Lebensdaten
1830 bis 1915
Geburtsort
Łańcut bei Lemberg
Sterbeort
Dresden
Beruf/Funktion
Klavierpädagoge ; Komponist
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 120890143 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Leschetizky, Theodor
  • Leschetitzky, Theodor
  • Leschetitzky, Théodore
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie
Personen im NDB Artikel
Personen in der GND - Bekannte und Freunde

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Leschetizky, Theodor, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd120890143.html [16.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Josef (1801 - n. 1867), Musikmeister d. poln. Fam. v. Potocki;
    M Theresa, T d. Theresa v. Ullmann;
    1) 1856 ( 1872) Anne Carlowna de Friedbourg, Sängerin, 2) 1880 ( 1892) Annete Essipow (Essipoff) (1851–1914), Pianistin, 3) 1894 ( 1908) Dawimirska Benisławska, Pianistin, 4) 1908 Marie Gabriele Rozborska (* 1880), Pianistin.

  • Leben

    L. erhielt ersten Musikunterricht bei seinem Vater. Er trat bereits 1839 als Wunderkind an die Öffentlichkeit, kam 1840 nach Wien und wurde Schüler von C. Czerny, später erhielt er auch Kompositionsunterricht bei S. Sechter. Seit 1844 war er selbst schon ein gesuchter Lehrer und erregte allgemein Aufsehen durch sein pianistisches Können und sein Improvisationstalent. Dennoch arbeitete er intensiv an seiner Ausbildung weiter, 1845-48 war er zudem an der Univ. Wien immatrikuliert. 1852 ging L. nach St. Petersburg, war dort Mitbegründer der Kaiserl. Russ. Musikgesellschaft, 1862-78 Prof. für Klavierspiel am kaiserl. Konservatorium und erhielt großzügige Unterstützung vom Hofe. Eine enge Freundschaft verband ihn mit seinem Förderer Anton Rubinstein, den er fallweise auch als Lehrer und Dirigent vertrat. Von Petersburg aus führten ihn zahlreiche Tourneen durch Rußland, Österreich, Deutschland und England. Seine Kammermusik-Soiréen mit L. Auer (Violine) und K. Dawydow (Cello) erfreuten sich großer Beliebtheit. 1878 kehrte er als international bekannter Klavierpädagoge nach Wien zurück; Schüler aus der ganzen Welt wollten nach seiner Methode, die er nach eigener Aussage von Czerny übernommen und weiterentwickelt hatte, unterrichtet werden. Zu den bekanntesten Schülern zählen I. Friedmann, O. Gabrilowitsch, E. Ney, I. Paderewski, A. Schnabel, A. Essipow. Mit seiner Schülerin Annette Essipow trat L. bis 1887 öffentlich auf und feierte im vierhändigen Spiel große Triumphe. L., der kein Freund theoretischer Klavier-Schulen war, hat nichts Schriftliches über sein Wirken hinterlassen. Diese Aufgabe überließ er seinen langjährigen Assistentinnen, von denen M. Brée die ausführlichste Darstellung verfaßte. Seine Methode, die auf dem Prinzip der „Kugelhand“ beruhte, fand vor allem in England und Amerika Anklang, ebenso hat er großen Einfluß auf die russ. Pianistengeneration ausgeübt. Er verachtete Spieltechnik als Selbstzweck, die einfachste Fingerübung mußte mit Geschmack, Ausdruck und Klangschönheit gespielt werden. Er setzte alles daran, seine musikalische Unerschöpflichkeit, seine Hingabe an die Kunst den Schülern zu vermitteln, und veranstaltete daher regelmäßig stattfindende Vorspielabende mit ausführlicher Kritik. Als Komponist veröffentlichte er erfindungsreiche und fein gearbeitete Klavierstücke (op. 1-49), die sehr beliebt waren und große Verbreitung fanden.

  • Werke

    Opern: Die Brüder v. San Marco (Ms.);
    Die erste Falte (Urauff. Prag 1867);
    - Lieder, Duette, Ballade f. Chor u. Orchester. -
    Hrsg.: Rubinsteins d-Moll-Konzert in revidierter Fassung, 1910.

  • Literatur

    M. Unschuld v. Melasfeld, Die Hand d. Pianisten, 21903;
    M. Brée, Die Grundlage d. Methode L., Neuaufl. 1924 (P) (engl. Übers. 21905);
    A. Potocka, T. L., 1903;
    M. Prentner, The L. Method, 71903;
    A. Hullah, T. L., 1906;
    A. Schnabel, T. L., in: Allg. Musikztg. 37, 1910, S. 599 f.;
    W. Niemann, Meister d. Klaviers, 21921;
    E. Newcomb, L. as I Knew him, 1921;
    G. Woodhouse, How L. Taught, in: Music and Letters 35, 1954, S. 220;
    C. Nemeth, Franz Schmidt, 1957 (P);
    H. C. Schonberg, The Great Pianists, 1963, dt. u. d. T. Die gr. Pianisten, 1967;
    R. R. Gerig, The L. Influence, in: Famous Pianists and their Technique, 1976, S. 271 ff.;
    MGG VIII (W, L);
    Riemann (W, L);
    The New Grove X (W, L, P).

  • Portraits

    Relief v. H. Taglang (Wien, Türkenschanzpark, L.-Bank).

  • Autor/in

    Christa Harten-Flamm
  • Empfohlene Zitierweise

    Harten-Flamm, Christa, "Leschetizky, Theodor" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 325-326 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd120890143.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA