Lebensdaten
1873 bis 1952
Geburtsort
Koblenz
Sterbeort
Murnau-Seehausen (Oberbayern)
Beruf/Funktion
Wasserbauingenieur
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 126478015 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Link, Ernst
  • Link, Ernst H.

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie
Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Link, Ernst, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd126478015.html [19.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Theodor (1831–96), D. theol., Prof. d. Theol. in Königsberg, dann Pfarrer u. Sup. in K., Leiter d. Provinzialkirchenarchivs, S e. Rektors in Königsberg;
    M Emma (1831–1919), T d. Leopold v. Gizycki, Getreidekaufm. in Königsberg, u. d. Emilie Köhler;
    Om Adolf Ernst Leopold v. Gizycki (1834–91), Prof. am Polytechnikum in Aachen;
    1904 Frida (1881–1972), T d. Justizrats Friedrich Peter Gros in Kaiserslautern u. d. Henriette Hongmann;
    12 K.

  • Leben

    Seit 1891 absolvierte L. an der Univ. Lausanne und den Technischen Hochschulen in Aachen und Hannover das Studium des Bauingenieurwesens (Vorprüfung in Aachen 1893, 1. Staatsprüfung für das Ingenieurfach mit dem Hauptfach Wasserbau 1895 in Hannover). 1895 wurde er zum Regierungsbauführer ernannt. Anschließend war L. ein Jahr Assistent am Lehrstuhl für Wasserbau der TH Aachen bei Otto Intze. Nach 3jähriger Tätigkeit und Ausbildung für die 2. Staatsprüfung bei verschiedenen Wasserbauverwaltungen in Norddeutschland und bei der Weichselstromverwaltung in Danzig wurde er 1900 zum Regierungsbaumeister ernannt. Ende 1900 wurde er an das Regierungspräsidium in Aachen zur Talsperrenplanung bei O. Intze überwiesen. In den folgenden 4 Jahren war er an der Planung und der Bauüberwachung für die Ennepe-, alte Henne-, Hasper-, Fürwigge- (früher Verse-) und für die Oestertalsperre unter Leitung von Intze beteiligt. Beim Bau der Fürwiggetalsperre leitete L. die Bauarbeiten. Für seine Mitarbeit bei den Planungen für die Intze-Talsperren wurde er auf Grund der Konstruktionszeichnungen dieser Gewichtsstaumauern aus Bruchsteinen auf der Pariser Weltausstellung 1900 mit einer Plakette ausgezeichnet. Anfang 1905 schied L. aus dem Staatsdienst aus und übernahm auf Empfehlung Intzes die technische Leitung des neugegründeten Ruhrtalsperrenvereins in Essen (RTV). In dieser Stellung war er nicht nur für die Förderung des Baues von Genossenschaftlichen Talsperren, sondern auch für die Planung, Berechnung und den Bau eigener Talsperren durch die neu eingerichtete Bauverwaltung verantwortlich.

    Durch umfangreiche wasserwirtschaftliche Untersuchungen unter Berücksichtigung des Dürrejahres 1904 zeigte L. die Notwendigkeit von Talsperren mit größerem Stauraum in den Tälern der Ruhr oberhalb von Hagen auf. Schon 1908 begann er mit dem Bau der 1913 fertiggestellten Möhnetalsperre mit einem wesentlich höheren Ausbaugrad, als in Deutschland bis dahin für richtig angesehen wurde. L. baute weiterhin die Listertalsperre (1912) und nach dem 1. Weltkrieg die Sorpetalsperre bei Arnsberg. Während die anderen von Intze und L. gebauten Talsperren als Gewichtsstaumauern aus Bruchsteinmauerwerk errichtet worden waren, wurde die Sorpetalsperre als Erddamm mit Betonkern ausgeführt. Neben Talsperrenbauten führte L. auch Wehr- und Wasserkraftanlagen aus. Auf eine gute Einbindung der Bauwerke in die Landschaft legte er großen Wert. Durch eine Weiterentwicklung der Planungs- und Berechnungsgrundlagen des Talsperrenbaues, großräumige wasserwirtschaftliche Lösungen und zahlreiche Erfindungen und Anregungen auf dem Gebiet der Baustofftechnik (Kunsttraß aus Hochofenschlacke) erwarb sich L. internationalen Ruf. Bei deutschen und internationalen Talsperrenprojekten war er ein geschätzter Gutachter. 1925 wurde er an der TH Aachen mit einer grundlegenden Arbeit über die Querschnittsbestimmung von Staumauern zum Dr.-Ing. promoviert.|

  • Auszeichnungen

    Dr.-Ing. E. h. (TH Berlin 1927).

  • Werke

    Arbb. u. Bauten v. … E. L. …, hrsg. v. Harald Link, T. I, 49 Veröff., T. II, Arbb. u. Bauten, 1904-38.

  • Literatur

    H. Ascher, in: Österr. Wasserwirtsch. 4, H. 11, 1952;
    Lb. aus d. Rhein.-Westfäl. Industriegebiet 1952–54, 1957.

  • Portraits

    Gem. (RTV-Essen);
    Phot. in: Die Bautechnik 29, H. 9, 1952.

  • Autor/in

    Winand Nelihsen
  • Empfohlene Zitierweise

    Nelihsen, Winand, "Link, Ernst" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 627 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd126478015.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA