Lebensdaten
erwähnt 1417, gestorben 1440
Beruf/Funktion
Bischof von Pomesanien
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136799396 | OGND | VIAF: 81083859
Namensvarianten
  • Vinkeler, Johann (irrtümlich gleichgesetzt mit)
  • Johannes III.
  • Johann III. Mewe von Heilsberg
  • mehr

Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Zitierweise

Johann III., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136799396.html [25.09.2020].

CC0

  • Leben

    1417 wurde J. als Domherr des pomesan. Domkapitels zum Konstanzer Konzil entsandt, um die Bestätigung des pomesan. Elekten Gerhard Stolpmann zum Bischof zu betreiben. Auch sonst war er in Konstanz als Bevollmächtigter Bischof Gerhards und des Deutschen Ordens erfolgreich tätig. 1420 wurde er Dompropst und 1427 nach dem Tode Bischof Gerhards von Papst Martin V., der ihn dem Hochmeister Paul v. Rusdorf in einem Schreiben nachdrücklich empfahl, mit dem Bistum Pomesanien providiert. Im folgenden Jahre bestätigte er auf einer Diözesansynode in der Kathedralkirche zu Marienwerder die erweiterten Synodalstatuten. Wenn er 1433 die vom Bistum entsandte Mannschaft zur Bekämpfung der Hussiten kurzfristig zurückzog mit der Begründung, er werde nur ein Aufgebot stellen, wenn auch der Hochmeister selber zu Felde ziehen würde, trug er damit sicherlich der allgemeinen Stimmung im Lande Rechnung. Trotzdem besaß er das Vertrauen des Hochmeisters, der ihn in Landesangelegenheiten oft zu Rate zog. 1435 gehörte er der Verhandlungsdelegation des Ordens für den sog. Ewigen Frieden von Brest an, den er auch mit besiegelte.

    J. wird irrtümlich mit Dr. Johann Vinkeler (Winkler) gleichgesetzt, der 1461 als Kanzler des Hochmeisters Ludwig v. Erlichshausen nachweisbar ist, später als dessen Bevollmächtigter an den Verhandlungen zum 2. Thorner Frieden (1466) teilnahm und 1472-77 als Bürgermeister der Altstadt Königsberg bezeugt ist, aber niemals die pomesan. Bischofswürde erlangte. Diese Identifizierung beruht darauf, daß J. Voigt in seiner „Geschichte Preußens“ einen undatierten Brief, in dem der Hochmeister dem Papst die Verwüstung des Bistums Pomesanien durch die Tataren schilderte und Johannes Vinkeler ab Bischof empfahl, irrtümlich in das Jahr 1427 gesetzt hatte. Dieser nur als Konzept überlieferte Brief gehört jedoch auf Grund von äußeren und inneren Kriterien eindeutig in das Jahr 1463.

  • Literatur

    J. Voigt, Gesch. Preußens VII, 1836, S. 505;
    H. Cramer, in: Zs. d. hist. Ver. f. d. Reg.-Bez. Marienwerder, H. 11, 1884, S. 148 ff.;
    M. Toeppen, Akten d. Ständetage Preußens I, 1874, S. 649, 698, 700;
    Scriptores rer. Pruss. V, 1874, S. 389, 403;
    H. Koeppen, Die Berr. d. Gen.prokuratoren d. Dt. Ordens an d. Kurie II, 1960, S. 420, 440, 442;
    ders., in: Zs. f. Ostforschung, 19.1970, S. 88 ff.;
    Altpreuß. Biogr.

  • Autor/in

    Hans Koeppen
  • Empfohlene Zitierweise

    Koeppen, Hans, "Johann III." in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 518 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136799396.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA