Lebensdaten
erwähnt 1275, gestorben nach 1287
Beruf/Funktion
fahrender Sänger
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 120635526 | OGND | VIAF: 79439659
Namensvarianten
  • Boppe
  • Boppe, Meister
  • Meister Boppe
  • mehr

Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Zitierweise

Meister Boppe, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd120635526.html [13.04.2021].

CC0

  • Leben

    Aus den Sprüchen von B. ergeben sich Beziehungen zu Bischof Konrad III. von Straßburg (1273–89), zu den Markgrafen Rudolf I. ( 1288) und Hermann VII. ( 1291) von Baden und zu König Rudolf von Habsburg ( 1291). Seine Sprüche behandeln moralische und geistliche Themen in einfacher Sprache, ohne Überschwang oder Schwulst. In einem beklagt er den Tod Konrads von Würzburg. Der spätere Meistergesang feierte B. als einen seiner Gründer. Bis ins 16. Jahrhundert hielten sich seine Töne.

  • Literatur

    ADB III;
    G. Tolle, Der Spruchdichter B., sein Leben und seine Werke, Diss. Göttingen 1887;
    F. Karg, in: Vf.-Lex. d. MA I, Sp. 259 f. (W, L).

  • Autor/in

    Wolfgang Stammler
  • Empfohlene Zitierweise

    Stammler, Wolfgang, "Meister Boppe" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 454 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd120635526.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Boppe. Meister Boppe dichtete gegen Ende des 13. Jahrhunderts und hielt sich vielleicht vorzugsweise in Basel auf. 1287 beklagt er den Tod Konrads von Würzburg, und König Rudolf wird öfter als einmal, aber nicht in gleicher Gesinnung erwähnt. Ein Spruch, der in den Jahren 1285—1287 gedichtet ist, zeigt ihn in naher Beziehung zum Markgrafen Rudolf von Baden, den er nebst seinem Sohne auch noch in einer andern Strophe ansingt. — An Mannigfaltigkeit läßt sein Sang nichts zu wünschen übrig, aber um so mehr an Poesie. Der Sänger gefällt sich in abstruser Gelehrsamkeit und bildlicher Deutung und macht durch lästige Rhetorik die Speise noch ekler. Interessanter als seine Angaben über allerlei wunderbare Thiere ist die sorgfältige Beschreibung des grimmen Wurmes, der in dichtem Walde im Gebirge Capitania haust; diese Schilderung — nicht der gleißnerischen Geistlichkeit, sondern des treuesten Thieres, das den Verbrecher selbst am Strange nicht verläßt, ist wenigstens aus dem Leben gegriffen. — Dem Tannhäuser ahmt er nach in der sinnlosen Aufzählung von Länder-, Völker- und Personen-Namen, sowie in einem scherzhaften Minneliede, in welchem die Angebetete Gewährung an allerlei unmögliche Bedingungen knüpft.|Auch die Weisen, deren er sich bedient, hat er, so weit man aus der Strophenform sehen kann, zum Theil mit andern Dichtern gemein. — Bei den Meistersängern stand „der starke Boppe“ in hohem Ansehn. Den Beinamen des Starken mag er schon bei seinen Lebzeiten geführt haben, aber schwerlich ist sein Name auf den Helden, der in spätern Gedichten neben Dietrich und Hildebrandt erscheint, übertragen worden, sondern umgekehrt.

    • Literatur

      v. d. Hagen, Minnesänger 4, 692 f. Wackernagel in Haupt's Zeitschrift für deutsches Alterthum 8, 347.

  • Autor/in

    Wilmans.
  • Empfohlene Zitierweise

    Wilmanns, Wilhelm, "Meister Boppe" in: Allgemeine Deutsche Biographie 3 (1876), S. 149-150 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd120635526.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA