Lebensdaten
1866 bis 1947
Geburtsort
Helsinki
Sterbeort
Bodenwerder/Weser
Beruf/Funktion
Industrieller ; Generaldirektor der Demag
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 133719804 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Reuter, Wolfgang
  • Reuter, Wolfgang Andreas

Objekt/Werk(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Reuter, Wolfgang, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd133719804.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Konrad (1832–95), aus Apenrade, Geometer, Ing., Hofrat, Mitgriinder u. 1861-91 Prof. d. Polytechnikums in H., 1865-77 Stadtbaumeister ebd., S d. Andreas (1798–1847), Orgelbauer, erfand u. a. d. „Stimmschlitz“ z. Verbesserung d. Pfeifentons (s. Biogr. Lex. Schleswig-Holstoin IX, 1991; MGG; Riemann; New Grove), u. d. Louise Dierks (1806–87);
    M Emilie (* 1837), T d. Konsuls N. N. Wiechers aus Altona b. Hamburg;
    Ur-Gvv Johann Nicolaus (1761–1829), Pfarrer in Horsbüll (Amt Tondern, Schleswig) (s. Meusel, Gelehrter Teutschland VI, S. 330 f.; Dansk Leks.);
    Ov Rudolph (1834–71), Schiffsbaumeister, Werftbes. (s. Biogr. Lex. Schleswig-Holstein IX, 1991), Ludwig (1836–1905), Pastor u. Propst in Broacker (Sundewitt), Theodor (1838–1909), Maschinenbauing., 1879-91 Dir. d. Fachschule f. Metallindustrie in Iserlohn, 1891-1904 d. Maschinenbauschule in Magdeburg;
    1891 Martha (1869–1935), T d. Julius Blank (1851–91), Mitinh. d. „Märk. Maschinenbau-Anstalt“ in Wetter/Ruhr; Ur-Gvm d. Ehefrau Heinrich Kamp (1786–1853), Mitgründer, später Alloininh. d. „Mechan. Werkstätte Harkort & Co.bzw. „Märk. Maschinenbau-Anstalt“, Wirtsch.pol. (s. NDB XI);
    2 S, u. a. Hans (s. 2), 2 T.

  • Leben

    Nach dem Besuch des Normalgymnasiums in Helsinki studierte R. am dortigen Polytechnikum Ingenieurwissenschaft und bestand das Diplomexamen. 1888 ging er zur Weiterbildung ins westfäl. Wetter/Ruhr. Auf Empfehlung seines Onkels Theodor trat er in die wegen ihrer herausragenden technischen Leistungen international bekannte Firma „Ludwig Stuckenholz“ ein, die von Rudolf Bredt (1842–1900) geleitet wurde. Von diesem erwarb R. kaufmännische und technische Kenntnisse; er veranlaßte Bredt zur Veröffentlichung seines ersten Katalogs „Kran-Typen“, um den unerlaubten Nachbau durch die Konkurrenz zu erschweren. Aufgrund seiner organisatorischen Leistungen wurde R. 1896 von Bredt als Teilhaber aufgenommen, 1899 übernahm er das Unternehmen ganz.

    R. führte den Hebezeugbau als Kerngeschäft weiter und richtete ihn auf die Bedürfnisse des expandierenden Hüttenwesens aus, womit das Unternehmen auch das technische Wissen über die Erzeugung von Roheisen und Stahl sowie deren Weiterverarbeitung erwarb. Gestützt auf die durch seine Heirat erworbenen Anteile an der „Märkischen Maschinenbau-Anstalt“, ebenfalls in Wetter/Ruhr, schloß R. 1906 die beiden Unternehmen zur Firma „Märkische Maschinenbau-Anstalt L. Stuckenholz AG“ zusammen, die mehrheitlich im Familienbesitz verblieb. 1909 vereinigte er dieses Unternehmen mit seinen beiden Hauptkonkurrenten, der „Duisburger Maschinenbau-AG vormals Bechem & Keetman“ sowie der „Benrather Maschinenfabrik“ zunächst in einer Interessengemeinschaft und 1910 in der neu gegründeten „Dt. Maschinenfabrik AG“ (DEMAG), deren Leitung er übernahm. Im selben Jahr gründete er gemeinsam mit der „Maschinenfabrik A. Borsig“, Berlin-Tegel, die „Hydraulik GmbH“, Duisburg, die u. a. schwere Pressen und Hämmer projektierte, die dann von der DEMAG ausgeführt wurden. Auf allen fünf Kontinenten arbeiteten bereits vor Ausbruch des 1. Weltkriegs Hüttenanlagen und Hebezeuge der DEMAG, woran nach Kriegsende wieder angeknüpft wurde.

    Mit der Gründung der „Vereinigte Stahlwerke AG“ (VSt) 1926 wurden alle Maschinenbauaktivitäten der VSt unter der Firma DEMAG zusammengefaßt, an der die VSt mit 50% beteiligt war. Dies geschah mit Rücksicht auf die von den Verbänden in diesem Falle zugebilligten Vergünstigungen im Selbstverbrauch. Neben den Stammfirmen in Wetter, Duisburg und Düsseldorf-Benrath gehörten dazu nun die ehemaligen Unternehmen „Maschinenfabrik Thyssen“, eingebracht von VSt., „Maschinenfabrik R. Mayer & Go.“ sowie „Weuste & Overbeck“, alle Mülheim/Ruhr, die auf den Hebezeugbau spezialisierte „Maschinenbau AG Moritz Tigler“, Duisburg, und seit 1934 auch die traditionsreiche „Brückenbau-Gesellschaft Harkort“, Duisburg. R. war Generaldirektor der DEMAG, die damit weltweit zu einem der wichtigsten Ausrüster von Industrie, Handel und Verkehr geworden war und ein komplettes Programm von Hebezeug- und Hüttentechnik, Verdichter- und Luftdrucktechnik sowie Brücken- und Wasserbauanlagen anbot. Um die enge Bindung an die VSt. zu lokkern, verschaffte sich R. 1936 durch einige|Unternehmensverkäufe finanziellen Spielraum zum Rückkauf der DEMAG-Aktien im VSt-Besitz. 1931 reiste er an der Spitze einer Gruppe dt. Unternehmensvertreter in die Sowjetunion und erhielt zahlreiche große Aufträge, die der DEMAG das Weiterbestehen sicherten. Bereits 1922 ermöglichte er es den gewerblichen Mitarbeitern, zwei Vertreter mit Sitz und Stimme in den Aufsichtsrat zu entsenden. 1940 übergab er das Unternehmen seinem Sohn Hans. R. erwarb sich auch große Verdienste durch seine Tätigkeiten in Fachverbänden. Mitglied in mehreren Aufsichtsräten („Schiess-Defries AG“, „Carl Flohr AG“, „Hydraulik GmbH“, „Salzdetfurth AG“, „Wittenauer Maschinenfabrik AG“), wurde er 1945 von seiner Aufsichtsratstätigkeit für die Dt. Bank suspendiert.|

  • Auszeichnungen

    Dr.-Ing. E. h. (TH Aachen 1919); Finn. Vizekonsul (1919); Vors. d. Ausst.- u. Messeamtes d. Dt. Ind.; Vorstandsmitgl. (1923–33 Vors.) d. Ver. Dt. Masch.bau-Anstalten, d. Arb.gemeinschaft d. Eisen, Stahl u. Metall verarbeitenden Ind. u. d. Ver. Dt. Eisenhüttenleute (seit 1919, seit 1938 Ehrenmitgl.); Mitgl. d. Vollverslg. bzw. d. Beirats d. IHK Duisburg (1913–42), zuletzt Ehrenmitgl.; Ehrenbürger d. Stadt Wetter/Ruhr (1938); Ehrenring u. Ehrenbrief d. Stadt Duisburg; finn. Orden d. weißen Rose; türk. Medschidi-Orden.

  • Werke

    Mein Leben (Autobiogr.).

  • Literatur

    C. Matschoß, Ein Jh. Dt. Masch.bau, Von d. Mechan. Werkstätte bis z. Dt. Masch.fabrik 1819-1919, 1922;
    F. Toussaint, in: Rhein.-Westfäl. Wirtschaftsbiogrr. VII, 1960, S. 105-24 (P);
    M. Schäfer, in: W. Burkhard (Hg.), Niederrhein. Unternehmer, 1990, S. 130 f. (P);
    H. A. Wessel, Kontinuität im Wandel, 100 J. Mannesmann 1890-1990, 1990, S. 443 ff.;
    - zur Fam.:
    Dt.GB 91, S. 408-28;
    F. Reuter, Stammtafeln, Wachsen u. Werden d. Geschl. 'Reuter 3' aus Altona an d. Elbe, Typoskr. Tübingen 1990;
    D. Lohmeier, in: Biogr. Lex. Schleswig-Holstein IX, 1991. |

  • Quellen

    Qu u. P im Mannesmann-Archiv.

  • Autor/in

    Horst A. Wessel
  • Empfohlene Zitierweise

    Wessel, Horst A., "Reuter, Wolfgang" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 464-465 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd133719804.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA