Lebensdaten
1635 bis 1697
Geburtsort
Lähn (Lehna, Schlesien)
Sterbeort
Leipzig
Beruf/Funktion
lutherischer Theologe
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 118644289 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Albert, Valentin
  • Alberti, Valentin
  • Albert, Valentin
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Zitierweise

Alberti, Valentin, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118644289.html [22.07.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus alter Pastorenfamilie;
    V Valentin Alberti, Pastor;
    M Anna, T des Pastors Primarius David Wiesener in Lauban;
    1665 Maria, T des Stadtrichters Johann Preibisius in Leipzig;
    2 S;
    5 T, u. a. Christiana Sophia, Gottfried Olearius, Professor der Theologie in Leipzig.

  • Leben

    A. studierte seit 1653 in Leipzig; 1663 wurde er Professor der Logik und Metaphysik, 1672 außerordentlicher Professor und 1678 Doktor der Theologie. - A. gehörte zu den kompromißlosen Vertretern der orthodox-lutherischen Theologie, die im 17. Jahrhundert die Universität Leipzig beherrschte. Er ist vor allem als Polemiker gegen die römischen Kirche, gegen den Pietismus (Philipp Jakob Spener) und, das biblisch fundierte Naturrecht der orthodox-lutherischen Theologie verteidigend, gegen die abstrakte Naturrechtslehre von Männern wie Hugo Grotius, Samuel Pufendorf oder Christian Thomasius tätig geworden. A. hat, obwohl die Zeit der Orthodoxie zu Ende ging, noch beträchtlichen Einfluß auf eine ganze Theologengeneration genommen.

  • Werke

    u. a. Compendium juris naturae orthodoxae theologiae conformatum, Leipzig 1678; Gründl. Widerlegung eines päpstl. Buches, ebenda 1684; Ausführl. Antwort auf Spener's sog. gründl. Vertheidigung seiner u. d. Pietisten Unschuld, ebenda 1696; s. a. H. Pipping, Memoriae theologorum, ebenda 1705, S. 669 ff.; Jöcher-Adelung I, 1784, Sp. 441 ff. (unter d. angebl. Schrr. A.s auch solche seiner Schüler!); Gesamtkat. d. Preuß. Bibliotheken II, 1932, S. 736-40.

  • Literatur

    ADB I;
    J. Ch. Kundmann, Berühmte Schlesier, Breslau 1738;
    R. C. Jenkins, The life of V. A., London 1889;
    PRE;
    RGG.

  • Portraits

    Gem. (Univ.-Bibl. Leipzig), Abb. bei Jenkins; Kupf. in: J. Ch. Kundmann, Silesia in nummis, Breslau 1738, Neudr. 1911.

  • Autor/in

    Franz Lau
  • Empfohlene Zitierweise

    Lau, Franz, "Alberti, Valentin" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 142 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118644289.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Alberti: Valentin A., lutherischer Theolog, geb. 15. Dec. 1635 zu Lehna im Fürstenthum Jauer in Schlesien, 19. Sept 1697 zu Leipzig. A. studirte in Leipzig, wurde 1656 Magister und Collegiat des Frauencollegiums, 1661 Assessor der philosophischen Facultät, 1663 Professor der Logik und Metaphysik, 1668 Licentiat, 1672 außerordentlicher Professor, 1678 Doctor der Theologie, Assessor des geistlichen Consistoriums und der theologischen Facultät daselbst. Eine ansehnliche Reihe meist theologischer, auf dem Gebiete der Polemik und Symbolik sich bewegender Schriften Alberti's führt Adelung auf, freilich hat er zu denselben auch eine Anzahl von Dissertationen gerechnet, die von verschiedenen Doctoranden unter dem Decanat Alberti's vertheidigt wurden, aber nicht von A. selbst herrühren. Der theologische Standpunkt Alberti's ist der bewußt orthodox-lutherische, und wird von ihm sowol der römischen Kirche als dem Pietismus gegenüber geltend gemacht, mit denen beiden er in Streit gerieth. Gegen die Angriffe der römischen Kirche, die ein Ungenannter im Auftrage des Bischofs von Neustadt bei Wien, Leopold von Kollonitsch verfaßt hatte und die hauptsächlich auch der Orthodoxie der Leipziger theologischen Facultät galten, antwortete A. als Beauftragter des Kurfürsten Johann Georg III. von Sachsen in der "Gründlichen Widerlegung eines päpstlichen Buches etc.", Leipzig 1684, und suchte namentlich den Vorwurf der Veränderung des Textes der Augsburgischen Confession, sowie einer Lehrdifferenz zwischen diesem "Augapfel" der lutherischen Kirche und der Concordienformel und damit in Verbindung einer Abweichung der lutherischen Theologen von den Bekenntnißschriften ihrer Kirche überhaupt zu entkräften. Er verfährt in dieser Verteidigung etwas breit und mechanisch, jedoch nicht ungeschickt und zeigt sich dabei als gründlicher Kenner der Symbole. Gegen die Pietisten und deren Haupt Spener polemisirt A. in der "Ausführlichen Gegenantwort auf Spener's sogenannte gründliche Vertheidigung seiner und der Pietisten Unschuld" 1696, und hält sich namentlich an die Achillesferse des Pietismus, die Aufstellung einer sittlichen Vollkommenheit durch die pietistischen Heiligungsgrade, die nur zu Hochmuth und Selbsttäuschung führten, ebenso greift er das Conventikelwesen und überhaupt den religiösen Subjectivismus im Pietismus und den ihm verwandten Richtungen freilich nicht ohne beschränkte Ausschließlichkeit an. Neben Carpzow und Pfeifer war auch vor Allen er es, der die Entfernung des Thomasius von Leipzig durchsetzte. Unter den mehr philosophischen Schriften des Verfassers ist namentlich das "Compendium juris naturae orthodoxae theologiae conformatum", Leipzig 1678, zu nennen, das eine Construction des Naturrechtes, als der Ordnung des sündlosen Urzustandes des Menschen versucht. Außerdem existiren auch einige Proben von Alberti's dichterischem Talent (unter der Chiffre D. K. A.) bei Hoffmannswaldau u. A. Ein umfangreiches Gedicht das A. bei seinem Abgang von der Schule zu Lauban im J. 1653 zum Preise dieser Stadt verfaßt hatte, zeigt eine schon früh ausgebildete Begabung für lateinische Versification.

    • Literatur

      Memorie und Schriftenverzeichniß bei H. Pipping, Mem. theol. p. 669.

  • Autor/in

    Brockhaus.
  • Empfohlene Zitierweise

    Brockhaus, "Alberti, Valentin" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 215-216 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118644289.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA