Lebensdaten
um 1450 – 1516
Beruf/Funktion
Handelsmann ; Händler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136543839 | OGND | VIAF: 80870055
Namensvarianten
  • Lasarin, Blasius
  • Lazarin, Blasius
  • Lasarin, Blasius

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Zitierweise

Lazarin, Blasius, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136543839.html [02.10.2022].

CC0

  • Genealogie

    V Lazarin von Villach (de „Wyllako“), 1459 Richter in Malborghet;
    M N. N.;
    1) Katharina Matheygenicza (1482 erw.), 2) 1497/1500 Apollonia Leininger ( 1521), Bürger-T aus Villach; kinderlos;
    N Alexius, wirkte in Laibach, Fiume, Tarvis u. Arnoldstein.

  • Biographie

    L. trat 1479 erstmals als Stadtrichter von Agram, neuerdings 1485/86 und im März 1488 als Prozeßgegner eines Goldschmiedes letztmals urkundlich auf. Er gehörte dem gehobenen Bürgertum an, lebte von Einkünften aus Grundbesitz (vorzüglich in Krain), Fernhandel, Geldgeschäften und Beteiligungen, betätigte sich gelegentlich aber auch als Detailhändler. Nach seiner zweiten Eheschließung übersiedelte er nach Villach. Hier belehnte ihn Kaiser Friedrich III. 1491 mit dem ererbten Lueger Zehent. 1500 trat L. als Gewerke des Silberbergbaues in Oberkärnten (Modereck) auf, wo er bis 1503 tätig blieb und wahrscheinlich den um 1500 entstandenen Veronika-Altar in Heiligenbluth stiftete. 1503-11 war er wieder in Villach, erwarb 1503 ein landesfürstliches Lehen zu St. Margareten, trat 1507 als „Landschaftseinnehmer im Karst und Isterreich“ auf, wobei er das Bürgerspital in Laibach mit einer jährlichen Kleiderschenkung dotierte und gemeinsame Geschäfte mit seinem einflußreichen Vetter Bartlmä Seenuß, Ratsgeschworener von Villach, durchführte. Eine Stiftung von 9 000 fl. rhein. Nürnberger Rente für das Villacher Heiligengeistspital (1508–10) und die Beteiligung an einem Darlehen für den Landeshauptmann von Steiermark, Reinprecht von Reichenburg, waren wohl seine bedeutendsten finanziellen Verfügungen. Die Rückzahlung des letzteren sollten erst seine Erben 1528 erleben. Am 1.3.1512 taucht L. in einem kaiserl. Geleitbrief als Bürger von Wien auf. Ursache seiner Übersiedlung könnten Streitigkeiten mit der Stadt Villach wegen seiner Stiftung gewesen sein. Bereits in den ersten Monaten in Wien erwarb er ein Haus in der Pippingerstraße und kurz darauf ein zweites, wesentlich größeres, auf der Brandstadt um 1 700 Pfund Pfennig. Im gleichen Jahre stiftete er dem St. Martinsspital in Wien eine Jahresrente von 300 fl. rhein. gegen Vorbehalt des Verbrauchs zu Lebzeiten, eigentlich eine Umwidmung der dem Heiligengeistspital in Villach übereigneten Rente. Am 10.4.1514 widmete er dem Barbara-Altar in der Katharinenkapelle des Wiener Minoritenklosters eine tägliche Messe mit 20 Pfund, ebenfalls aus der Villacher Stiftung. Hier hat er (vermutlich im März 1516) auch seine letzte Ruhestätte gefunden. Seine Witwe heiratete bereits am 29.5. wieder, und zwar den Anwalt ihres verstorbenen Gatten, Dr. Marx Beck, der nach ihrem Tode 1521 L.s großes Vermögen erbte.

  • Literatur

    R. Perger, in: Mus. d. Stadt Villach, 3. Jb., 1966, S. 65-93;
    J. Zontar, Villach u. d. Südosten, in: Festschr. 900 J. Villach, 1960, S. 459-522.

  • Autor/in

    Gustav Otruba
  • Zitierweise

    Otruba, Gustav, "Lazarin, Blasius" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 9 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136543839.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA