Dates of Life
1830 – 1913
Place of birth
Konstanz
Place of death
Sasbach (Baden)
Occupation
badischer Politiker ; Begründer einer Heimschule ; Priester ; Prälat ; Politiker ; Abgeordneter ; Pfarrer
Religious Denomination
katholisch
Authority Data
GND: 118727397 | OGND | VIAF: 5726024
Alternate Names
  • Lender, Franz Xaver
  • Lender, Franz Xaver Leopold
  • Lender, Ignaz Xaver
  • more

Objekt/Werk(nachweise)

Relations

Outbound Links from this Person

Genealogical Section (NDB)

Inbound Links to this Person

The links to other persons were taken from the printed Index of NDB and ADB and additionally extracted by computational analysis and identification. The articles are linked in full-text version where possible. Otherwise the digital image is linked instead.

Places

Map Icons
Marker Geburtsort Place of birth
Marker Wirkungsort Place of activity
Marker Sterbeort Place of death
Marker Begräbnisort Place of interment

Localized places could be overlay each other depending on the zoo m level. In this case the shadow of the symbol is darker and the individual place symbols will fold up by clicking upon. A click on an individual place symbol opens a popup providing a link to search for other references to this place in the database.

Citation

Lender, Franz Xaver, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118727397.html [23.05.2024].

CC0

  • Genealogy

    V Jakob, Metzgermeister, aus Fam, in Pfullendorf im Linzgau;
    M Agatha Hahn;
    Ov Franz Xaver ( 1887), Regens d. Priesterseminars St. Peter im Schwarzwald.

  • Biographical Presentation

    L. besuchte das Gymnasium in Konstanz. Nachdem er sich 1848 aktiv an der Revolution in Baden (Hecker-Putsch) beteiligt hatte, ging er in die Schweiz, da er steckbrieflich gesucht wurde. Im Sommersemester 1848 schrieb er sich an der Univ. Zürich ein und besuchte Vorlesungen u. a. in der Medizinischen Fakultät. Im Wintersemester 1848/49 setzte er seine Studien in München fort, und zwar in Theologie und Philosophie. 1850 wechselte er nach Freiburg über, legte 1852 seine theologische Abschlußprüfung ab und trat in das Priesterseminar St. Peter ein. Nach der Priesterweihe 1853 wirkte er als Vikar in Gengenbach und seit 1854 in Offenburg. 1856 wurde er Pfarrverweser, 1862 Pfarrer in Schwarzbach b. Bühl. 1872 wurde ihm die Pfarrei Sasbach b. Achern übertragen, wo er 1873 eine Lehranstalt begründete, die junge Menschen auf das Abitur vorbereiten sollte; 1900 zählte sie bereits etwa 500 Schüler.

    L. war politisch sehr aktiv. Bereits 1869 wurde er in die Zweite Bad. Kammer gewählt und begründete die Fraktion der Kath. Volkspartei. Am 9.10.1869 hielt er im Parlament seine Jungfernrede, in der er Angriffe von Staatsminister Jolly abwehrte und den Antrag auf Einführung direkter Wahlen stellte. Später wandte er sich gegen das Zivilehegesetz, das Stiftungsgesetz und die Gesetzentwürfe zugunsten der Altkatholiken. 1872 wurde L. Mitglied des Reichstags, dem er bis zu seinem Tode angehörte, zuletzt als Alterspräsident. – Seit 1879 bemühte sich L. um den Abbau des Kulturkampfes und vertrat die sogenannte „Versöhnungspolitik“. Diese kirchenpolitische Schwenkung war mit veranlaßt durch Rücksichten auf seine Studienanstalt, aber auch durch Zusagen, die ihm die bad. Regierung gemacht hatte. Diese suchte ihn, der schon 1874 zu den Bischofskandidaten in Freiburg gezählt hatte (vgl. F. X. Kraus, Tagebücher, 1957, S. 504), nach seiner kirchenpolitischen Wende zweimal in Rom als Erzbischof von Freiburg durchzusetzen. Seine Konzession an die Regierung, die er 1885 in einer Rede in Ettlingen in die Worte faßte: „Ein freundliches Einvernehmen zwischen Kirche und Staat ist für beide Teile von höchstem Vorteil. Als Katholiken müssen wir Realpolitiker sein“, wurde von seinen Wählern nicht verstanden. 1887 wurde er nicht wieder in die Bad. Kammer gewählt.|

  • Awards

    Geistl. Rat (1884), Dr. theol. h. c. (Freiburg 1898), Päpstl. Hausprälat (1901).

  • Literature

    (J. Mayer), in: Freiburger Diözesanarchiv 44, 1916, S. 33-37;
    F. Dor, in: BJ 18;
    ders., F. X. L., Ein Lb., 1918 (P);
    Bll. d. Erinnerung, 1930;
    Zur Erinnerung an F. X. L., 1930;
    M. Stadelhofer, Der Abbau d. Kulturkampfgesetzgebung im Ghzgt. Baden 1878-1918, 1969;
    J. Becker, Liberaler Staat u. Kirche in d. Aera v. Reichsgründung u. Kulturkampf, 1373;
    Heimschule Lender 1875-1975, 1975 (P);
    W. Guldenfels, 100 J. Heimschule Lender, 1975 (P);
    LThK²;
    Kosch, Kath. Dtld.

  • Author

    Remigius Bäumer
  • Citation

    Bäumer, Remigius, "Lender, Franz Xaver" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 200-201 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118727397.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA