Lebensdaten
1890 bis 1978
Geburtsort
Betzdorf/Sieg
Sterbeort
Kapellen bei Moers
Beruf/Funktion
Bergwerksdirektor
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 121673634 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kost, Heinrich

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Zitierweise

Kost, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd121673634.html [24.04.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich (1855-n. 1935), Bergrat, Gen.dir. d. Bergwerksges. „Nordstern“ in Essen 1896-1907, dann stellv. Vorsitzender d. Aufsichtsrats d. „Phönix AG“ (s. Wenzel), aus Bergmannsfam.;
    M Helene Fünfstück;
    Martha, T d. Heinrich Pattberg (* 1862), Gen.dir. d. Bergwerksges. „Rheinpreußen“ in Homberg/Niederrhein (s. Wenzel);
    1 T.

  • Leben

    Nach dem Studium des Bergfachs legte K. 1919 an der TH Berlin das Bergreferendarexamen ab. 1921 erfolgte die Ernennung zum Bergassessor. Bedingt durch fünf Jahre Kriegsdienst, trat K. erst mit 32 Jahren in das Berufsleben ein. 1922-25 war er bei der Direktion Altenburg (Thüringen) der Deutschen Erdöl AG und bei der zu ihr gehörenden Gelsenkirchener Zeche Graf Bismarck beschäftigt, anschließend übernahm er bis 1931 als Vorstandsmitglied der Magdeburger Bergwerksgesellschaft die Direktion der Zeche Königsgrube in Wanne-Eickel, die er zu einer modernen Schachtanlage ausbaute. 1932 wurde K. Generaldirektor der Gewerkschaft Rheinpreußen und damit Nachfolger seines Schwiegervaters Heinrich Pattberg, der die Rheinpreußenschächte nach einem von ihm erfundenen Abteufverfahren niedergebracht und eine Reihe bedeutender betriebstechnischer Neuerungen (Schüttelrutschen, Förderbänder) eingeführt hatte. K. ging diesen Weg konsequent weiter. In den folgenden Jahren entwickelte er die Schachtanlagen von Rheinpreußen zu den leistungsfähigsten des Ruhrbergbaus. Besondere Bedeutung maß er der Mechanisierung der Förderung, der Elektrifizierung der Transportwege unter Tage und dem Ausbau der chemischen Anlagen bei. K. baute 1935 eine der ersten Anlagen zur Treibstoffgewinnung aus Kohle nach dem Fischer-Tropsch-Verfahren. Auch nach Kriegsende – 1951-61 als Aufsichtsratsvorsitzender der neu gegründeten Rheinpreußen AG für Bergbau und Chemie – setzte er seine Arbeit erfolgreich fort. Doch gründet sich sein Ansehen als eine der großen Unternehmerpersönlichkeiten des deutschen Bergbaus auf die Ausübung eines Amtes, das ihm die Alliierten angetragen hatten. K. wurde im November 1947 zum Generaldirektor der Deutschen Kohlenbergbau-Leitung (DKBL) bestellt, deren Aufgabe in der zentralen Leitung des Wiederaufbaus der Kohlewirtschaft bestand. Dazu gehörten neben der Ankurbelung der Kohlenförderung die Abwehr der Demontage sowie die Entflechtung und Neuordnung der Eigentumsverhältnisse. Unter K.s Leitung konnten diese Aufgaben bis Ende 1952 so weit einer Lösung zugeführt werden, daß die DKBL aufgelöst und privatwirtschaftliche Gemeinschaftsorganisationen neu begründet werden konnten. K. war bis 1964 Präsident der Wirtschaftsvereinigung Bergbau, der alle Verbände des Kohlenbergbaus beitraten. Er bekleidete zahlreiche Ehrenämter in den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft, war Ehrenvorsitzender des Unternehmensverbandes Ruhrbergbau und Ehrenpräsident der Wirtschaftsvereinigung Bergbau. Der Förderung des bergmännischen wie des akademischen Nachwuchses galt sein besonderes Interesse. Als Präsident des Deutschen Studentenwerkes war er Mitgestalter des Honnefer Modells. Der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften gehörte er seit 1948 als Senator, bis zu seinem Tod als Ehrensenator an. Zu Beginn der 50er Jahre rief er den Gesprächskreis zur gemeinsamen Sozialarbeit der Konfessionen im Bergbau ins Leben.|

  • Auszeichnungen

    Dr.-Ing. E. h. (Aachen 1949), Ehrenbürger d. Bergak. Clausthal (1952), Gr. Bundesverdienstkreuz mit Stern u. Schulterband.

  • Werke

    u. a. Maßnahmen z. Ausnutzung d. vollen Betriebskapazität in Westfalen u. Lippe, in: Westfäl. Wirtsch. 3, 1938/39. H. 25, S. 6-7;
    Die Beschäftigung im Ruhrkohlenbergbau, Maßnahmen 1945–47, in: Arbeitsbl. brit. Zone 2, 1948, S. 396-402;
    Techn. Tagung 1950 d. Steinkohlenbergbaus, veranstaltet v. d. Dt. Kohlenbergbau-Leitung v. 14.-16.9. in Essen, Eröffnungsansprache, in: Glückauf 86, 1950, S. 929-34;
    Der Ruhrbergbau u. s. Aufgaben, in: VDI-Zs. 95, 1953, S. 393-400;
    Die techn. Entwicklung d. dt. Steinkohlenbergbaues in d. Nachkriegszeit, in: Techn. Mitt. HdT. 46, 1953, S. 321-31;
    Die Tätigkeit d. Dt. Kohlenbergbau-Leitung, Schlußber., in: Glückauf 90, 1954, S. 89-106;
    Die Zukunft d. Steinkohle im Wettbewerb d. Energieträger, ebd., S. 1214-19;
    Eigentum, nicht Sozialisierung, ebd. 93, 1957, S. 909-12;
    Steinkohlentag am 26.9.1958 in Essen, Begrüßung u. Einführung, ebd. 94, 1958, S. 1665-69;
    Hat d. Kohle noch Zukunft?, ebd. 97, 1961, S. 873-76;
    Was mich bewegt, Gedanken z. Ges. v. heute u. morgen, 1975;
    E. Selbach, in: Berr. u. Mitt. d. Max-Planck-Ges., Sonder-H., 1979, S. 34-37 (P).

  • Literatur

    W. Serlo, Die Preuß. Bergassessoren, 51938, S. 420 f.;
    Bergbau voran!, 1958, S. 179 f.;
    Bergbau, 1960, S. 147;
    ebd. 29, 1978, S. 395;
    E. Gärtner, in: Glückauf 114, 1978, S. 691.

  • Portraits

    in: Germany 1945–54, 1954.

  • Autor/in

    Evelyn Kroker
  • Empfohlene Zitierweise

    Kroker, Evelyn, "Kost, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 620 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd121673634.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA