Lebensdaten
erwähnt 1483, gestorben 1523
Geburtsort
Landau (Pfalz)
Sterbeort
Krakau
Beruf/Funktion
Krakauer Kaufherr
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 135554896 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Boner, Hans
  • Boner, Jan
  • Boner, Johann

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Zitierweise

Boner, Hans, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135554896.html [18.11.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus altem Ratsgeschlecht in Landau;
    B Jak. Andreas, ursprünglich Kaufmann in Nürnberg, dessen Kreditspekulationen Veit Stoß zum Opfer fiel (Prozeß wegen Unterschriftenfälschung), in Krakau Teilhaber der Firma;
    Felicia, T des Krakauer Ratsherrn Stanislaus Morrensteyn;
    N Severin Boner ( 1549, Sophie, 1553, T des Severin Betmann), Alleinerbe des Betmann-Vermögens, hatte die gleiche Stellung am polnischen Hofe inne wie sein Onkel, erteilte an Hans Dürer u. a. Nürnberger Künstler zahlreiche Aufträge, Verfasser der „Descriptio originalis civitatis Ilcusiensis …“, der 1. Beschreibung der Umgebung von Krakau;
    Groß-N Hans, Führer der Calvinisten in Klein-Polen.

  • Leben

    Nachdem B. in Breslau den Grundstock zu einem Vermögen gelegt hatte, folgte er dem Rufe Severin Betmanns nach Krakau (1483 Bürgerrecht) und gründete dort zusammen mit Betmann die Firma B. und Genossen, die B. leitete. Die Firma führte u. a. Tuche, Gewürze, Glas, Zinn und Silber ein, während sie Zink und Schlachtvieh aus Polen ausführte. Sie wurde zum wichtigsten Lieferanten des polnischen Königshofes und Adels und gleichzeitig auch ihr größter Gläubiger. Dadurch erwarb B. großen Besitz an Landgütern, Stadthäusern, Salinen und Bergwerken, er wurde schließlich der führende Mann der deutschen Wirtschaft Krakaus, Berater König Sigismunds I. in allen finanziellen Angelegenheiten und Verwalter des Krongutes. Dabei gelang es ihm, die Finanzen des Königs zu ordnen und die Schuldenlast zu mindern. Er stieg schließlich zum Finanzier des Königs auf, so etwa im Krieg gegen Albrecht von Preußen 1519-1520. Schon 1517 erhielt er außerdem die Leitung des Neubaus der königlichen Burg in Krakau (Wawel). Er zog Künstler aus Italien und Deutschland, vor allem Nürnberg, dazu nach Krakau, ebenso auch für die Ausstattung der deutschen Kirche in der Stadt (Katharinenaltar von Hans Süß von Kulmbach 1514/15, Johannesaltar 1516, B.-Kapelle).

  • Literatur

    J. Ptaśnik, Bonerowie, = Rocznik Krakowski (Krakauer Jb.), Bd. 7, Krakau 1905;
    W. Budka, Jan u. Seweryn B., in: Polski Słovnik Biograficzny, ebenda 1937;
    K. Lück, H. B., ein dt. Aufbaupionier im Polen d. 16. Jh., in: Große Deutsche im Ausland, 1939;
    ders., Der erste Organisator d. poln. Staatsfinanzen H. B., in: Ostdt. F, Bd. 12, 1942;
    D. Frey, Krakau - Dt. Lande, Dt. Kunst, 1941, S. 27, 29, 34 f., Abb. 79;
    O. L. Rodler, Ma. Krakau, Werden u. Wirken dt. Bürgergeschlechter, Krakau 1943, S. 98-100, Abb. S. 90;
    G. v. Pölnitz, Die Fugger, 2 Bde., 1951;
    A. Perlick, Oberschles. Berg- u. Hüttenleute, 1953, S. 36-38.

  • Portraits

    Davidsfigur in d. Sigismund-Kapelle im Dom v. Krakau (Giovanni Cini).

  • Autor/in

    Kurt Pilz
  • Empfohlene Zitierweise

    Pilz, Kurt, "Boner, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 442 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135554896.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA