Lebensdaten
1904 bis 1974
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Buenos Aires
Beruf/Funktion
Architekt ; Möbeldesigner
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 131541684 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Loos, Walter

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Zitierweise

Loos, Walter, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd131541684.html [16.01.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Franz (1873–1944), Kaufm. in W., Sozialist;
    M Maria Benischke ( 1910);
    Halb-B Hermann (1921 -50), Architekt, Hans (* 1923), Keramiker;
    - 1939 Friedl (Elfriede) Steininger (* 1905), Modeentwerferin; kinderlos.

  • Leben

    L. studierte 1921-23 an der Wiener Kunstgewerbeschule bei C. Witzmann, F. Cizek und R. v. Larisch und 1923-27 Architektur bei J. Hoffmann und J. Frank. Daneben besuchte er die Technische Hochschule. 1925 hielt er sich in Paris auf, wo er auch mit Adolf Loos zusammenarbeitete und mit drei Hausentwürfen an der Internationalen Architekturausstellung teilnahm. Seit 1927 arbeitete L. als freier Architekt in Wien, Paris, Düsseldorf, Stuttgart, Würzburg und anderen Städten. In Würzburg baute er das Haus Feile und die Gartensiedlung Lerchenhain (mit P. Feile), in Düsseldorf das Terrassen-Doppelhaus Dr. Labusch. In Wien entstanden Wohn- und Siedlungsbauten, außerdem Inneneinrichtungen. L. schuf die Entwürfe für die „Pratergründe“ (mit W. Sobotka und J. Groag) und verfaßte in Zusammenarbeit mit dem Sozial- und Wirtschaftsmuseum die Studie „Wohnentwicklung Kahlenbergdorf“. Auf Reisen nach Großbritannien, Deutschland und in die Tschechoslowakei hielt er Vorträge über Architektur. Für das Haus Zemlinsky in Wien (1934) erhielt er einen Preis auf der Mailänder Biennale.

    Seit 1933 arbeitete L. nur noch in Österreich, da seine Bauideen seither in Deutschland als „kulturbolschewistisch“ gebrandmarkt wurden. Als Vertreter Österreichs war er Mitglied internationaler Architektenvereinigungen und nahm als Mitglied des CIAM (Congrès Internationaux d'Architecture Moderne) an den Kongressen von Zlim (1934) und Budapest (1935) teil. 1938 emigrierte er nach Großbritannien, wo er u. a. einen Stahlskelettbau in London entwarf.

    1939 ging L. in die USA. Dort nahm er 1940 mit Einrichtungsentwürfen für die Firma „Rena Rosenthal and Lenart Import Inc.“ an der Ausstellung „Contemporary American Design“ in New York teil. Für Gestaltungsentwürfe und für Hausprojekte in New Canaan (Connecticut) wurde er mit Preisen ausgezeichnet.

    Seit 1941 lebte L. als freischaffender Architekt und Möbelentwerfer in Buenos Aires. Bereits 1941 begann er mit der Herstellung von funktionellen Möbeln und Lampen und führte zusammen mit Gf. Max Thurn Verkaufsausstellungen durch. L. erbaute das erste moderne „Patio Haus“ in Mar del Plata (Haus Lienau), außerdem entwarf er Hotel- und Bürobauten, Appartements und Siedlungen 1950 fand in New York eine Ausstellung seiner Möbel statt. Zunehmend war er mit Design-Projekten beschäftigt, darunter auch für „floating houses“ in Überschwemmungsgebieten. Seit 1966 beschäftigte er sich nurmehr mit Möbelentwürfen. Er unternahm Studienreisen nach Europa und Nordamerika, wobei er auch mit Ludwig Mies van der Rohe und Oskar Niemeyer Kontakt hielt. Zu Publikationen über moderne Architektur lieferte er wichtige Beiträge.

    L.s umfangreiche Tätigkeit in der Emigration ist bisher architekturgeschichtlich noch nicht genügend gewürdigt. In der Zeit, die er vor dem 2. Weltkrieg in Europa arbeitete, gehörte er zur architektonischen Avantgarde. L. war Mitglied des österreichischen Werkbundes und gehörte dem progressiven Kreis um Josef Frank an, der in Wien in einer besonderen und kritischen Weise das Neue Bauen, den „International Styl“ und den Funktionalismus rezipierte, wobei L. Beziehungen zu Le Corbusier und André Lurçat pflegte. Seine Häuser haben trotz der rationalen Grundlage ihrer Konzeption eine starke Physiognomie und wirken undogmatisch.

  • Werke

    Weitere W Bauten in Wien: Haus Bugner, Winkelbreiten 33, 1930;
    Werkbundsiedlungshäuser Woinovichgasse 24, 26, 1930-32;
    Haus Spinozagasse 25, 1930-32;
    Haus Rosenackerstr. 61 a, 1933;
    Haus Zemlinsky, Kaasgrabengasse 24, 1934;
    Haus Lenz, Andrássystr. 13, 1936. -
    Baden, Kleinwohnhaus.

  • Literatur

    Österr. Kunst 5, 1934, H. 4, S. 10-15;
    Der getreue Eckart 15, 1937/38 H. 1, S. 107-12;
    O. Uhl (Hrsg.), Moderne Architektur in Wien, 1966;
    BHdE II.

  • Autor/in

    Friedrich Achleitner
  • Empfohlene Zitierweise

    Achleitner, Friedrich, "Loos, Walter" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 154 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd131541684.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA