Lebensdaten
1877 bis 1946
Geburtsort
Riga
Sterbeort
Berlin-Schlachtensee
Beruf/Funktion
Altphilologe ; Religionshistoriker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118671693 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Deubner, Ludwig August
  • Deubner, Ludwig
  • Deubner, Ludwig August
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Zitierweise

Deubner, Ludwig, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118671693.html [09.12.2019].

CC0

  • Genealogie

    Die Fam. kam 1732 aus Bimbach (Unterfranken) nach Riga;
    V Alexander (1850–1910), Sekr. des Stadtwaisengerichts in Riga, S des Carl Aug., Buchhändler u. Ratsherr in Riga, u. der Joh. Elis. Götz aus Kaufm.-Fam.;
    M Charl. Elis. (1857–1923), T des Ludw. Wilh. Kerkovius (1831–1904), Stadthaupt v. Riga 1890-1901, u. der Anna Math. Kade;
    Ov Richard Ruetz (1850–1915), Eigentümer u. Leiter der „Rigaschen Rundschau“;
    1) 1902 Ottilie (1881–1925), T des Sir Walter Harlein Lindley (1853–1917), WasserbauIng., ChefIng. der Stadt Frankfurt/Main, beratender Ing. in London, u. der Fanny Getz, 2) 1927 Luise Büsching ( 1948);
    5 S, 1 T aus 1), u. a. Alexander (* 1905), Prof. der Physik an der Humboldt-Univ. Berlin.

  • Leben

    Schon als Schüler nach Deutschland gekommen, studierte D. in Marburg, Berlin und Gießen, um 1900 mit einer Arbeit über das antike Inkubationswesen und sein Fortleben im christlichen Heiligenkult zu promovieren. 1903 habilitierte er sich in Bonn, wurde 1906 außerordentlicher, 1912 ordentlicher Professor in Königsberg und nahm 1917 einen Ruf nach Freiburg (Breisgau), 1927 nach Berlin an. Unter dem Einfluß seines Lehrers A. Dieterich wandte er sich besonders religionsgeschichtlichen Arbeiten auf volkskundlicher Grundlage zu, die er mit einer glänzenden, durch Usener geförderten philologischen Schulung auf das Glücklichste verband. Neben seiner bis zum Ende des 1. Weltkrieges ausgeübten Tätigkeit als Mitherausgeber der „Religionsgeschichtlichen Versuche und Vorarbeiten“ und des „Archivs für Religionswissenschaft“ bemühte er sich vornehmlich um die Deutung antiker Riten und Kulte. Seine Forschungen über „Die attischen Feste“ (1932) waren richtungweisend und sind bis heute nicht ersetzt, ebensowenig wie viele seiner religionswissenschaftlichen und textkritisch-exegetischen Aufsätze und Abhandlungen. D. ging stets von den antiken Denkmälern aus und lehnte die sich allmählich durchsetzende formengeschichtliche Analyse ab, da ihm deren Aussagewert durch eine unvermeidliche Subjektivierung noch sehr in Zweifel gestellt schien. Seinen Studenten ein vorbildlicher Lehrer, im Kolleg ein fesselnder Redner und in den Akademien zu Heidelberg und Berlin als anregender, sachlicher und unermüdlicher Gelehrter geschätzt, hat er auf die Altertumswissenschaft großen Einfluß ausgeübt und eine Reihe von bedeutenden Schülern herangebildet.

  • Literatur

    K. Latte, L. D., in: Philologus 97, 1948, S. 403 f., M. P. Nilsson, in: Gnomon, 1949, S. 87 f., W. Schadewaldt, in: Jb. d. dt. Ak. d. Wiss. Berlin, 1946-49, 1950, S. 139-44 (W-Verz.).

  • Portraits

    Phot. in Bildnisslg. d. Dt. Ak. d. Wiss. Berlin u. in: Die Woche, 1937, 5, 2.

  • Autor/in

    Peter Robert Franke
  • Empfohlene Zitierweise

    Franke, Peter Robert, "Deubner, Ludwig" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 621 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118671693.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA