Lebensdaten
1852 bis 1889
Geburtsort
Königslutter bei Braunschweig
Sterbeort
Gera
Beruf/Funktion
Physiologe
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 117550973 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Krukenberg, Friedrich
  • Krukenberg, Carl Friedrich Wilhelm
  • Krukenberg, Friedrich
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Zitierweise

Krukenberg, Carl Friedrich Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117550973.html [17.11.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich Julius (1815–61), Apotheker, S d. Apothekers Joh. Friedrich u. d. Joh. Henriette Louise Wahnschaffe;
    M Marie Louise Auguste (1825–61), T d. Kaufm. Karl Frdr. Wilh. Grundner in Oberlutter u. d. Wilh. Marie Henriette Riemann;
    Groß-Ov Peter (s. 1); - ledig.

  • Leben

    K. hatte bereits eine Apothekerausbildung (St. Martini-Apotheke, Braunschweig) und das Pharmaziestudium 1873 in Braunschweig abgeschlossen, als er in Straßburg näher mit der Physiolog. Chemie bekannt wurde und in dieses sich aus der Physiologie heraus entwickelnde neue Hochschulfach hinüberwechselte. Nach Studien in Straßburg und Heidelberg arbeitete er 1881-83 bei W. Kühne im Physiolog. Institut der Univ. Heidelberg, wurde hier zum Dr. phil. promoviert und kam nach kurzer Tätigkeit bei A. Fick am Physiolog. Institut der Univ. Würzburg, wo er die chemische Abteilung leitete, wieder nach Heidelberg zurück. 1884 erhielt er zusammen mit dem Ehrendoktorat eines Dr. med. et chir. auf Grund der Arbeit „Die chemischen Bestandteile des Knorpels“ von der Univ. Jena einen Ruf als ao. Professor auf den für ihn geschaffenen Lehrstuhl für Vergleichende Physiologie und als Leiter der ebenfalls neuen chemischen Abteilung. Beides unterstand dem Direktor des Physiolog. Institutes und damit der Med. Fakultät; obwohl K. als Besitzer einer privilegierten Apotheke und großer Liegenschaften wohlhabend war, litt er sehr unter dieser akademischen Abhängigkeit, zumal er ohne festes Gehalt und eigene Institutsmittel arbeitete. Neben der Leitung der Laboratoriumsarbeiten des Instituts und von wöchentlich 2 medizinisch-chemischen Kursen hielt er die Fachvorlesungen ab und betrieb eigene umfassende Untersuchungen über chemische Struktur und physiologische Funktion zahlreicher, im lebenden Organismus enthaltener Substanzen. Durch häufige Forschungsreisen (Neapel, Triest, Ägypten, Abessinien, Rotes Meer), bei denen er biologisches Untersuchungsgut sammelte, vermochte er seine Arbeitsgrundlage zu verbreitern und seine Befunde mittels weitgefaßter vergleichend-physiologischer Darstellungen zu neuen, allgemeingültigen Erkenntnissen zu festigen. Aus K.s zahlreichen Arbeiten über biologische Stoffe, die er isolierte und chemisch wie physiologisch charakterisierte, zeichnen sich die über folgende Substanzen besonders aus: Gerüstsubstanzen wie Skeletin (1885), Conchiolin,|Fibroin, Serizin aus Rohseide, Muskelextraktivstoffe wie Karnin (1883), Blutfarbstoffe bei Wirbellosen (Hämerythin) und bei Wirbeltieren (Lipochrom in Rinderserum), Farbstoffe der Vogeleierschalen und Federn. Für die Gesamtheit der tierischen Farbpigmente schuf er als erster eine auf biochemischer Basis gestaltete vergleichende Physiologie. Von seinen physiologischen Arbeiten sind besonders erwähnenswert die Untersuchungen über den Mechanismus des Chromatophorenspiels, den Herzschlag der Salpen, die Nervenphysiologie der Echinodermen und den Wassergehalt Wirbelloser. K.s Verdienst war es, durch Anwendung physiologisch-chemischer Arbeitsmethoden bei der Gesamtheit tierischer Organismen neue Forschungswege eingeführt und die Kenntnisse der Biochemie der Tiere beachtlich vermehrt zu haben. K., seit dem 9. Lebensjahr Vollwaise und stark verinnerlicht lebend, vermochte sich auch während seiner stärksten Schaffensperiode nicht vom Privatgelehrtendasein zu lösen, schlug Berufungen aus den USA aus und schied auswegslos vereinsamt mit 36 Jahren aus dem Leben.

  • Literatur

    Leopoldina 25, Nr. 25, 1889, S. 44, 55 (W);
    O. Krone, Apotheker u. Sammler, in: Braunschweiger Landesztg. Nr. 261, 1929;
    F. Lieben, Gesch. d. Physiolog. Chemie, 1935;
    O. Frese, in: Dt. Med. Wschr. Nr. 44, 1937;
    Th. Heuss, Anton Dohrn, 21948, S. 258;
    V. Kwasniewski, in: Dt. Apotheker-Ztg./Süddt. Apotheker-Ztg. 92, Nr. 21, 1952, S. 362 f. (P);
    ders., Die Gesch. d. Ratsapotheke in Königslutter am Elm, 1964, S. 34-36 (P);
    H. B. Krieger, Die Apotheker d. Ratsapotheke zu Königslutter am Elm, in: Fam. u. Volk 5, Jg. 9, 10, 1960/61;
    L. Gebhardt, Die Ornithologen Mitteleuropas, 1964, S. 201;
    H.-H. Eulner, Die Entwicklung d. med. Spezialfächer an d. Universitäten d. dt. Sprachgebietes, 1970, S. 85, 667;
    S. Gutmann, Rats-Apotheke Königslutter, in: Alte dt. Apotheken, Ausg. 1972/75, S. 28-32.

  • Autor/in

    Otto Völker
  • Empfohlene Zitierweise

    Völker, Otto, "Krukenberg, Carl Friedrich Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 118 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117550973.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA