Lebensdaten
1812 bis 1866
Geburtsort
Hanau
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Historienmaler
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 137312539 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • L’Allemand, Fritz
  • L’Allemand, Friedrich Wilhelm
  • L’Allemand, Fritz

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Zitierweise

L’Allemand, Friedrich Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137312539.html [16.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Siegmund Wilhelm Christoph (1774–1856), Graveur u. Emailleur, seit 1826 in W., S d. Graveurs Konrad Marcus Christian u. d. Heinrika Philippine Schuhmacher;
    M Klara Anna Maria (1786–1855), T d. Marcus Gesser, Gastwirt in Kleinsteinheim b. Hanau, u. d. Anna Maria Becker;
    B Konrad (1809–80), Medailleur in Frankfurt/M. u. Hannover, Thaddäus (1810–72), Graveur in W.;
    - Wien 1849 Maria Anna (1827–1901), T d. Joh. Adam Brunner in Schönau b. Elbogen u. d. Theresia Wies;
    2 S (jung †);
    N Marcus Conrad (1849–1913), Schauspieler (s. ÖBL), Siegmund (1840–1910), Schlachten- u. Historienmaler, seit 1883 Lehrer an d. Ak., schuf bedeutende Schlachtenbilder u. zahlr. Repräsentationsbildnisse d. Kaiserhauses u. d. Adels (s. ThB [unter Allemand]; ÖBL).

  • Leben

    L. übersiedelte 1826 mit seinen Eltern nach Wien. Er besuchte dort seit 1827 die Akademie der bildenden Künste – bis 1829 als Schüler des Bildhauers J. Klieber –, arbeitete aber dann als Graveur bei seinem Vater bis 1838. Nebenher war er Privatschüler des Malers F. Schilcher. Seit 1839 war L. erneut als Schüler an der Akademie, diesmal bei dem Historienmaler J. Führich, und wurde von Joh. P. Krafft gefördert.

    Beginnend mit Porträt- und Genremalerei 1837, wandte sich L. bereits seit 1845 zunehmend militärischen, seit 1848 überwiegend historisierenden Darstellungen in Zeichnunnen und Gemälden zu. Die Revolution von 1848/49 verstärkte diese Neigung; Motive für seine Arbeiten fand er reichlich in den Ereignissen der Feldzüge von 1809, 1849, 1864 und 1866. Vorzeichnungen zu Illustrationen historischer Schriften und für militärische Kostümwerke entstanden gleichzeitig mit seinen Historienbildern, so zu E. Dullers „Erzhzg. Karl“ 1844/45, die Vorlagen für die 40 Lithographien (von Mändel) des Prachtwerks „Die k. k. österr. Armee im Laufe zweier Jahrhunderte“ (1845 f.) sowie die Staffagen zum Ungar. Feldzug 1849 (12 Bll.). – Seit 1848 war L. Mitglied der Akademie der bildenden Künste in Wien als Akademischer Rat. Seit 1858 ist eine Zusammenarbeit mit seinem Neffen Siegmund nachweisbar, der auch die unvollendet gebliebenen Werke zu Ende malte. – L.s Bedeutung für die Historienmalerei besteht außer in den sachlich richtigen Darstellungen von Uniformen und Kriegsgerät in den in Bewegung und natürlich wirkender Komposition vorbildlichen historisierenden Gemälden des militärischen Genres.

  • Werke

    Gem. Doppelbildnisse: Friedrich u. Mechthild v. Leber, 1837, Johann u. Rosina Franck, 1845, Ferdinand u. Theresia v. Leber, 1846, Peter u. Josefa v. Leber, 1848 (alle Wien, Hist. Mus.);
    Episode aus d. Schlacht b. Znaim 1809, 1845 (Wien, Österr. Gal.);
    Szene in d. Schlacht b. Komorn, 1851 (Bes. Schwarzenberg);
    Letzte Parade in Mailand, vor 1848 (Wien, Heeresgeschichtl. Mus.);
    Heldentod d. Gen. Henzi 1849, 1851 (Wien, Hofburg);
    Festtafel d. Maria-Theresien-Ritter in Schloß Schönbrunn, 1862 (ebd.);
    Festmahl d. Repräsentanten d. kaiserl. Armee im Garten v. Schloß Schönbrunn, 1865 (ebd.);
    Episode aus d. Treffen b. Komorn 1849, 1853 (Leningrad);
    Die mitleidige Marketenderin, 1857 (Prag). -
    Aquarelle u. Graphiken: Erzhzg. Franz Josef zu Pferd in d. Schlacht b. S. Lucia, Aquarell 1848 (Wien, Heeresgeschichtl. Mus.);
    Treffen d. Monarchen (Franz Josef u. Zar Nikolaus I.) b. Olmütz, Aquarell, 1853 (ebd.);
    Stud. aus d. dt.-dän. Krieg, Aquarelle (ebd.);
    Erstürmung d. Burgtores in Wien, Aquarell, 1848 (Hist. Mus. d. Stadt Wien);
    Kostüm-Künstlerball, Aquarell, 1857 (ebd.);
    Gefechtsszene, Aquarell, 1864 (Wien, Bibl. d. Ak. d. bildenden Künste).

  • Literatur

    ADB 17;
    Zs. f. bildende Kunst 1, 1866, Beibl. 142 (Nekr.);
    F. v. Boetticher, Malerwerke d. 19. Jh. I, 1895, S. 798 f.;
    Th. v. Frimmel, Stud. u. Skizzen z. Gem.kde. I, Lfg. 8, 1914, S. 204 f., Abb. Tafel 62;
    Rud. Schmidt, Das Wiener Künstlerhaus 1851-1951, 1951, S. 32, 44;
    H. Kaut, in: Mariahilfer Mus.bll. 1, H. 3, 1966, S. 43;
    W. Wagner, Gesch. d. Ak. d. bildenden Künste, 1967, S. 194, 196 f., 420, 426 (unter Allemand);
    H. Schöny, Wiener Künstler-Ahnen II, 1975, S. 8, 147 ff.;
    H. Fuchs, Die österr. Maler d. 19. Jh. I, 1972;
    ÖBL;
    Wurzbach 14;
    ThB (unter Allemand).

  • Portraits

    Selbstbildnis, Ölgem., um 1860 (Hist. Mus. d. Stadt Wien).

  • Autor/in

    Heinz Schöny
  • Empfohlene Zitierweise

    Schöny, Heinz, "L’Allemand, Friedrich Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 424 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137312539.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    L'Allemand: Fritz L., Maler, geb. in Hanau 1812, am 20. September 1866. Erhielt an der Akademie der bildenden Künste in Wien seine Ausbildung und verrieth zuerst die Neigung sich der Genremalerei zu widmen. Nachdem der Künstler seine Studien im Auslande fortgesetzt, erregte er im J. 1840 zuerst durch das Bild „Carlistische Guerilla's sich gegen die Christinos vertheidigend“ die Aufmerksamkeit durch seine Begabung und seine Kenntnisse in der Darstellung militärischer Scenen. L. verfolgte hierauf diese Richtung mit außerordentlichem Fleiße und ließ es nicht an den eingehendsten Studien für Schlachtenbilder fehlen, wozu derselbe durch zahlreiche Auftrüge des Hofes und des Adels ermuntert wurde. Die seit dem Jahre 1848 von Oesterreich geführten Kriege|gaben ihm Stoff zur Verherrlichung hervorragender Waffenthaten der Armee und ihrer Führer. Seine Episoden aus der Belagerung von Komorn und aus dem ersten und zweiten italienischen Feldzuge fanden lebhafte Anerkennung. Von historischem Interesse durch die Menge von Porträts sind seine „Festtafel für die Maria-Theresia-Ordensritter im Schönbrunner Schlosse“ und „Das Festmahl der Repräsentanten der kaiserlichen Armee im Schönbrunner Garten“ (1860 bis 1861). Bei Beginn des Feldzuges in Schleswig-Holstein im J. 1864 begab sich L. auf den Kriegsschauplatz, um an Ort und Stelle Studien zu Gemälden zu machen. Der Kaiser beauftragte ihn hierauf mit der Ausführung der drei Bilder „Gefecht von Oberselk, Oeversee und Veile“, die zu den besten Leistungen des Künstlers zählen. Von demselben stammen auch die Compositionen zu Duller's „Erzherzog Karl von Osterreich“ und die Zeichnungen zu dem Werke „Die österreichische Armee im Laufe zweier Jahrhunderte“. Schon vor der Reorganisation der Akademie der bildenden Künste im J. 1865 wurde L. zum Professor ernannt, welche Stelle er bis zu seinem Tode bekleidet hatte.

    • Literatur

      Vgl. Wurzbach, Biogr. Lexikon, 14. Bd., S. 13.

  • Autor/in

    K. W.
  • Empfohlene Zitierweise

    W., K., "L’Allemand, Friedrich Wilhelm" in: Allgemeine Deutsche Biographie 17 (1883), S. 530-531 unter L’Allemand, Fritz [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137312539.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA