Lebensdaten
erwähnt 1358, gestorben 1393 oder 1394
Sterbeort
Rostock
Beruf/Funktion
Ratsherr ; Bürgermeister in Rostock ; Kaufmann
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136522750 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Cropelyn, Arnold
  • Cropelyn, Arndt
  • Kröpelin, Arndt
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Zitierweise

Kröpelin, Arnold, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136522750.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Conrad ( 1334), Kaufm. in R., Ratsherr;
    M Ermgard ( n. 1341), T d. Arnold von Kyritz ( vor 1316);
    B Hermann (erw. 1329-58), Kaufm. in R., Lambert ( 1366), Kanoniker in Lübeck, päpstl. Ehrenkaplan, Bernhard (erw. 1334- vor 1350, Vredeke, T d. Bgm. Arnold Kopmann, 1335/36, s. ADB 16), Kaufm.;
    Schw Ermgard ( 1341 Heinr. Frese, vor 1370, Bgm. in R., s. ADB VII);
    Vt Joh. von Kyritz ( 1384), Ratsherr in R.;
    - N. N.;
    1 S, 2 T, u. a. Lambert ( 1405/07), Kaufm., Ratsherr in R.;
    E Lambert ( um 1425), Ratsherr in R., Hennecke ( 1473, Tilsche, T d. Bgm. Vicko von Zehna, 1456/59), Ratsherr, Ermgard ( Engelbert, S d. Bgm. Heinr. Katzow, 1439, s. NDB XI); mit d. Ur-E, dem Ratsherrn Lambrecht ( 1499, Margarete, T d. Bgm. Arndt Hasselbeck, um 1500), erlischt d. Geschl.; dessen T Anna ( Rolof Kerkhof, 1502/03); deren Nachkommen Bertold Kerkhof, Bgm. in R. (s. ADB 15) u. d. Brüder Lambert ( 1574), Ratsherr in R., u. Laurentius Kirchhoff ( 1580), Jurist (beide s. ADB 16).

  • Leben

    In den Kriegen, die seit 1361 um die Vorherrschaft im Ostseeraum geführt wurden, hat K. sich als bedeutendster Rostocker Hansepolitiker gezeigt. Es ist ihm gelungen, die Stellung der Stadt gegenüber den mecklenburg. Landesherren, gegenüber den nord. Staaten und im Verhältnis zu den Hansestädten ausgleichend zu erhalten. Seit 1358 nahm er als Ratssendbote an 58 Hansetagen teil und beeinflußte manche hochpolitische Entscheidung. Nachdem die Herrschaft Rostock 1350 von Hzg. Albrecht II. von Mecklenburg-Schwerin als dän. Lehen anerkannt worden war, scheint K. häufig an außenpolitischen Verhandlungen des Herzogs teilgenommen zu haben. Die Kriege der Hansestädte gegen Kg. Waldemar von Dänemark 1361-65 und 1368-70 brachten mit wechselnden Bundesgenossen immer neue Probleme. K. nahm seit 1362 auch an den Waffenstillstandsverhandlungen teil. Hzg. Albrechts Sohn zog von Rostock aus nach Schweden, um dort 1364 zum König gekrönt zu werden. 1365 kam es unter K.s Mitwirkung zum Frieden von Wordingborg. An den Vorverhandlungen zur großen Kölner Konföderation der Hansestädte gegen Kg. Waldemar war K. maßgeblich beteiligt. Der neue Kriegszug verlief zunächst günstig für|die Städte, die sich geschickt von dem Bündnis mit dem bedrohten Hzg. Albrecht zurückzogen. Den von ihnen mit dem dän. Reichsrat geschlossenen Stralsunder Frieden (1370) unterzeichnete Rostode nicht; es schloß infolge seines mecklenburg. Untertanenverhältnisses ein Sonderabkommen, das ihn anerkannte. Das gute Verhältnis zu Hzg. Albrecht zu bewahren, gelang auch, als seit 1376 für die Wahl zum dän. König gegen Albrechts Enkel der Däne Olav von den Hansestädten unterstützt wurde. In den 1370er Jahren wurde K. mit anderen Ratsherren der Judenverfolgung an dem Vikar Michael Hildensem beim Papst ohne Ergebnis angeklagt.

  • Literatur

    ADB 17;
    Hanserecesse I, 1-3;
    A. Hofmeister, in: Btrr. z. Gesch. d. Stadt Rostock 1, 1895;
    W. Strecker, in: Jb. d. Ver. f. meckl. Gesch. 78, 1913;
    H. Thierfelder, in: Wiss. Zs. d. Univ. Rostock 7, Gesch.wiss. R., 1957/58, S. 45;
    G. Möhlmann, Geschlechter d. Hansestadt Rostock, 1975, S. 87.

  • Autor/in

    Hildegard Thierfelder
  • Empfohlene Zitierweise

    Thierfelder, Hildegard, "Kröpelin, Arnold" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 65 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136522750.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Kropelin: Arnold (Arnt) K. oder von K. (Cropelin, Cropelyn), später mit dem Umlaut Kröpelin geschrieben, der bedeutendste Staatsmann, der Rostock je in der Hansa vertrat und in bedenklicher Zeit zu vielen Sendungen gebraucht wurde, ist als Rathsherr auf fast allen Hansetagen vom 20. Januar 1358 bis 25. Mai 1371, dann wieder vom 1. Mai 1378 bis 24. Juni 1377 und einzeln noch 1378 bis zuletzt am 12. März 1385 nachweisbar. Mehr und mehr tritt dann Johann v. d. Aa an seine Stelle. Da er am 1. Jan 1363 schon als erster Rathssendebote in Stralsund erscheint, wird er seit Anfang 1362 Bürgermeister sein. So hat er die hansische Politik gegen Waldemar 1361 und 1362 mit bestimmt, nach dem Unglück von Helsingborg war er als Gesandter der Städte mit zu Söderköping (28. Sept. 1362?) bei den Königen Magnus und Hakon von Schweden und Norwegen und schloß mit am 6. Nov. den dänischen Waffenstillstand in Rostock. Er besonders mit dem Wismarer Bürgermeister Johannes Darghezow führte dann die Verhandlungen der Städte mit Herzog Albrecht von Mecklenburg um Landfrieden und Hülfe bei dem nächsten dänischen Kriege; am 13. Mai 1363 verhandelte er in Nyköping mit Waldemar. Ihm vorzugsweise wird die energische Stellung Rostocks 1363 und 64 zu danken sein,|als die Frage herantrat, ob Lübeck. Rostock, Wismar und Stralsund den Krieg allein wieder aufnehmen sollten. Seiner Vertrauensstellung zu Herzog Albrecht entspricht es, daß, als dessen Sohn Albrecht von Warnemünde aus am 10. Nov. 1363 nach Schweden gesegelt und dort am 2. Febr. 1364 als König gekrönt war, der Herzog dieses am 20. März an Rostock meldet, Geschütz und Proviant erbittet und den Städten dafür Kalmar und Stockholm zum Handel eröffnet. Speziell Kropelin's Verhandlungen muß es zugeschrieben werden, daß Borgholm auf Oeland Rostock zur Bewahrung von den Städten übertragen wurde, was freilich später zur Katastrophe Friedr. Suderlands führte. Vielleicht gerade deshalb nahm K. an den Verhandlungen über diesen am 16. Decbr. 1366 nicht Theil. Wieder seinen Bemühungen muß es wesentlich zugeschrieben werden, daß bei der Neutralität der Hansa im Kampfe zwischen den Königen Albrecht, Hakon und Magnus, dann auch Waldemar 1365—66 Rostock und Wismar die Freiheit erhalten, Albrecht Lebensmittel zuzuführen, unter der Form, daß dieses für ihren Landesherrn geschehe. In Köln beim Abschuß der großen Städteconföderation war K. freilich nicht, aber nachher bei der Kriegsrüstung während des Krieges 1368 und 69, zu dem Rostock 2 Koggen und 2 Sturmzeuge als Kontingent stellte und Ribnitz als Sicherheitspfand des Herzogs mit besetzte, finden wir ihn wieder thätig bei dem Beschlusse, das genommene Kopenhagen zu halten und der Maßregel, welche der Vitalien-Kaperei sehr ähnlich sieht: wer dänische Geldschiffe nehme, solle sie behalten, und die Städte sollen ihn dabei schützen (6. Oct. 1368). 1369 ist er thätig bei den Verhandlungen über den mecklenburgisch-lüneburgischen Krieg; und seine vorsichtige Politik bezüglich des Verhältnisses Rostocks zum Herzoge wird es sein, die Rostocks Gesandte zunächst von dem Friedenstage von Stralsund 1370 ferne hielt. Gleich nachher ist er wieder mitten in den Verhandlungen, auch in den flandrischen Fragen, wegen Braunschweigs Verhansung, besonders aber seit 1376 wegen der dänischen Erbfolge, worin die Hansen wegen des drohenden mecklenburgischen Principats über die Ostsee Olav, dem Sohne der Margarete, zuneigen, während Rostock und Wismar sehr zurückhaltend auftreten, ja zum Tage in Stralsund, 18. bis 24. Mai 1376, nur ihre Rathsnotare zur Kenntnißnahme sandten, auch den Verträgen von Kalingborg und Korsör am 14. Aug. 1376 fern blieben. Doch schieden sich Rostock und Wismar darum nicht von den Städten. In gleicher Vorsicht finden wir beide (und namentlich Arnold K. am 24. Juni 1377) in der Seeräubers rage, da offenbar Albrecht von Schweden, wie der mecklenburgische Kronprätendent von Dänemark Albrecht, durch die Kaper Unterstützung hatten, welche im später verschütteten Ribnitzer Tief nahe bei Rostock eine Hauptzuflucht fanden. Beide Städte erhalten daher eine Ausnahmestellung in dieser Frage von den Hansen zugebilligt, erst 1381 stellt auch Rostock Friedeschiffe, und auf dem letzten Tage, wo K. anwesend, am 12. März 1385 verspricht es, 1 Schnicke gegen die Räuber zu stellen, wie Lübeck, Wismar und Stralsund, und 1 Feuergeschütz, während Lübeck deren 3 und Stralsund 2 verspricht. Die gegen ihn beim Stuhl zu Avignon 1380 anhängige Klage s. o. (IX, S. 448 r v. Gothland). Das alte Patriziergeschlecht ist seit 1265 im Rath zu Rostock bekannt, es war das reichste, bekannteste und angesehenste, mit großem Lehensgrundbesitz. Ob das nicht sehr verschiedene Wappen berechtigte, das alte Rittergeschlecht v. K. am Hofe von Werle abzutrennen, steht dahin; jedenfalls war das Haus auch in Wismar rathsässig; auch in anderen Städten, selbst in Bremen, kommt es vor. Ein Hermann K. de Bremis wurde 1476 in Rostock immatrikulirt und später Doctor. Das Rostocker Geschlecht starb mit dem Rathsherrn Lambert K. 1406 aus, sein Haus wurde später die Regentia aquilae, die „Arnsborch“ der Universität. Mit seiner Tochter, verheirathet an Roloff (Rudolf) Kerkhoff, kamen die Güter ins Kirchhoff'sche Haus (s. Bertold Kerkhof und|Lambert Kirchhoff), welches sie aber von den Herzogen erst 1528 erhielt. Sie waren als heimgefallene Lehen eingezogen.

    • Literatur

      Nach den Hanserecessen I—III. Lisch. Jahrb. IX. etc. Eine Biographie ist ebensowenig wie eine Geschlechtsgeschichte vorhanden.

  • Autor/in

    Krause.
  • Empfohlene Zitierweise

    Krause, "Kröpelin, Arnold" in: Allgemeine Deutsche Biographie 17 (1883), S. 191-193 unter Kropelin [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136522750.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA