Lebensdaten
1860 bis 1905
Geburtsort
Bremen
Sterbeort
Dresden
Beruf/Funktion
Naturarzt
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117573760 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lahmann, Heinrich

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Zitierweise

Lahmann, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117573760.html [20.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus Bremer, urspr. fries. Seemanns- u. Handwerkerfam.;
    V Albert (1826–97), Reepschläger (Hersteller v. Schiffstauen), Mitgl. d. Brem. Bürgerschaft, S d. Reepschlägers Friedrich u. d. Kath. Betty Wendt;
    M Margarethe Elisabeth (1833–1919), T d. Obersteuermanns Hans Hinrich Erichs, aus Helgoländer Seefahrerfam., u. d. Adelheid Greve aus B., B Joh. Friedrich (1858–1937), Kunstsammler u. -forscher, Teile s. Slg. altdt. Graphik gelangte ins Städelsche Kunstinst. Frankfurt/M., d. größten Teil d. Slg. v. Werken d. 19. Jh. vermachte er d. Städten Bremen (Kunsthalle) u. Dresden (s. Brem. Biogr., 1969);
    - 1888 Pauline (1867–1910), T d. Schäfereibes. Chrstn. Frdr. Haase in Radekow u. d. Ernestine Österreich;
    4 S, 2 T, u. a. Heinrich (1890–1952), Dr. med., Vorstand d. Sanatoriums Weißer Hirsch (s. Rhdb., P).

  • Leben

    L. studierte 2 Jahre lang Technik in Hannover, danach Medizin in Greifswald, München, Leipzig und Heidelberg. Er beendete das Studium mit Approbation und Promotion in Heidelberg. Nach kurzer ärztlicher Praxis in Stuttgart und Leitung des Sanatoriums „Zimmermannsche Stiftung“ in Chemnitz ging er 1887 nach Dresden und übernahm in einem Vorort ein kleines Kurhaus, das er in einigen Jahren zu dem weltbekannten „Dr. Lahmanns Sanatorium Weißer Hirsch“ ausbaute und wo er jährlich einige tausend Patienten mit ungewöhnlichen Erfolgen behandelte. L. war ein wissenschaftlich denkender und forschender Naturarzt und gab der Naturheilkunde, die seit Prießnitz und Kneipp vorwiegend Wasserheilkunde gewesen war, eine ganzheitliche Richtung. Er forderte richtige Lebensbedingungen als Voraussetzung von Gesundwerden und Gesundbleiben. Die naturheilkundlichen Maßnahmen – Bäder, kalte und warme Wickel, Massagen, Heilgymnastik, Luft- und Sonnenbäder – ordnete er zu einer umfassenden Therapie. Eine besondere Rolle spielte dabei die Ernährung. Salat, Früchte und Nüsse sollten Hauptnahrung sein, dazu Roggenvollkornbrot, jedoch wenig oder gar kein Fleisch. Zu der Ernährungslehre gehören L.s Vorstellungen von der „diätetischen Blutentmischung als Ursache der Krankheiten“ (Dysämie). Er suchte das zu untermauern mit physiologisch-chemischen Untersuchungen, die er in einem seinem Hause angegliederten Laboratorium durchführen ließ. In diesem Zusammenhang maß er den Mineralstoffen der Nahrung große Bedeutung zu und forderte, das Gemüsekochwasser nicht wegzugießen. L. setzte sich für eine Reform der damals extrem gesundheitsschädlichen Kleidung bei Männern und Frauen ein und entwickelte die rein baumwollene großmaschige „Dr. Lahmann-Unterkleidung“. Auch die Reform der Betten – feste Matratzen und leichtes Deckbett statt dicker Federbetten – gehörte zu seinen Anliegen. – Maximilian Bircher-Benner lernte bei L., bevor er in Zürich seine Tätigkeit als Lehrer einer modernen naturheilkundlichen Diätetik entfaltete.

  • Werke

    u. a. Natürl. Heilweise, 1890;
    Koch u. Kochianer, 1890;
    Die diätet. Blutentmischung als|Grundursache d. Krankheiten, 1891, 201917 (zahlr. Überss.);
    Sind gynäkolog. Operationen vermeidbar? 1893;
    Die wichtigsten Kap. d. natürl. (physikal.-diätet.) Heilweise, 1894, 61923;
    Das Luftbad als Heil- u. Abhärtungsmittel, 1898, 31904;
    Die Reform d. Kleidung, 31898, 41903;
    Der krankmachende Einfluß atmosphär. Luftdruckschwankungen, 1899, 31903;
    Die naturgemäße Gesundheitspflege u. die Naturheilkde., 1900;
    Die Kohlensäurestauung in unserem Körper, d. wichtigste allg. Krankheitsursache, 1905.

  • Literatur

    C. v. Noorden u. H. Salomon, Hdb. d. Ernährungslehre I, 1920;
    A. Brauchle, in: Naturheilkde. in Lb., 1937, S. 293-312 (P);
    R. Finke, in: Der Naturarzt 82, 1960, S. 83;
    E. Meyer, in: Waerland-Mhh. 10, 1960, S. 219 ff.;
    A. Störmer, in: Med. Klinik 55, 1960, S. 847 ff.;
    L. Grote, in: Hippokrates 31, 1960, S. 240-42.

  • Autor/in

    Rudolf Wilhelm
  • Empfohlene Zitierweise

    Wilhelm, Rudolf, "Lahmann, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 414 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117573760.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA