Lebensdaten
1804 bis 1899
Geburtsort
Löbnitz bei Pegau (Sachsen)
Sterbeort
Trziblitz bei Teplitz (Böhmen)
Beruf/Funktion
keine Angaben
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118727907 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Levetzow, Ulrike von
  • Levetzow, Theodore Ulrike Sophie von

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Zitierweise

Levetzow, Ulrike von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118727907.html [20.06.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Joachim Otto Ulrich (1777–1843), auf Hohen-Mistorf usw., meckl.-schwerin. Kammerherr u. Hofmarschall, S d. Theodosius, auf Teschow, dän. Kammerherr, u. d. Eleonore Elisabeth v. Wackerbarth;
    M Amalie (1788–1868), T d. Friedrich Leberecht v. Brösigke, auf Löbnitz (bis 1807), u. d. Ulrike v. Löwenklau;
    Stief-V (seit 1843) Franz Gf. v. Klebelsberg (1774–1857), auf Trziblitz, k. k. WGR, Präs. d. Hofkammer (s. Wurzbach XII; ÖBL); - ledig.

  • Leben

    Mit 13 Jahren kam L. nach Straßburg und wurde in einem franz. Pensionat erzogen. Als sie im Sommer 1821 mit ihrer Mutter zu den Großeltern Brösigke nach Marienbad reiste, begegnete sie in deren Haus „Stadt Weimar“ – einem der vornehmsten des damaligen Marienbad – Goethe, der dort zur Kur Wohnung genommen hatte. Auch zum Kuraufenthalt 1822 wohnte Goethe im Haus Brösigke zusammen mit Amalie v. Levetzow und ihren drei Töchtern Ulrike, Amalie und Berta. 1806 war er der Mutter schon in Karlsbad begegnet. In seinem Tagebuch nannte er sie damals „Pandora“. Nun galt seine besondere Aufmerksamkeit der Tochter Ulrike, die ihm wie einem väterlichen Freund begegnete. Während des Marienbader Sommers widmete sich Goethe, gemeinsam mit dem Chemiker Berzelius und dem Naturforscher Pohl, mineralogischen und botanischen Studien und dem Studium von Wetter und Wolken. Auch die Töchter Levetzow nahmen daran teil. Goethe legte ihnen eine Gesteinssammlung an. Für Ulrike, die er vergeblich mit beigelegter Schokolade für die Steine zu interessieren versuchte, sammelte er Pflanzen und Blumen. Goethes Zuneigung zu der jugendlich anmutigen L. erreichte ihren Höhepunkt während des dritten Marienbader Aufenthalts 1823. Der gleichfalls in Marienbad zur Kur weilende Ghzg. Karl August von Weimar übernahm die Rolle des Brautwerbers. Nach einem wohl aufschiebenden Bescheid verließ Goethe Marienbad. In Karlsbad, wohin die Familie Levetzow vorausgereist war, kam es zu einem letzten Zusammensein. Nach einem „etwas tumultuarischen Abschied“ kehrte Goethe nach Weimar zurück. Im Reisewagen entstand als Summe dieser Erfahrungen die „Elegie“. Bis zu seinem Tode pflegte Goethe den Briefwechsel mit Amalie v. Levetzow und ihrer Familie, L. ist er nicht mehr begegnet. Erst in hohem Alter hat sie ihre „Erinnerungen an Goethe“ (Faks., hrsg. v. A. Sauer, 1919) niedergeschrieben, „um all das Fabelhafte, was darüber gedruckt, zu widerlegen“. Zusammenfassend stellt sie fest: „Keine Liebschaft war es nicht“. Sie lebte Jahrzehnte auf dem Gut ihres Stiefvaters in Nordböhmen – unverheiratet als Ehrenstiftsdame von Heiligengrabe.

  • Literatur

    G. v. Loeper, Zu Goethes Gedichten „Trilogie d. Leidenschaft“, in: Goethe-Jb. 8, 1887, S. 165-86;
    B. Suphan (Hrsg.), Briefe Goethes an U. v. L., in: Goethe-Jb. 21, 1900, S. 3-51 (mit Briefen Amalies v. Levetzow an Goethe);
    ders., Elegie, Sept. 1823, Goethes Reinschr. mit U. v. L.s Brief an Goethe u. ihrem Jugendbildnis, 1900;
    A. Sauer (Hrsg.), U. v. L. u. ihre Erinnerungen an Goethe, in: Dt. Arbeit 3, 1904, H. 4, S. 293-307 (P; wieder
    in: ders., Probleme u. Gestalten, 1933, S. 19-38);
    H. Sauer, Goethe u. Ulrike, 1925 (P), Neuausg. 1932;
    J. Urzidil, Goethe in Böhmen, 1962, S. 155-78;
    H. Siebenschein, Goethes Liebesglück in Böhmen, in: Festgabe f. L. L. Hammerich, 1962, S. 255-69;
    R. Friedenthal, Goethe, Sein Leben u. s. Zeit, 1968;
    W. Strubell, U. v. L., Leben, Herkunft u. Fam.kreis, in: Genealogie 30, 1981, S. 566-82 (L, P);
    BJ IV;
    Goedeke IV, 2, S. 562-64;
    Kosch, Lit.-Lex.;
    G. Simson, Schicksal im Schatten, 21970 (P).

  • Portraits

    Pastellgem. (Weimar, Goethe-Mus.), Abb. b. H. Holtzhauer, Goethe-Mus., 1969, Abb. 611.

  • Autor/in

    Maria Schierling
  • Empfohlene Zitierweise

    Schierling, Maria, "Levetzow, Ulrike von" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 392 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118727907.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA