Lebensdaten
1786 bis 1864
Sterbeort
Zürich
Beruf/Funktion
Ingenieur ; Erfinder ; Maschinenbauer
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 119508745 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Bodmer, Johann Georg

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Zitierweise

Bodmer, Johann Georg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119508745.html [18.11.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Hans Heinrich (1747–1805), S des Hans Rud. (1717–1772), beide Tuchscherer, und der Anna Elisabeth, T des Tuchherrn Hans Heinrich Bodmer;
    M Anna Catharina (1746–1822), T des Goldschmieds und Zunftmeisters Hans Caspar Weiß und der Anna Magdalena Kilchsperger;
    B Hans Caspar (1776–1827), badischer Salinendirektor, Erbauer des 1. Dampfschiffes auf dem Bodensee;
    1809 Anna (1786–1822), T des Johann Georg Schulthess, Diakon an St. Peter, und der Anna Dorothea Tobler; 6 K, u. a. Anna Catharina (1811–83, Wilhelm Schultz, 1797–1860, Schriftsteller, aus Deutschland emigriert, Freund Gottfried Kellers), Dorothea (1813–77, Jakob Friedrich Reishauer, 1813–62, Werkzeugmaschinenfabrikant in Zürich).

  • Leben

    B. erfand schon mit 18 Jahren als Lehrling ein Schraubenradmodell und baute in eigener Werkstätte eine Doubliermaschine und eine Hinterladerkanone. 1809 von der badischen Regierung nach St. Blasien berufen (1816 Artilleriehauptmann), errichtete er eine Baumwollspinnerei, Maschinen- und Gewehrfabriken, letztere nach dem Prinzip des Austauschbaues. Seit 1822 in der Schweiz und 1824-48 (mit Unterbrechung 1828–32) in England, stellte er dort auf Grund seiner Patente Werkzeug- und Textilmaschinen (Bandvereinigungssystem) her, entwickelte die Wärmetechnik (Dampf- und Schiffsmaschinen, Lokomotiven) und schuf eine Ausbildungsstätte für Ingenieure. In Wien (1848–60) entstanden Entwürfe für Gebirgsbahnen, Meßapparate und Sicherheitsventile; nachher arbeitete B. in Zürich bis zu seinem Tode für die Werkzeugmaschinenfabrik seines Schwiegersohnes J. F. Reishauer. Er war einer der fruchtbarsten Schweizer Erfinder des 19. Jahrhunderts, der in seinen Ideen seiner Zeit weit voraus war.

  • Werke

    Tagebücher in dt. u. engl. Sprache, mit Skizzen;
    Originalmodelle u. -maschinen (South Kensington Mus. London u. Dt. Mus. München);
    129 Originalpläne (v. ca. 3000) aus d. J. 1824-57 (Archiv d. Reishauer Werkzeuge AG Zürich).

  • Literatur

    ADB III;
    C. Matschoß, Die Entwicklung d. Dampfmaschine, 1908;
    J. W. Roe, Engl. and American Tool Builders, New Haven 1916;
    D. Brownlie, J. G. B., in: The Newcomen Society, Transactions 6, 1925/26;
    H. u. P. Schoch, Ein Tageb. v. J. G. B. aus d. J. 1816/17, in: Vjschr. d. Naturforschenden Ges. in Zürich, Bd. 81, 1936;
    dieselben, J. G. B., in: F. Stucki, Gesch. d. Fam. B. v. Zürich, Zürich 1942 (P);
    P. Schoch, J. G. B., in: Schweizer;
    ders., J. G. B., in: Schweizer Forscher;
    J. C. Fischer, Tagebücher, Schaffhausen 1951. - Zu Wilh. Schultz: HBLS VI.

  • Autor/in

    Paul Schoch-Bodmer
  • Empfohlene Zitierweise

    Schoch-Bodmer, Paul, "Bodmer, Johann Georg" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 361-362 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119508745.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Bodmer: Johann Georg B., ausgezeichneter Mechaniker, geb. 6. December 1786 zu Zürich, 29. Mai 1864 ebenda. Er lernte von 1802 an als Mechaniker bei einem Meister Namens Mesmer zu Hauptweil im Canton Thurgau und machte schon hier (1803) die Erfindung jener Art verzahnter Räder, welche unter dem Namen Schraubenräder eine große Wichtigkeit erlangt haben; in einer mechanischen Werkstätte, die er hernach für eigene Rechnung zu Küßnacht im Canton Zürich anlegte, verfertigte er (1805 oder 1806) die erste gezogene von hinten zu ladende Kanone für Sprenggeschosse, welche von französischen und badischen Commissionen (1810, 1814) geprüft wurde, aber ohne Folge blieb, weil das Modell in einem Brande zu Grunde ging. Seit 1809 nach St. Blasier im Schwarzwald übergesiedelt, wo er für Baron Eichthal eine Baumwollspinnere|und mechanische Werkstätte einrichtete, wurde er 1816 als badischer Artilleriehauptmann angestellt und mit der technischen Leitung der großherzoglichen Eisenwerke beauftragt, woneben er, außer den eben genannten Anstalten, der Gewehrfabrik zu St. Blasien vorstand, für welch letztere er verschiedene eigenthümliche Werkzeugmaschinen herstellte. Im J. 1822 wendete er sich wieder nach der Schweiz, begab sich aber schon 1824 nach England (Bolton unweit Manchester), wo er eine Werkzeugfabrik und Maschinenbauanstalt errichtete und nebst anderen bedeutenden Werken (Wasserrädern, Dampfmaschinen etc.) höchst wesentliche eigene Erfindungen in Betreff der Maschinen für die Baumwollspinnerei zur Ausführung brachte, wie verbesserte Schlagmaschinen 1824, die sogenannte Muldenzuführung und die Canaleinrichtung bei Kratzmaschinen 1824, 1835, Kratzenputzmaschinen 1835—42, etc. Von 1828 an hielt er sich, stetig mit Entwerfen und Ausführen verschiedenartiger Maschinen beschäftigt, wechselnd in der Schweiz, im Elsaß und wieder in England auf. Letzteres verließ er 1848 um nach Wien zu gehen, wo er sich an österreichischen Eisenbahnbauten, namentlich an der Semmeringbahn, betheiligte; schließlich aber begab er sich (um 1860) nach seiner Vaterstadt zurück. (Ausführliche Biographie in dem Annual report of the London Institution of Civil Engineers 1868—69.)

  • Autor/in

    Karmarsch.
  • Empfohlene Zitierweise

    Karmarsch, Karl, "Bodmer, Johann Georg" in: Allgemeine Deutsche Biographie 3 (1876), S. 18-19 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119508745.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA