Lebensdaten
1868 bis 1935
Geburtsort
Lerbach Kreis Zellerfeld (Harz)
Sterbeort
Wiesbaden
Beruf/Funktion
Hygieniker ; Bakteriologe ; Professor in Berlin
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117531138 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kolle, Martin Ludwig Friedrich Wilhelm
  • Kolle, Wilhelm
  • Kolle, Martin Ludwig Friedrich Wilhelm

Porträt(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Weitere Erwähnungen in der NDB/ADB

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Kolle, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117531138.html [13.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Albert (1834–1908), Bergrat, S d. Obergrubensteigers Friedrich Wilhelm u. d. Eleonore Louise Warnecke;
    M Agathe (1845–1914), T d. Karl August Wilh. Goedicke, Förster in Unterhütte b. Elbingerode, u. d. Marie Frankenfeld;
    Berlin-Charlottenburg 1897 Alwine (1865–1933), T d. Otto Bernhard Brigl (1831–92), aus Fulda, Verlagsbuchhändler in Berlin, u. d. Katherine Amalie Lepine aus Moers;
    2 S Kurt (s. 1), Helmuth (1899–1931), Maler, Lithograph (als Helmut vom Hügel, s. Vollmer).

  • Leben

    Nach dem Medizinstudium in Göttingen, Halle und Würzburg war K. 1893-97 als Hilfsarbeiter am Institut für Infektionskrankheiten in Berlin Schüler von R. Koch und beschäftigte sich mit der Immunitätsforschung vor allem bei Typhus und Cholera. 1897/98 leitete er im Auftrag der Kap-Regierung eine Expedition zur Erforschung der Rinderpest und Lepra in Südafrika und 1900 im Auftrage der ägyptischen Regierung eine weitere im Sudan, die völlig neue Einblicke in das Wesen der Rinderpest brachten. 1901 wurde er Abteilungsvorsteher am Institut für Infektionskrankheiten in Berlin. 1906 folgte er einem Ruf als Ordinarius für Hygiene und Bakteriologie an die Universität Bern in Personalunion mit der Leitung des Schweizer Serum- und Impfinstitutes. 1914-17 war er Truppenarzt und Armeehygieniker im deutschen Heer und hatte Erfolge bei der Schutzimpfung gegen Diphtherie und Cholera. 1917 wurde er Nachfolger P. Ehrlichs als Leiter des Staatlichen Instituts für experimentelle Therapie und Chemotherapie sowie des Georg-Speyer-Hauses in Frankfurt/Main, 1918 Honorarprofessor an der dortigen Universität. – K. hat sich umfassend mit den Problemen der Bakteriologie, Serologie und Chemotherapie beschäftigt, zahlreiche Verfahren, Geräte und Impfstoffe wurden nach ihm benannt, so auch ein Meningokokkenserum. Er begründete die Choleraschutzimpfung und führte die Schutzimpfung gegen die Rinderpest ein. Die Erfindung neuer, weniger schädlicher Salvarsanpräparate ermöglichte die Eindämmung der sich nach dem 1. Weltkrieg ausbreitenden Syphilisinfektionen. K. wird als temperamentvolle Natur und hervorragender Organisator charakterisiert. Er war unter anderem Mitglied der Hygiene-Sektion des Völkerbundes und des Reichsgesundheitsrats.

  • Werke

    u. a. Experimentelle Bakteriol. in d. Infektionskrankheiten, 1906, 10/11neu bearb. v. H. Schloßberger 1952 (mit H. Hetsch, zahlr. Überss.). -
    Hrsg.: Lehrb. d. klin. Unters.methoden u. ihrer Anwendung auf d. spezielle ärztl. Diagnostik, 1904 f. (mit A. Eulenburg u. W. Weintraud);
    Hdb. d. pathogenen Mikroorganismen, 1903 ff. (mit A. v. Wassermann), 31929-31 (mit R. Kraus, P. Uhlenhuth, zahlr. Überss.);
    Hdb. d. Salvarsantherapie, 1924 f. (mit K. Zieler);
    Arbb. aus d. Staatsinst. f. experimentelle Therapie, 1928 ff.

  • Literatur

    R. Otto, in: Med. Klinik 24, 1928, S. 1726–28, 31, 1935, S. 767;
    E. Hoffmann, in: Dermatolog. Zs. 71, 1935, S. 294 f.;
    K. Laubenheimer, in: Münchener Med. Wschr. 82, 1935, S. 920 f.;
    J. Hämel, ebd. 110, 1968, S. 2567 f. (P);
    O. Gans, in: Hautarzt 19, 1968, S. 563 f. (P);
    Fischer;
    Rhdb. (P);
    Pogg. VI. -
    K. Kolle, Rob. Kochs Briefe an W. K., 1959.

  • Autor/in

    Manfred Stürzbecher
  • Empfohlene Zitierweise

    Stürzbecher, Manfred, "Kolle, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 464-465 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117531138.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA