Lebensdaten
1878 bis 1946
Geburtsort
Stargard (Pommern)
Sterbeort
Nürnberg (Lazarett)
Beruf/Funktion
Kriegsminister ; Generalfeldmarschall
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11865909X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Blomberg, Werner Eduard Fritz Freiherr von
  • Blomberg, Werner Freiherr von
  • Blomberg, Werner Eduard Fritz Freiherr von

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Zitierweise

Blomberg, Werner Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11865909X.html [16.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Emil, Oberstleutnant, S des Majors Louis und der Amalie von der Borne;
    M Emma, T des Rittergutsbesitzers Ludwig von Tschepe und der Augusta von Oertzen;
    Ov Hermann (1836–1924), preußischer General der Infanterie;
    1) Hannover 1904 Charlotte (1880–1932), T des Majors Hellmich, 2) 12.1.1938 Erna Gruhn;
    2 S, 3 T aus 1), u.a. Henning ( 1932 Ruth, T des Chefs der Heeresleitung Kurt Freiherr von Hammerstein-Equord, 1878–1943), Offizier.

  • Leben

    B. war im 1. Weltkrieg Erster Generalstabsoffizier (Ia) einer Division, später der Heeresgruppe Deutscher Kronprinz (Pour le mérite). 1919/20 war er im Reichswehrministerium tätig, 1921 Chef des Stabes im Wehrkreis V (Stuttgart), 1925 Chef der Heeresausbildungsabteilung, 1927 Chef des Truppenamtes und seit 1929 Befehlshaber im Wehrkreis I (Königsberg); zeitweilig auch Leiter der deutschen Militärdelegation bei der Abrüstungskonferenz in Genf. Am 30.1.1933 wurde er Reichswehrminister, 1935 Reichskriegsminister unter gleichzeitiger Ernennung zum „Oberbefehlshaber der Wehrmacht“; 1936 beförderte Hitler ihn zum Generalfeldmarschall. Seiner Intelligenz und seinen organisatorischen Fähigkeiten fehlte die Grundlage eines festen Charakters. Seine Mitwisserschaft bei der Vorbereitung des 30.6.1934 kann als feststehend angenommen werden. Als Anhänger Hitlers veranlaßte er unmittelbar nach dem Tode Hindenburgs (2.8.1934) im Verordnungswege die Neuvereidigung auf Hitler persönlich und brachte damit die Soldaten durch ihren Eid zu „unbedingtem Gehorsam“ in ein persönliches Abhängigkeitsverhältnis zu ihm. Welche Komplikationen sich für den einzelnen im Laufe der weiteren Entwicklung aus diesem „Staatsstreich“ ergaben, ist bekannt. Auch daß gelegentliche, gemeinsam mit Fritsch vorgebrachte ernste Warnungen vor einer Überschätzung der militärischen Möglichkeiten Deutschlands vergeblich blieben (vgl. „Hoßbach-Niederschrift“), änderte nichts an B.s Ergebenheit gegenüber Hitler. Sein Sturz wurde herbeigeführt durch seine Heirat mit einer in ihrem Vorleben als kompromittiert angesehenen Frau; Hitler und Göring waren als Trauzeugen bei der Vermählung zugegen. Bei seinem letzten Besuch in der Reichskanzlei (27.1.1938) gab B. Hitler den verhängnisvollen Rat, den Oberbefehl über die Wehrmacht selbst zu übernehmen.

    B.s persönliche Interessen galten spekulativen Gedankengängen (Steiner), nicht der Politik.

  • Literatur

    B. Schwertfeger, Hindenburgs Tod u. d. Eid auf d. „Führer“, in: Die Wandlung, Jg. 3, 1948, S. 563-77;
    Internat. Militärgerichtshof Nürnberg, Der Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher, 1948/49 (Bd. 25, S. 402 ff. Dokument 386 - PS „Hoßbach-Niederschrift“);
    F. Hoßbach, Zw. Wehrmacht u. Hitler, 1949;
    J. A. Gf. Kielmannsegg, Der Fritsch-Prozeß, 1949;
    H. Foertsch, Schuld u. Verhängnis, 1951;
    J. W. Wheeler-Bennett, The Nemesis of Power, The German Army in Politics 1918-1945, 1954. - Zu Ov Herm.: Priesdorff X, S. 395-98 (P).

  • Portraits

    in: H. Foertsch, Im gleichen Schritt u. Tritt, 1933.

  • Autor/in

    Helmuth Rönnefarth
  • Empfohlene Zitierweise

    Rönnefarth, Helmuth, "Blomberg, Werner Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 313 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11865909X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA