerbebl. (1910–14), Ill. Technik (1927) u. Organ f. d. Fortschritte d. Eisenbahnwesens (1923–39);
    Der „Adler“ u. d. Ludwigs-Eisenbahn, erg. u. bearb. v. E. Schörner, 1985 (P);
    - Patentschrr.: Nr. 252 716 v. 7.4.1911 (Dreiachsiges Krauss-Helmholtz-Lotter-Drehgestell), Nr. 413 712 v. 4.3.1922 (Totpunktfreies Triebwerk f. elektr. Lokomotiven), Nr. 745 912 v. 17.5.1941 (Spiegelnde Spurkranzflankenglättung d. Radreifen z. Erhöhung d. Entgleisungssicherheit v. Schienenfahrzeugen).

  • Literatur

    Organ f. d. Fortschritte d. Eisenbahnwesens, Jg. 1921, S. 129;
    Kat. „Elektromotiven“ J. A. Maffei AG München, 1928, S. 1, 6-9, Tafeln 5-7;
    U. Schwanck, in: Lok Mgz. 1978, Nr. 93, S. 437-43;
    E. Schörner, in: Jb. f. Eisenbahngesch., Bd. 15, 1983, S. 41-78 (P);
    Pogg. VII.

  • Autor/in

    Ernst Schörner
  • Zitierweise

    Schörner, Ernst, "Lotter, Georg" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 244-245 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd140032983.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA