Lebensdaten
1865 - 1947
Geburtsort
Höxter (Westfalen)
Sterbeort
Höxter (Westfalen)
Beruf/Funktion
Chemiker ; Ingenieur ; Führungskraft ; Direktor
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 137748310 | OGND | VIAF: 81892008
Namensvarianten
  • Krekeler, Karl
  • Krekeler, K.
  • Krekeler, Carl

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Zitierweise

Krekeler, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137748310.html [24.10.2021].

CC0

  • Genealogie

    Aus alter Knochenhauer- u. Gastwirtsfam. in H.;
    V Hermann (1836–1911), Seifenfabr. u. Stadtrat in H., S d. Carl (1803–83), Metzger, Branntweinbrenner u. Gastwirt in H., u. d. Sophie Marg. Schäfer (1807–37);
    M Caroline, T d. Schiffers u. Holzhändlers Christian Jakob (1800–72) in Heinsen u. d. Dorette Wilh. Schulz;
    B Otto (1884–1942), Psychiater in Dösen b. Leipzig, 9 Gschw;
    - 1905 Elisabeth Coerdt-Linnhof (1874–1943) aus Gutsbes.fam.; kinderlos;
    N Heinz (* 1906), Chemiker, Dr. phil., Dr. h. c., 1950-58 Gen.konsul bzw. Botschafter in USA, Hans (* 1910), Chemiker, Dr. phil.

  • Leben

    K. begann nach dem Abitur 1883 in Kiel mit dem Studium der Naturwissenschaften, setzte es in Göttingen mit Chemie als Hauptfach fort und wurde 1887 mit einer von seinem Lehrer V. Meyer angeregten organischexperimentellen Arbeit zum Dr. phil. promoviert. 1888 trat er in die Farbenabteilung der Farbenfabriken vormals Friedr. Bayer & Co. in Elberfeld als Laboratoriums- und Betriebschemiker ein. Dort vermochte K., den schließlich eine enge Zusammenarbeit mit C. Duisberg verband, schon nach kurzer Zeit|wichtige neue, für die chemische Industrie wegweisende Arbeitsprinzipien einzuführen: Ablösung individuell gehandhabter Rezepturen in der Produkteherstellung durch betriebsoffene, rationelle Verfahrensweisen auf wissenschaftlicher Basis, insbesondere bei Farbstoffen und Pharmazeutika, Qualitätsverbesserung der bisher uneinheitlichen chemischen Zwischenprodukte, Umstellung der bisher manuell betriebenen Azofarbenherstellung auf mechanisierte Arbeitsgänge. Hand in Hand damit waren Synthesearbeiten für neue Textilfarbstoffe angelaufen, die auf eine Nutzung der synthetisch zugänglich gewordenen Salicylsäure und ihrer Derivate abzielten. Sie führten K., häufig zusammen mit R. Lauch, zwischen 1889 und 1909 zur Auffindung zahlreicher neuer Farbstoffe für Textilien, vor allem zur Woll- und Baumwollfärbung. Von diesen wurden das Diamantschwarz F (1889) und das Benzoechtschwarz L (auch „Siriusschwarz L“, 1890) besonders berühmt. 1896/97 konnte K. die Diamantschwarzproduktion durch Einführung neuer Techniken verfünffachen. Nach Ernennung zum Prokurist (1901) wurde er 1906 Werksleiter in Leverkusen, zugleich stellvertretend Direktor und stellvertretend Vorstandsmitglied. Der nun von K. mitbetriebene Ausbau des Farbstoffsektors, bei dem neue große Syntheseanlagen entstanden, die Leverkusens künftige Bedeutung als Industriezentrum maßgeblich mitbedingten, schuf zugleich die Voraussetzungen für weitere neue Forschungs- und Produktionsgebiete, besonders für Kunstseide, Kunststoffe, Kautschuk, Pflanzenschutzmittel und organische Chemikalien. Zu K.s Wirkungsbereich (1912 Vorstandsmitglied) gehörte auch das Auslandsgeschäft, das zum Teil durch Filialen in Frankreich, den USA, England und Rußland intensiviert wurde. Als Rußland die Färbung seines Militärtuches mit Blauholz durch die mit synthetischem Diamantschwarz (gemischt mit Diamantgrün) ersetzte, wurde eine eigene Farbstoff-Fabrik im Lande errichtet. – 1926 fiel K. als C. Duisberg eng Vertrautem eine Führungsrolle in der aus dem Zusammenschluß der deutschen Farbstoff-Fabriken hervorgehenden I. G. Farbenindustrie AG zu, die das Leverkusener Werk in den Mittelpunkt der Azo- und Küpenfarbstoffproduktion rückte: K. wurde zum Leiter der „Betriebsgemeinschaft Niederrhein“ (Leverkusen, Elberfeld, Dormagen, Uerdingen sowie Braunkohlenwerk Frechen bei Köln) und zum Vorsitzer des technischen Ausschusses für die gesamten Unternehmungen der I. G. Farbenindustrie AG. („TEA-Büro“, Frankfurt a. M.) bestellt. Nach seiner Pensionierung (1933) war er bis zum Kriegsende im Aufsichts- und Verwaltungsrat der IG Farben tätig.|

  • Auszeichnungen

    Zahlr. Ehrungen;
    Dr.-Ing. E. h. (Breslau 1920), Dr.-Ing. E. h. (Karlsruhe 1921).

  • Werke

    Zur Kenntnis d. aromat., d. Thiophen- u. d. Penthiophenreihe, Diss. Göttingen 1887. -
    Zahlr. Patente f. synthet. Farbstoffe seit 1889 (z. T. mit R. Lauch u. a.).

  • Literatur

    C. Duisberg, Abhh., Vorträge u. Reden a. d. J. 1882-1921, 1923;
    dass. a. d. J. 1922–33, 1933;
    Chem. Industrie, Nr. 27, 1928;
    Zs. f. Elektrochemie 34, 1928;
    Die Chem. Industrie, 1935, S. 613 f.;
    Von Werk zu Werk, Nr. 7, 1935, S. 159 (P);
    Angew. Chemie 19 B, 1947, S. 278 (P);
    Zs. f. Naturforschung 2 b, 1947, S. 456;
    Unser Werk (BAYER), H. 4, 1950 (P);
    R. Harzheim, Die Entwicklungsgesch. d. Teerfarbenindustrie in Dtld., Diss. Köln, 1952;
    F.ter Meer, Die I. G. Farbenindustrie AG., 1953;
    W. Schulte, Westfäl. Köpfe, 1963, S. 159 f. (P). Persönl. Mitt. v. Dr. Heinz L. Krekeler. -
    Die Fam. K., hrsg. v. Theodor Krekeler u. W. Wilke, 1919 (P).

  • Autor/in

    Heinz Walter
  • Empfohlene Zitierweise

    Walter, Heinz, "Krekeler, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1980), S. 743-744 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137748310.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA