Lebensdaten
1859 bis 1932
Geburtsort
Hamburg
Sterbeort
Puerto Cruz (Teneriffa)
Beruf/Funktion
Kaufmann und Reeder
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 124749909 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Krogmann, Richard Carl
  • Krogmann, Richard Karl

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Zitierweise

Krogmann, Richard Carl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd124749909.html [04.07.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Hermann (1826–94), Mitinh. d. Fa. Wachsmuth u. Krogmann, S d. Hermann (1797–1866), seit 1847 Alleininhaber d. Kolonialwarenhandlung Wachsmuth u. Krogmann, aus Handwerkerfam. in Winsen/Luhe, u. d. Elisabeth Wachsmuth;
    M Emma (1837–98), T d. Kaufm. Reinhard Beinhauer (1801–80) in Kassel u. d. Joh. Natalie Pistor;
    Schw Elise ( Heinrich Waitz, Oberarzt, S d. Historikers Georg Waitz, 1886);
    - Hamburg 1886 Mathilde (1866–1962), T d. Hausmaklers Hermann Wentzel (1835–1901) u. d. Bertha Droege;
    2 S, 2 T (1 früh †), u. a. Carl Vincent (1889–1978), Kaufm. u. Reeder, 1933-45 Bgm. v. H.

  • Leben

    Nach kaufmännischer Lehrzeit und langjährigen Auslandsaufenthalten, besonders in Südamerika, wurde K. 1885 Teilhaber der Fa. Wachsmuth & Krogmann. 1797 durch Johann Christian Wachsmuth gegründet, hatte sich das Unternehmen schon bald zu einer angesehenen Kolonialwarenhandlung entwickelt, in die K.s Großvater 1823 einheiratete. Unter ihm und seinem Sohn Hermann erlebte die Firma ihren Aufstieg zu einem der führenden Überseehäuser Hamburgs. Vor allem der Handel mit Gewürzen, Kopra und Baumwolle, zu dessen Abwicklung eigene Schiffe bereedert und schließlich auch Niederlassungen auf Samoa, Tonga und den Fidji-Inseln angelegt wurden, begründeten den Reichtum des Unternehmens. Freilich wurde das Südseegeschäft, das zeitweise ausgedehnter als das der Godeffroys war, schon um die Mitte der 1880er Jahre liquidiert, da sich das Engagement als zu kapitalintensiv erwies. Unter K. wurde dann der Salpeterhandel mit Südamerika, vor allem aber das Reisgeschäft mit Burma konsequent und erfolgreich ausgebaut. Daneben führte man das traditionelle Reedereigeschäft weiter und sicherte durch Beteiligung an der deutschen Reismühlenindustrie den Absatz der eigenen Importprodukte. – 1893 in den Vorstand der See-Berufsgenossenschaft gewählt, übernahm K. nach dem frühen Tod von Carl Ferdinand Laeisz 1900 den Vorsitz im Vorstand. Aufgabe dieser durch das erste See-Unfallversicherungsgesetz 1887 geschaffenen Körperschaft des öffentlichen Rechts, der jeder deutsche Reeder angehört, ist es, die gesetzliche Unfallversicherung und die Unfallverhütung in der deutschen Seeschifffahrt sicherzustellen. Der erste große Erfolg seiner fast vierzigjährigen ehrenamtlichen Tätigkeit waren die in enger Zusammenarbeit mit dem deutschen Schiffsklassifikationsinstitut, dem 1867 in Hamburg gegründeten German. Lloyd, erarbeiteten Freibordvorschriften (1903), deren praxisnahe Gestaltung die Anbringung einer individuellen Tieflademarke (Loadline) an jedem deutschen Seeschiff ermöglichte und die schon bald international anerkannt wurden. Daneben ist seine Mitwirkung an den beiden Internationalen Schiffssicherheitskonferenzen von 1914 (sog. Titanic-Konferenz) und 1929 hervorzuheben sowie sein Anteil an der nach langen Vorarbeiten vom Reichsversicherungsamt genehmigten Neufassung der Unfallverhütungsvorschriften (1925) mit ihren zukunftsweisenden Festlegungen über Freibord, Schiffsstabilität, Schotten, Feuerschutz und Funkeinrichtungen. Auch diese Normen gewannen durch Aufnahme in Schiffahrtsverträge rasch internationale Geltung. Außerdem setzte sich K. für die umfassende soziale Sicherung der Seeleute und ihrer Angehörigen ein, indem er 1907 die Leitung der neu errichteten Invaliden-, Witwen- und Waisenversicherungskasse (Seekasse) und 1927 die der neuen See-Krankenkasse übernahm. Der Aufbau der See-Berufsgenossenschaft in einer Zeit großer schiffbautechnischer Fortschritte und ihr Ausbau zur umfassenden See-Sozialversicherung ist von ihm entscheidend geprägt worden. Von den vielfältigen Aufgaben und Ehrenämtern in nautischen Vereinigungen sei hier nur sein Wirken für die 1913 errichtete Hamburg. Schiffbau-Versuchsanstalt|hervorgehoben: Nachdem er 1921 den Vorsitz im Aufsichtsrat übernommen hatte, entwickelte sich das Institut binnen weniger Jahre zur größten und meistbeschäftigten Schiffbau-Versuchsanstalt der Welt (von insgesamt 25). Alle diese weitgesteckten Arbeiten fanden schon früh Interesse und Anerkennung durch Kaiser Wilhelm II., der mit K. zeitlebens freundschaftliche Beziehungen unterhielt (wie übrigens auch Prinz Heinrich von Preußen, K.s jahrzehntelanger Partner bei nationalen und internationalen Segelregatten). Wie Albert Ballin hat K. auch auf solche Weise für die Förderung deutscher Schiffahrtsbelange, besonders die seiner Vaterstadt, wirken können.|

  • Auszeichnungen

    Dr.-Ing. E. h. (Berlin 1925).

  • Literatur

    Ecksteins biogr. Slgg.: Industrielle, 1915;
    M. Schauseil, Zur Gesch. d. See-Berufsgenossenschaft, 1925 (unzureichend);
    75 J. See-Berufsgenossenschaft, 1962;
    Hamburger Nachrr. v. 21.8.1925;
    Schiffbau 33, 1932, S. 97 f.;
    Hansa 69, 1932, S. 463 f.;
    Carl Vincent Krogmann, Erinnerungen an meinen Vater (Ms. im Staatsarchiv Hamburg);
    Dt.GB 51 (P).

  • Portraits

    Phot. in: Hamburg. Männer u. Frauen am Anfang d. XX. Jh., 1904.

  • Autor/in

    Gerhard Ahrens
  • Empfohlene Zitierweise

    Ahrens, Gerhard, "Krogmann, Richard Carl" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 66-67 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd124749909.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA