Lebensdaten
1773 bis 1837
Geburtsort
Freiburg (Breisgau)
Sterbeort
Gießen
Beruf/Funktion
katholischer Theologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119159058 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Locherer, Johann Nepomuk
  • Locherer, Joannis Nep.
  • Locherer, Joh. Nep.
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Zitierweise

Locherer, Johann Nepomuk, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119159058.html [09.07.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Franz Xaver (* 1741), Granatenbohrer u. Türmer in F., S d. Granatenbohrers Johann u. d. Maria Sabina Hetzler;
    M Maria Theresia (1737–1807/08), T d. Kanzlisten Joh. Caspar Rang u. d. Maria Ursula Weis.

  • Leben

    L. begann 1790 das Studium der Theologie in Freiburg und besuchte das Priesterseminar in Meersburg. 1798 zum Priester geweiht (Tischtitel des Vorderösterr. Religionsfonds), wurde er 1799 Pfarrer in Wendelsheim b. Rottenburg; 1800 in Seebronn b. Rottenburg, 1805 in Jechtingen b. Endingen. 1822 bewarb er sich erfolglos um den Lehrstuhl der Dogmatik in Freiburg. Für das Sommersemester 1825 erhielt er die Suppletur der Kirchengeschichte an der dortigen Fakultät übertragen. 1830 wurde er o. Professor und erster Dekan der neuerrichteten Kath.-theol. Fakultät zu Gießen, durch Vermittlung von J. T. v. Linde im selben Jahr Dr. theol. (Tübingen). Einen Ruf an die Theologische Lehranstalt in Luzern (1834) lehnte er ab. L.s kirchenpolitische und theologische Position wird durch die Mitarbeit am „Archiv für die Pastoralkonferenzen des Bisthums Konstanz“ angedeutet, das Generalvikar I. v. Wessenberg herausgab. L. gehörte zu jenem Kreis „aufgeklärter“ Geistlicher in der Diözese Konstanz, die von Wessenberg gefördert wurden. Dieser war es auch, der den Pfarrer für die Professuren in Freiburg, Gießen und Luzern empfahl. In der Einleitung zu seiner (unvollendeten) „Geschichte der christlichen Religion und Kirche“ (9 T., 1824–34) umriß L. sein „Programm“: Er mahnte die „Religionsparteien“ zur Verträglichkeit und warnte vor einem Wiederaufleben von „Mißbräuchen im Religionswesen und einer Restauration päpstlicher Ansprüche“. Eine Überbewertung des Mittelalters lehnte er ebenso ab wie das Überbetonen peripherer Formen der Frömmigkeit (Rosenkranz, Ablaß, Wallfahrten, lateinische Kirchensprache). Die „jungkirchlich-ultramontane“ Bewegung des 19. Jh. lehnte L. als „Josephiner“ ab. Für J. A. Möhler war er eine „Reminiszenz einer bereits verschollenen Bildung des 18. und des Anfangs unseres Jahrhunderts“.

  • Werke

    Homilien üb. d. sonn- u. festtägl. Evangelien d. kath. Kirchenj., 1811;
    Kurze Predigten üb. d. sonn- u. festtägl. Evangelien d. kath. Kirchenj., 1828;
    Lehrb. d. christl. Archäol., 1832;
    Lehrb. d. Patrol., 1836;
    Aufsätze u. Besprechungen bes. im: Archiv f. d. Pastoralkonferenzen d. Bisthums Konstanz, 1804-22;
    (Gießener) Jbb. f. Theol. u. christl. Philos., 1834-36.

  • Literatur

    ADB 19;
    A. Lutterbeck, Gesch. d. Kath.-theol. Fak. zu Gießen, 1860;
    J. A. Möhler, KG I, 1867, S. 60 f.;
    St. Lösch, Die Kath.-theol. Fakultäten zu Tübingen u. Gießen (1830–50), in: Theol. Quartalschr. 108, 1927, S. 159-208;
    L. Scheffczyk, Friedrich Leopold zu Stolbergs „Gesch. d. Rel. Jesu Christi“, Die Abwendung d. kath. KGschreibung v. d. Aufklärung u. ihre Neuorientierung im Za. d. Romantik, 1952;
    Kosch, Kath. Dtld. -
    Eigene Archivstud.

  • Autor/in

    Rudolf Reinhardt
  • Empfohlene Zitierweise

    Reinhardt, Rudolf, "Locherer, Johann Nepomuk" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 1 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119159058.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Locherer: Johann Nepomuk L., katholischer Theologe, geb. zu Freiburg im Br. am 21. August 1773, zu Gießen am 26. Februar 1837. Er machte seine Studien in Freiburg, wurde am 2. Juli 1798 zum Priester geweiht, 1799 Pfarrer in Wendelsheim und Jechtingen, 1800 in Seebronn, 1805 in Jechtlingen. 1830 erhielt er von der Tübinger katholisch-theologischen Facultät die Doctorwürde und wurde als Professor der Kirchengeschichte an die neu errichtete katholisch-theologische Facultät in Gießen berufen. Er ist der Verfasser einer „Geschichte der christlichen Religion und Kirche', von der 1824—34 neun Bände erschienen sind: die erste Abtheilung in sieben Bänden behandelt die Zeit von Christus bis auf Karl den Großen; die zweite sollte die folgende Zeit bis zur Reformation behandeln, es sind aber nur zwei Bände davon erschienen, die bis zum J. 1073 gehen. Das Werk ist im Wessenberg'schen Geiste geschrieben, aber ohne Quellenstudium: Schröckh scheint die Hauptquelle gewesen zu sein. Außerdem hat L. noch kurze Lehrbücher der christlich-kirchlichen Archäologie, 1832, und der Patrologie, 1837, veröffentlicht und früher Homilien über die sonn- und festtäglichen Evangelien, 1811, und Aufsätze in dem Constanzer Archiv für|Pastoralconferenzen, sowie später in der von der Gießener katholisch-theologischen Facultät 1834—36 herausgegebenen Zeitschrift für Theologie und christliche Philosophie.

    • Literatur

      N. Nekrolog, 1837, N. 108. Scriba, Lex. der Schriftsteller des Großh. Hessen. II. 459.

  • Autor/in

    Reusch.
  • Empfohlene Zitierweise

    Reusch, Heinrich, "Locherer, Johann Nepomuk" in: Allgemeine Deutsche Biographie 19 (1884), S. 63-64 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119159058.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA