Lebensdaten
um 1517 bis 1581
Geburtsort
Homberg/Efze
Sterbeort
Kassel
Beruf/Funktion
hessischer Staatsmann
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 135548829 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Bing, Simon
  • Binge, Simon
  • Bingen, Simon

Orte

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Zitierweise

Bing, Simon, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135548829.html [07.12.2019].

CC0

  • Genealogie

    M Barbara von Geisa (in 2. Ehe verheiratet vor 30.11.1538 mit Schultheiß Hans Geilmann in Homberg);
    1) Kassel (?) nach 1.2.1542 Gertrud ( 16.12.1576), T des Bürgermeisters Ludwig Koch in Kassel, Wittwe des Kammerdieners Henning Scholey, 2) ebenda 18.11.1577 Catharina (ca. 1560–1631), T des Kanzlers Reinhart Scheffer (1529–87) und der Christine Feige ( 2) Februar 1587 mit dem hessischen Jägermeister Otto von Wildungen, in 3. Ehe 1606 mit dem hessischen Obersten Sebastian von Köckeritz); kinderlos.

  • Leben

    Biner wurde 1533 an der Universität Marburg erstimmatrikuliert. 1534-37 war er Kanzleischreiber in Kassel. Seit 1537 wurde er als Kammersekretär ein enger Vertrauter Landgraf Philipps bei der Behandlung aller politischen und religiösen Zeitfragen. Während der Gefangenschaft Philipps nach dem Schmalkaldischen Kriege wirkte Biner als Mitglied des Kasseler Rätekollegiums maßgeblich an der Befreiung Philipps mit. Bei der Rückkehr des Landgrafen wurde er 1552 zum Rat befördert und beendete seine Tätigkeit als Kammersekretär. Dem Kasseler Rätekollegium gehörte er über den Tod Philipps hinaus an; anscheinend war er schon seit mindestens 1557 als Kammerrat hier tätig. Seit 1567 bekleidete er das Amt eines Kammermeisters als Leiter der obersten Finanzverwaltung. 1573 bat er um Befreiung von diesem Amt und zog sich 1574 auf den Posten eines Haupt- und Amtmanns der Grafschaft Ziegenhain zurück, den er bis 1580 versah. Bis zu seinem Tode diente er als vertrauter Ratgeber. Von seiner Hand stammt das Ordnungssystem der politischen Akten Philipps (Kabinettsregistratur).

  • Literatur

    ADB II;
    L. Majus, Christl. Leichenpredigt, Marburg 1581;
    F. Küch, Polit. Archiv Landgf. Philipps I, 1904, S. XV;
    F. Gundlach, Hess. Zentralbehörden III, 1930, (Dienerbuch), S. 22;
    K. Demandt, Amt u. Fam., in: Hess. Jb. f. Landesgesch. 2, 1952.

  • Portraits

    Fresco v. unbek. Künstler, 1580 (Kollegienhof Kassel), Abb. in: Bau- u. Kunstdenkmäler d. Reg. -Bez. Kassel, Bd. 6, 1923, Tafel 310.

  • Autor/in

    Kurt Dülfer
  • Empfohlene Zitierweise

    Dülfer, Kurt, "Bing, Simon" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 247 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135548829.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Bing: Simon B., geb. im J. 1517 zu Homberg in Niederhessen, 30. Nov. 1581, war einer der Räthe, welche während der Gefangenschaft des Landgrafen Philipp von Hessen unter dessen Gemahlin Christine, und nach deren 1549 erfolgtem Tode unter dem Erbprinzen Wilhelm, die Regentschaft führten und allen Drohungen des Kaisers Karl V. furchtlos trotzend die Kurfürsten von Sachsen und von Brandenburg unaufhörlich bedrängten, ihr für die Freiheit des Landgrafen eingesetztes Wort endlich einzulösen. Dadurch sahen sich diese zuletzt genöthigt, gegen Karl V. jenen erfolgreichen offenen Kampf zu wagen, welcher mit dem Passauer Vertrag endigte und den Religionsfriedens in Deutschland anbahnte. Landgraf Philipp wußte diese Verdienste zu würdigen. Als er am 9. Sept. 1552 in sein Land zurückkehrte und man ihn an der Grenze feierlich empfing, da drückte er nicht nur seine Söhne, sondern auch diesen treuen Diener an sein Herz. Eins der peinlichsten Geschäfte, welche ihm später aufgetragen wurden, war die Unterhandlung mit dem Erbprinzen Wilhelm wegen Abtretung der Grafschaft Nidda an die Kinder der Nebengemahlin des Landgrafen — eine Zumuthung auf welche Wilhelm mit Recht nicht einging. Doch entzog er dem Unterhändler darum keineswegs sein Vertrauen; denn als Philipp diesem seinem Sohne später bei seiner Verheirathung im J. 1566 ein ganz unzureichendes Jahrgeld ausgesetzt hatte, da war es B., welcher auf des Prinzen Wunsch ganz im Vertrauen bei den Landständen eine Erhöhung desselben betrieb. In seinem Testament empfahl ihn Landgraf Philipp seinen Söhnen mit den Worten: „Simon Binge hat sich bei uns treulich gehalten, auch unsere Erledigung gefördert, darum sollen sie ihn wohl halten, dann er ihnen auch wohl zu gebrauchen.“ Er blieb nun in den Diensten des Landgrafen Wilhelm, dem mit Recht der Beiname „der Weise“ gegeben wurde, und starb als Hauptmann der Festung Ziegenhain, wo damals Graf Christoph von Diez, ein Halbbruder des Landgrafen, in strenger Haft gehalten wurde. Seine Unterhandlungen mit diesem Unglücklichen über dessen Befreiung, hatten leider zu keiner Einigung geführt.

    • Literatur

      Strieder, Hess. Gel. Gesch. XII. S. 268; daselbst die weiteren Quellen.

  • Autor/in

    Bernhardi.
  • Empfohlene Zitierweise

    Bernhardi, Karl, "Bing, Simon" in: Allgemeine Deutsche Biographie 2 (1875), S. 650 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135548829.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA