Lebensdaten
1887 bis 1970
Geburtsort
Basel
Sterbeort
Basel
Beruf/Funktion
Schriftsteller ; Lyriker
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 118726323 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lang, Siegfried

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie
Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Aus dem Register von NDB/ADB

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Lang, Siegfried, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118726323.html [23.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Siegfried (1859–1913), Kaufm., S d. Bauern Paul u. d. Maria Lieb;
    M Barbara (1881–87), T d. Weinhändlers Emil Ludwig in B. u. d. Anna Barbara Weitnauer;
    Stief-M Lina Hirzel (s. Gen. 2);
    Halb-B Walter (s. 2).

  • Leben

    L. beendete weder das humanistische Gymnasium noch die Lehrjahre in einer Speditionsfirma und bei einem Dekorationsmaler. Schließlich legte er doch die eidgenössische Reifeprüfung in Bern ab, studierte dort Literatur- und Kunstgeschichte unter Oskar Walzel, später unter Harry Maync, und wurde mit der Arbeit „L. A. Bauers komischer Roman ‚Die Ueberschwänglichen'“ 1912 promoviert. Die folgenden Jahre lebte er in Paris in Nachfolge v. Hellingraths als „assistant d'allemand“ an der „Ecole Normale Supérieure“. Als 1914 der Krieg ausbrach, kehrte er nach Basel zurück. Während der Kriegsjahre war er journalistisch tätig. In den 20er Jahren wirkte er als Hauslehrer im Oberengadin. Sein steter Wunsch, ausschließlich für die Dichtung leben zu können, ging nie in Erfüllung. Zeitlebens hatte er Geldsorgen. Er bestritt seinen Unterhalt mit literarischen Arbeiten für Zeitungen und Zeitschriften und mit Übersetzungen engl. und franz. Romane. 1941 trat er eine Halbtagsstelle an der Universitätsbibliothek Basel an.

    L. verabscheute den Materialismus seines Zeitalters und fühlte sich um so mehr von der metaphysischen Überlieferung des Orients angesprochen, auf die er durch René Guénon aufmerksam gemacht worden war. In seinem Wesen scheu und vornehm, ging er unbeirrbar seinen Weg. L. hatte sich seit seiner Jugend der Poesie gewidmet. Er pflegte alle Gattungen der Lyrik, vom schlichten Lied über das Sonett bis zu Elegie, Hymnus und Ode. Natur und Kunst sind die vorherrschenden Themen. In den Landschaftsgedichten zeigt L. eine tiefe Ehrfurcht vor der Natur. Einzelne Gebilde sind nicht frei von erzwungenen Sprachgebärden, von preziösen Wortschöpfungen und hart gefügten Wortballungen, von gesuchten Reimen und prunkvollen, aber brüchigen Bildern. Manche Verse bleiben verschlossen, weil die Gewalt der Bilder und des Klangs die Klarheit der Syntax trübt. Stefan George gilt L. als Leitstern seiner Dichtkunst. Mit dem „Meister“ verbindet ihn der ästhetische Wille zur formalen Sorgfalt, zur zuchtvollen Pflege der reinen Form, zum Schönen schlechthin. L. rückte die Dichtung stets in eine erhabene, sakrale Sphäre. – Die Kritik hat bis heute eine fundierte Auseinandersetzung mit L. gemieden, weil sie in ihm einen bloßen George-Epigonen sehen wollte. Namhafte Literaturwissenschaftler und -kritiker wie Curtius, Howald, Staiger, Korrodi, Muschg und Rychner haben L.s Lyrik allerdings öffentlich gewürdigt. Dennoch ist sie fast völlig in Vergessenheit geraten. – Der eigenartige, ganz unschweizer. Dichter gehört im Zusammenhang der Landesliteratur in den Umkreis von C. F. Meyer, Heinrich Leuthold und Werner Zemp.|

  • Auszeichnungen

    Gr. Kunstpreis d. Stadt Basel (1951).

  • Werke

    Gedichte 1904–06, 1908;
    Neue Gedichte, 1912;
    Verse 1913–14, 1914 (Privatdr.);
    Gärten u. Mauern, 1922;
    Die fliehende Stadt, 1926;
    Versenkungen, 1932;
    Elegie, 1936;
    Der Engel spricht, 1938;
    Vom anderen Ufer, Ges. Gedichte in Auswahl, 1909–42, 1944;
    Gedichte u. Übertragungen, 1950. |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Univ.-Bibl. Basel.

  • Literatur

    E. Korrodi, Zur Lyrik S. L.s, in: Neue Zürcher Ztg. v. 11.5.1922;
    ders., Gedichte S. L.s: Die fliehende Stadt, ebd., 21.11.1926;
    ders., „Versenkungen“, Gedichte v. S. L., ebd., 14.10.1932;
    M. Rychner, S. L.: „Vom andern Ufer“, in: Tat, 2.12.1945;
    ders., ebd., 31.3.1947;
    ders., ebd., 23.3.1957;
    E. Staiger, S. L., Zum 60. Geb.tag, in: Neue Schweizer Rdsch. NF 14, 1946/47, S. 745-49;
    W. Kern, S. L., Träger d. 2. Basler Kunstpreises, in: Basler Nachrr., Sonntagsbl. Nr. 7 v. 17./18.2.1951;
    D. Fringeli, Dichtung als schönes Dasein, Zur Lyrik v. S. L., in: Dichter im Abseits, Schweizer Autoren v. Glauser bis Hohl, 1974, S. 121-30;
    S. Temperli, S. L., Diss. Zürich 1982.

  • Portraits

    Totenmaske;
    Büste v. A. Suter;
    Gem. v. A. H. Pellegrini;
    Phot. (alles im Nachlaß).

  • Autor/in

    Silvio Temperli
  • Empfohlene Zitierweise

    Temperli, Silvio, "Lang, Siegfried" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 525 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118726323.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA