Lebensdaten
1885 bis 1935
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
in der Schweiz
Beruf/Funktion
Schuhfabrikant
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 136523463 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Krojanker, Hermann

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Zitierweise

Krojanker, Hermann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136523463.html [23.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm ( 1924), Schuhfabr., trat 1891 als Kommanditist in d. 1884 in Burg b. Magdeburg gegr. Fa. „Conrad Tack“ ein, d. nun „Conrad Tack & Cie.“ firmierte, 1893 trat Alfr. Zweig als Techn. Leiter u. Teilhaber hinzu, 1896 wurde erstmals d. Goodyear-Verfahren angewandt, 1897 wurde bereits e. Wochenproduktion v. üb. 15 000 Stück erzielt, d. in 30 eigenen Verkaufsgeschäften abgesetzt wurde, damit wurden d. übrigen Schuhfabriken in Burg („A. Krojanker“, „Karl Sonntag“, „Gleich & Grabow“) weit überflügelt;
    M Jenny Stern;
    B Gustav (s. 2);
    - 1) 1927 Gertrud Eichelgrün, 2) N. N. Lanz ( 1978 Montreux/Schweiz).

  • Leben

    Nach Besuch des Köllnischen Gymnasiums in Berlin absolvierte K. eine kaufmännische Lehre und volontierte in London, Paris und Nancy. 1907 trat er in die väterliche Firma „Conrad Tack & Cie.“ (Burg b. Magdeburg und Berlin) ein. Nach deren Umwandlung in eine AG 1912 wurde er Direktor, nach dem Tod seines Vaters 1924 Generaldirektor des Unternehmens. Schon vor dem 1. Weltkrieg wurde die Produktion der Schuhfabrik – mit mehr als 1 000 verschiedenen Artikeln pro Saison – modellmäßig auf eine breite Basis gestellt. Für den Verkauf wurde noch fremde Ware hinzugekauft, die nach dem Weltkrieg einen Anteil von über 50 Prozent erreichte. K. bemühte sich in erster Linie um den Ausbau des Verkaufsnetzes, das 1930 – bei ca. 4 000 Beschäftigten – über 130 Filialen in Deutschland umfaßte und somit das größte Verkaufsnetz einer Schuhfabrik in Europa war. Als Vorstandsmitglied der Vereinigung der Berliner Handelsrichter, des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller und des Verbandes deutscher Filialbetriebe spielte K. im deutschen Wirtschaftsleben eine wichtige Rolle. Nach der Machtergreifung Hitlers sah er sich gezwungen, das Unternehmen an die „Carl Freudenberg GmbH“, seinen größten Lederlieferanten, zu verkaufen, und zu emigrieren (USA?, Schweiz?). Das führte zu einer enormen Vergrößerung der 1849 von Carl Johann Freudenberg in Weinheim gegründeten Firma, die 1936 in eine „kapitalistische Personengesellschaft“ umgewandelt wurde. Vor Ausbruch des 2. Weltkriegs gab es bereits 140 „Tack“-Verkaufsstellen. 1980 betrug der Umsatz der „Freudenberg & Co. Weinheim“ bei rund 24 000 Mitarbeitern fast 2,25 Mrd. DM, wovon auf den Bereich „Schuhe/Sonstiges“ (neben den drei übrigen Bereichen „Kunststoffe/Leder“, „Technische Produkte“ und „Vliesstoffe“) 350 Mill. DM entfielen. Dieser Bereich umfaßt heute die „Conrad Tack KG“, die Schuhe in 27 Einzelhandelsgeschäften verkauft, die „Curator-Schuhfabrik“ und die „Elefanten-Schuh GmbH.“

  • Literatur

    A. Dorendorf, Die Schuhindustrie in Burg b. Magdeburg, Diss. Jena 1922 (ungedr.);
    M. Wittenberg u. F. Sailer, Das goldene Buch d. dt. Schuh- u. Lederwirtsch. 1857-1932, 1932;
    C. Prill, 100 J. dt. Schuhwirtsch., 1964;
    F. Spies, Eine Großfam. (nicht nur) vom Goldenen Vlies: Freudenberg, in: Süddt. Ztg. Nr. 6 v. 9./10.1.1982, S. 33;
    Rhdb. (P);
    Biogr. Hdb. d. dt. sprachigen Emigration nach 1933 I, 1980.

  • Autor/in

    Franz Menges
  • Empfohlene Zitierweise

    Menges, Franz, "Krojanker, Hermann" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 71 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136523463.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA