Lebensdaten
1656 bis 1721
Geburtsort
Wilfersdorf
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
regierender Fürst von und zu Liechtenstein ; kaiserlicher Obersthofmeister
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 12429300X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Liechtenstein, Anton Florian Fürst von

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Zitierweise

Liechtenstein, Anton Florian Fürst von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd12429300X.html [18.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Fürst Hartmann (1613–86), Oberstleutnant, S d. Fürsten Gundakar (1580–1658) u. d. Agnes Gfn. v Ostfriesland;
    M Elisabeth Sidonia (1623–88), T d. Ernst Friedrich Gf. v. Salm-Reifferscheidt ( 1639) u. d. Maria Ursula Gfn. zu Leiningen;
    Graupen (Böhmen) 1679 Barbara (1661–1723), T d. Michael Oswald Gf. v. Thun (1631–94) u. d. Elisabeth Gfn. v. Lodron;
    8 S (7 früh †), 8 T, u. a. Joseph (1690–1732), reg. Fürst 1721–32;
    N Wenzel (s. 4).

  • Leben

    Entsprechend den Instruktionen seines Vaters sorgfältig auf die Übernahme eines politischen Amtes vorbereitet, trat L. 1676 als Kämmerer in den Dienst des Kaiserhauses. Im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als kaiserl. Gesandter bei der Krönung Josephs I. zum König von Ungarn erhielt er 1687 das ungar. Indigenat. Zwei Jahre später wurde er von Kaiser Leopold I. zum Geh. Rat ernannt und als erster Weltlicher in der Funktion eines ao. Gesandten bzw. seit 1691 der eines Botschafters an den päpstl. Hof in Rom entsandt. 1695 betraute ihn Leopold mit der Leitung der Erziehung|und Hofhaltung (Obersthofmeister) seines Zweitältesten Sohnes, des nachmaligen Kaisers Karl VI. Damit verband sich die Stellung eines Geh. Rates, die er von nun ab zeitlebens innehatte. Als 1703 die polilitischen Ereignisse im Erbfolgekrieg die Anwesenheit Karls auf der iber. Halbinsel notwendig machten, wurde diesem von Kaiser Leopold I. L., der aus diesem Anlaß zum span. Grande erhoben wurde, als Obersthofmeister und Premierminister beratend zur Seite gestellt. Im Verlauf der span. Expedition wandte sich Karl jedoch zunehmend anderen Ratgebern zu. Als Kaiser Joseph I. 1711 unerwartet starb, kehrte Karl nach Österreich zurück. In Innsbruck setzte er eine neue Regierung ein und stellte L. an deren Spitze. Damit war der Fürst führendes Mitglied der Geh. Konferenz und nahm den Vorsitz im Geh. Rat an. In Frankfurt wurde er wenig später im Amt des kaiserl. Obersthofmeisters bestätigt. Er verblieb in diesen Würden bis zu seinem Tod 1721. – Aus dem Erbe seines Neffen Max Anton (1709–11) und des Johann Adam (1657–1712) waren L. sämtliche Fideikommißgüter der Familie zugefallen. 1712 übernahm er als regierender Fürst die Leitung des Hauses. Von Karl VI. nachdrücklich unterstützt, erreichte er im folgenden Jahr für sich und – unter der Voraussetzung des Erwerbs fürstenmäßiger Immediatgüter – auch für seine Erben die Aufnahme in den Reichsfürstenrat. Er erstand daher 1718 auf dem Tauschwege von seinem Neffen Joseph Wenzel (1696–1772) die reichsunmittelbaren Herrschaften Vaduz und Schellenberg und kam 1719 mit Erfolg beim Kaiser um deren Erhebung zum Reichsfürstentum Liechtenstein ein.|

  • Auszeichnungen

    Goldenes Vlies (1697).

  • Literatur

    J. Falke, Fürst A. F. v. L. in Spanien 1704–11, in: Österr. Revue, 3. Jg., 1865, Bd. 6, S. 1-79;
    ders., Gesch. d. fürstl. Hauses Liechtenstein III, 1882, S. 1-80;
    Wurzbach 15;
    V. Press, Die Entstehung d. Fürstentums Liechtenstein, in: Das Fürstentum Liechtenstein, hrsg. v. Wolfg. Müller, 1981, S. 63-91 (P).

  • Portraits

    Schabkunstbl. v. J. U. Biberger (Wien, Nat.-bibl.);
    Ölgem. (Vaduz, Fürst Liechtenstein. slgg.).

  • Autor/in

    Evelin Oberhammer
  • Empfohlene Zitierweise

    Oberhammer, Evelin, "Liechtenstein, Anton Florian Fürst von" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 517 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd12429300X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA