Lebensdaten
1907 bis 1973
Geburtsort
Leipzig
Sterbeort
Leipzig
Beruf/Funktion
lutherischer Theologe
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 11872665X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lau, Franz

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Zitierweise

Lau, Franz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11872665X.html [19.04.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Leopold (1869–1916), Dr. iur., Landgerichtsrat in L., S d. Mühlenbes. Bernhard in Göhren u. d. Flora Hoffmann;
    M Emma Elisabeth (1882–1945), T d. Karl Petzold (1841–1923), Dr. phil. Pfarrer in Geithain, u. d. Ida Heinicker;
    Leipzig-Connewitz 1932 Gertrud Elsa (* 1909), T d. Amtsrichters Wilhelm Carl Sichting in Lützen u. d. Clara Elsa Wunder;
    3 S, 1 T.

  • Leben

    L. besuchte das Königin-Carola-Gymnasium in Leipzig, studierte hier seit 1925 Geschichte und setzte dies in Wien fort, wo er sich für die Theologie entschied, deren Studium er 1927 in Leipzig begann und 1930 abschloß. 1930-31 war er Mitglied des Predigerkollegs St. Pauli und gleichzeitig Nachmittagsprediger an der Universitätskirche, die er der Berneuchner Bewegung öffnete. Als Hilfsassistent von H. Stephan brachte er seine Dissertation zum Abschluß und wurde 1932 Lizentiat. Seit Okt. 1932 wirkte er als Hilfsgeistlicher an der Lutherkirche in Regis-Breitingen (Kr. Borna). Daß er sich dem Pfarrernotbund anschloß, machte die angestrebte Habilitation in der praktischen Theologie unmöglich und verzögerte seine Anstellung als Pfarrer. Diese brachte erst 1936 die sog. Befriedungszeit während des Kirchenkampfes. Seit 1.10.1936 war er Studiendirektor des Predigerseminars Lückendorf (Kr. Zittau), das jedoch im Jan. 1938 geschlossen wurde. Weil nach seiner Überzeugung eine Entscheidung der Bekennenden Kirche zu wenig Rücksicht auf Pfarrvikare nahm, trennte er sich 1938 von ihr. Erst seit Weihnachten 1939 war er an der Martin-Luther-Kirche in Dresden wieder als Pfarrer tätig. Nach dem verheerenden Luftangriff im Febr. 1945 hielt er die kirchlichen Mitarbeiter der zerstörten Stadt zusammen, wurde zum Superintendenten von Dresden gewählt und bald als Landessuperintendent berufen. In dieser Funktion leitete er zusammen mit E. Kotte den Wiederaufbau der sächs. Landeskirche nach der Befreiung vom Faschismus, bis H. Hahn 1947 das Bischofsamt übernahm. L. erhielt im selben Jahr den Lehrstuhl für Kirchengeschichte der Theol. Fakultät in Leipzig, wo er unter großem Zuspruch bis zu seiner krankheitsbedingten Emeritierung 1970 lehrte und forschte (1954-56 Dekan).

    L., der ohne sich zu schonen der Kirche dienen wollte, wurde international vor allem als Lutherforscher bekannt, nicht zuletzt aufgrund seiner Lutherbiographie. Bereits seine Dissertation hatte mit Luthers Zweiregimentenlehre eine noch heute Kirche und Forschung beschäftigende Problematik aufgegriffen. Daneben hat sich L. anderen Themen der Reformationsgeschichte, der Diasporakunde und der sächs. Kirchengeschichte zugewandt. Er entfaltete eine reiche Herausgebertätigkeit, wobei es ihm gelang, im „Lutherjahrbuch“ die „Lutherbibliographie“ zum Instrument der internationalen Forschung auszubauen. – Angeregt von L., wurde 1949 die Arbeitsgemeinschaft für Sächs. Kirchengeschichte begründet, deren Vorsitz er bis 1972 innehatte. 1951-71 war er der Vorsitzende der Vereinigten Arbeitsgemeinschaften für Kirchengeschichte der Ev. Kirchen in der DDR, die in den „Herbergen der Christenheit“ territorialkirchengeschichtliche Untersuchungen veröffentlichten. Als Präsident des Gustav-Adolf-Vereins|leitete er 1952-71 die weltweite Unterstützung ev. Gemeinden in der Diaspora, als Domdechant des Hochstifts Meißen 1957-72 die Erhaltung des Meißner Doms. Als Vorsitzender des Arbeitskreises für Freikirchen und Sekten in der Vereinigten Ev.-Luth. Kirche Deutschlands (VELKD) organisierte er das „Handbuch zu Freikirchen und Sekten“, das seit 1966 erschien.|

  • Auszeichnungen

    D. theol. (Rostock 1952); Mitgl. d. Komm. z. Hrsg. d. Werke Martin Luthers (1963); o. Mitgl. d. Sächs. Ak. d. Wiss. (1965).

  • Werke

    Weitere W u. a. „Äußerliche Ordnung“ u. „Weltlich Ding“ in Luthers Theologie, 1933 (Diss.);
    Das Matthäus-Evangelium, 1949, 1951, 1956;
    Luthers Lehre v. d. beiden Reichen, 1952, 1953;
    Luther, 1959, 1966 (engl. 1962, 1963, poln. 1966, Japan. 1966, portug. 1974);
    Ref.gesch. Dtld.s bis 1555, 1964, 1969 (mit E. Bizer) (engl. 1968);
    78 Art. in RGG2. -
    Hrsg.: Pfarramtspraxis, 1938-43;
    Homilet. Mhh., 1939-43;
    Die ev. Diaspora, 1953-66;
    Herbergen d. Christenheit, 1953-71;
    Lutherjb., 1957-71;
    Erbe u. Verpflichtung, 1967;
    Das Hochstift Meißen, 1973. - W-Verz.
    v. I. Brüschke, in: Theol. Lit.ztg. 92, 1967, S. 141-54, 97, 1972, S. 153-55;
    v. G. Wartenberg, in: Sächs. Ak. d. Wiss. zu Leipzig. Jb. 1973–74, 1976, S. 400-19.

  • Literatur

    P. W. Gennrich, Die neue Schau d. Diaspora, in: Ev. Diaspora 38, 1967, S. 1-36;
    ders., ebd. 44, 1974, S. 100-04 (P);
    H. Moritz, F. L. z. 65. Geb.-tag am 18.2.1972, in: Theol. Lit.ztg. 97, 1972, S. 151-53;
    K. Aland, in: Sächs. Ak. d. Wiss. zu Leipzig. Jb. 1973–74, 1976, S. 393-400 (P);
    Martin Schmidt, in: Luther 45, 1974, S. 87-91;
    Lutherjb. 42, 1975, S. 7-10 (P);
    H. Hofmann, in: Catholica 29, 1975, S. 43-55;
    H. Junghans, in: Herbergen d. Christenheit 10, 1975/76, S. 227-29.

  • Autor/in

    Helmar Junghans
  • Empfohlene Zitierweise

    Junghans, Helmar, "Lau, Franz" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 686 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11872665X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA