Lebensdaten
um 1520 bis 1564 oder 1566
Geburtsort
(Bamberg ?)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Kupferstecher ; Radierer ; Maler
Konfession
evangelisch?
Normdaten
GND: 118726757 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lautensack, Hans Sebald (nicht!)
  • Lautensack, Hanns
  • Lautensack, Hans Sebald (nicht!)
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Zitierweise

Lautensack, Hanns, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118726757.html [06.04.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Paul (1478–1558), Maler, Musiker, Mystiker, 1528 Bürger in Nürnberg (s. ThB), S d. Goldschmieds Valentin in B.;
    M Barbara, T d. Goldschmieds Valentin Graf in B.;
    B Heinrich (1522–68), Goldschmied in Nürnberg u. Frankfurt/M., Verfasser(in) „Des Circkels u. Richtscheyts … Unterweisung“ (1564) (s. ThB); - ledig (?);
    N Adolf (1561-n. 1595), Maler u. Radierer (s. ADB 18; ThB).

  • Leben

    Das Schwergewicht von L.s künstlerischem Schaffen liegt bei der Druckgraphik, dem Kupferstich und mehr noch der Radierung. Nur in seiner Spätzeit greift er einmal über diesen Bereich hinaus und betätigt sich als Medailleur in Stechstein. Seine Ausbildung hat er wahrscheinlich, ebenso wie sein Bruder Heinrich, bei einem Goldschmied erhalten. Gemälde können mit ihm nicht in Verbindung gebracht werden, obwohl er sich selbst „pictor“ nannte. In Nürnberg aufgewachsen, steht L. mit seinem Frühwerk, den Porträts wie den figürlichen Kompositionen, unter der damals weithin wirksamen Ausstrahlung der Graphik der Nürnberger „Kleinmeister“: der Brüder Barthel und Sebald Beham und des Georg Pencz. In einem seiner ersten Porträtaufträge, dem Bildnis des Leonhard v. Eck (1553), lehnte er sich an einen Kupferstich des Barthel Beham an. Aber schon hier zeigt sich, wie gewandt L. fremde Vorlagen in eine eigene neue Bildform umzusetzen verstand. Der von ihm in Nürnberg 1553/54 entwickelte Porträttypus verlagert bewußt den Akzent von der konzentrierten Sichtbarmachung der Persönlichkeit weg auf deren Umwelt. Landschaftselemente werden als wichtige Ausdrucksfaktoren in die Porträtdarstellung einbezogen. Die reine Landschaftsdarstellung war für L. schöpferische Auseinandersetzung mit der Natur. Dadurch wirkte er selbständig mit an einem der großen Aufgabenbereiche deutscher Kunst im 16. Jh. Die wesentlichen Anstöße waren von Albrecht Altdorfer und Wolf Huber ausgegangen. Neben die reinen Landschaftsdarstellungen in phantastischen Stimmungsbildern treten in L.s Radierungen auch topographisch getreue Ortsaufnahmen: Nürnberg (1552), Steyr a. d. Enns (1554), der Donaustrudel bei Grein.

    L.s Übersiedlung nach Wien 1554 bedeutet einen starken Einschnitt, sowohl im Bereich seiner Porträtkunst als auch der Landschaftsdarstellung. Gleich zu Beginn stehen nun Aufgaben, die den Themenbereich seines bisherigen Schaffens erweitern. Dazu gehören die Bildnisse von Erzhzg. Karl von Steiermark (1554): Erzhzg. Maximilian von Österreich (1555) und Kg. Ferdinand I. (1556). Bei diesen offiziellen Bildnissen brachte L. jenes komplizierte und üppige manieristische Dekorationsprinzip zur Anwendung, das von Fontainebleau aus nach Deutschland eingeströmt war. In der Landschaftsdarstellung entwickelte L., dem Antwerpener Stecher Cock als einem der modernsten Vertreter dieser Gattung folgend, weiträumige, großzügig angelegte Radierungen. L. schloß sich ihm darin an, daß er in seine Landschaften nun Szenen biblischen Geschehens einbezog, was eine Abwendung von der klassischen reinen Landschaft der „Donauschule“ – des Albrecht Altdorfer und des Wolf Huber – bedeutet.

  • Werke

    Das graph. Werk ist in d. Slgg. v. Berlin, München, Nürnberg u. Wien aufbewahrt, u. a. 26 Porträts, 35 Landschaftsradierungen, 2 Stadtansichten v. Nürnberg u. 19 Bll. mit vorwiegend hist. od. biblischen Themen, 7 Porträtmedaillen (in Stechstein geschnitten).

  • Literatur

    ADB 18;
    A. Bartsch, Le Peintre-Graveur IX, 1808, S. 207-39;
    Annegrit Schmitt, H. L., 1957;
    Hollstein's German Engravings, Etchings and Woodcuts 1400-1700, Bd. 21, 1978;
    ThB.

  • Autor/in

    Annegrit Schmitt
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmitt, Annegrit, "Lautensack, Hanns" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 729 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118726757.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA