Lebensdaten
1885 bis 1955
Geburtsort
Zürich
Sterbeort
Zürich
Beruf/Funktion
Literaturkritiker
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 118881809 | OGND | VIAF: 51799192
Namensvarianten
  • Korrodi, Eduard
  • Corrodi, Eduard

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Zitierweise

Korrodi, Eduard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118881809.html [03.12.2020].

CC0

  • Genealogie

    Aus weitverzweigter Fam. d. Kt. Zürich (s. NDB III; HBLS, unter Corrodi);
    V Hans Heinrich (1834–1910, ref.), Lehrer;
    M Maria Zurgilgen (* 1852, kath.) aus Sarnen (Kt. Obwalden); ledig

  • Leben

    K. besuchte das Gymnasium in Schwyz, studierte in Zürich und Berlin Germanistik und Kunstgeschichte und doktorierte 1910 bei Adolf Frey. Der Dissertation – einer Stiluntersuchung zu C. F. Meyer (1912) – war bereits eine Schrift über Enrica von Handel-Mazzetti vorangegangen (1909). Nach kurzer Tätigkeit im Lehramt und einem schriftstellerischen Versuch (Das poetische Zürich, 1913, mit Robert Faesi) wurde K. 1915 zum Feuilleton-Redakteur der Neuen Zürcher Zeitung berufen, wo er rasch in die Rolle eines einflußreichen und umworbenen Kritikers hineinwuchs. Sein Wirken bis zum Rücktritt 1950 umfaßte die Zeit zweier Weltkriege, und so galt seine Sorge immer wieder einem schweizerischen Standpunkt zwischen Weltoffenheit und Seldwylerei sowie der Entdeckung und Förderung junger Talente. Den programmatischen „Schweizerischen Literaturbriefen“ von 1918 folgte eine Essayreihe über die „Schweizer Dichtung der Gegenwart“ (1924) und die erste Fassung von „Geisteserbe der Schweiz“ (1929, Neufassung 1943), eine magistrale Anthologie angewandter Prosa seit Haller, die er hier als den eigentlichen Beitrag der Schweiz zur europäischen Geistesgeschichte zu versammeln suchte. Der hohen Zeit der Zwanzigerjahre, in denen K. im Umgang und Austausch mit den großen Zeitgenossen stand (Gerhart Hauptmann, George, Hesse, Hofmannsthal, Thomas Mann, Carl J. Burckhardt), folgten die für seine Sensibilität qualvollen Ereignisse seit 1933. Hatte er|eben noch mit seiner seit 1932 geplanten Briefsammlung die „Deutsch-Schweizerische Freundschaft“ (1934) beschworen, so mochte er auch die Literatur der Emigration nicht bedingungslos anerkennen; sein Aufsatz „Deutsche Literatur im Emigrantenzirkel“ (in: Neue Zürcher Zeitung von 26.1.1936) bewirkte einen offenen Brief Thomas Manns, der sich darin erstmals mit den Emigranten voll solidarisierte. K. blieb darauf angewiesen, im Bunde mit Freunden wie Fritz Ernst, Robert Faesi, Max Rychner, Martin Bodmer die Balance zwischen einer „eigenkräftigen“ Schweiz und einem ersehnten Weltbürgertum durchzuhalten, so etwa auch in einer späten Zuwendung zum angelsächsischen Roman. K. war ein Meister der knappen, brillanten, vielfach angeregten und anregenden Kritik, nervös und ahnungsreich im Spiel der Aperçus und Zitate, für das schweizerische Bewußtsein in schwieriger Zeit eine maßgebende, wenn auch nicht unbestrittene Instanz.

  • Werke

    Weitere W u. a. Schweizer Biedermeier, Ausgew. Geschichten v. David Hess u. Rudolphe Toepffer, 1936;
    Goethe im Gespräch, 1944;
    Erlebte Lit., 1952;
    Aufsätze z. Schweizer Lit., hrsg. v. H. Weder, 1962 (P).

  • Literatur

    Freundesgabe an E. K., 1945;
    W. Weber, in: Neue Rdsch. 67, 1956;
    H. Jacobi, in: Schweizer Rdsch. 55, 1955/56;
    Thomas Mann im Urteil s. Zeit, hrsg. v. K. Schröter, 1969, S. 266 f.;
    Thomas Mann, Ges. Werke in 12 Bdn. XI, 1960, S. 788-93.

  • Portraits

    Gem. v. H. Sturzenegger, Abb. in: Aufsätze z. Schweizer Lit., 1962.

  • Autor/in

    Max Wehrli
  • Empfohlene Zitierweise

    Wehrli, Max, "Korrodi, Eduard" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 598 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118881809.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA