Lebensdaten
1857 bis 1918
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Anatom ; Gerichtsmediziner
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 13413026X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kolisko, Alexander
  • Colisko, Alexander

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Zitierweise

Kolisko, Alexander, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd13413026X.html [06.12.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus Wiener Ärztefam.;
    V Eugen (1811–84), Dr. med., Senior d. Primarärzte d. Allg. Krankenhauses (s. BLÄ);
    M Luise, T d. Joh. Michael Bach, Advokat u. Oberamtmann d. Herrschaft Loosdorf, u. d. Josefa Kroad;
    Om Alexander|Frhr. v. Bach ( 1893), österr. Staatsmann (s. NDB I);
    B Rudolf (1859–1942), Dr. iur., Landtagsabg., Hans (1861–1917), Staatsbahndir. (beide s. ÖBL).

  • Leben

    K. absolvierte das gesamte Medizinstudium in Wien. 13 Monate vor Abschluß desselben trat er als Demonstrator in das Pathologisch-anatomische Institut, damals von Hans Kundrat geleitet, ein. Dort arbeitete er volle 19 Jahre. 1881 wurde er promoviert, 1888 von Kundrat habilitiert, 1892 wurde er tit. außerordentlicher Professor für pathologische Anatomie. 1898 wurde ihm die Leitung des Instituts für Gerichtsmedizin übertragen. Nachdem er sich anfangs mit den Problemen der Pathologie der Geschwülste und der Infektionskrankheiten beschäftigt hatte, konnte er 1893 auf einen Befund hinweisen und diesen begründen, der ein Grenzgebiet der pathologischen Anatomie und der Gerichtsmedizin betraf: Die symmetrische Erweichung zentral gelegener Kerngebiete im Gehirn bei Leuchtgas (CO) -Vergiftung klärte er weitgehend dadurch auf, daß es ihm gelang, durch Gefäßinjektionsversuche die eigentümliche Blutversorgung dieses Gehirngebietes darzustellen. 1914 hat er noch einmal über diesen Befund berichtet, der heute noch als „Koliskoscher Erweichungsherd“ bezeichnet wird. Obwohl er vorwiegend Morphologe der Pathologie war, leitete er – allgemein in seiner führenden Stellung anerkannt – 18 Jahre lang das Wiener Gerichtsmedizinische Institut. In dieser Zeit besorgte er die 9. Auflage (1903) des weltbekannten Lehrbuches seines Vorgängers Eduard von Hofmann, beschäftigte sich, wie dieser, mit den Ursachen des plötzlichen Todes vom Standpunkt des Gerichtsmediziners und vollendete gemeinsam mit dem Gynäkologen Karl Breus (1852–1914, siehe Fischer) die damals als Standardwerk anerkannte Monographie über „Die pathologischen Beckenformen“ (1910-12). Ferner förderte K. die Arbeiten Stefan Jellineks, der sich mit Unfällen und Tod, verursacht durch den elektrischen Strom, beschäftigte und nahm dessen einzigartige Sammlung in das Museum für gerichtliche Medizin auf. Albin Haberda (1868–1933, siehe ÖBL), ehedem Hofmanns Assistent und Supplent der Lehrkanzel nach dessen Tod, der 1916 auch K. im Lehramt dort folgte, übernahm die Vorlesungen der Gerichtsmedizin für Juristen, eine seit vielen Jahren in Österreich bestehende Einrichtung. 1916 folgte K. seinem Lehrer Anton Weichselbaum als Ordinarius für Pathologische Anatomie in Wien und kehrte so zu seinem angestammten Fachgebiet zurück. Trotz vielfacher Widrigkeiten, die der 1. Weltkrieg mit sich brachte, strebte nun der fast 60jährige die Erfüllung seines Zieles an: mit den indessen wesentlich effizienter gewordenen Mitteln den Wunsch Rokitanskys zu realisieren, die Pathologische Anatomie, jetzt wieder, auf einer der Zeit angemessenen Ebene, zur Lehrmeisterin der klinischen Medizin zu machen. Vom Tode gezeichnet, arbeitete er bis an das Ende seiner Kraft, ein Jahr nach seiner Antrittsvorlesung starb er.

  • Werke

    u. a. Zur Kenntnis d. Carcinoma psammosum ovarii, in: Wiener med. Jb. 1884, S. 173-206;
    Zum Wesen d. Croups u. Diphtherie (mit R. Paltauf), in: Wiener klin. Wschr. 2, 1889, S. 147-49;
    Das polypöse Sarkom d. Vagina im Kindesalter, ebd., 5.109 f., 130-32, 159-61, 202-04, 222-25;
    Zur Kenntnis d. Blutversorgung d. Großhirnganglien, ebd. 6, 1893, S. 191-93;
    Über d. Beziehung d. Art. chorioidea z. hinteren Schenkel d. inneren Kapsel d. Gehirns, 1891.

  • Literatur

    L. Eisenberg, Das geistige Wien II, 1893, S. 236 f.;
    A. Fränkel, in: Wiener klin. Wschr. 31, 1918, S. 265 f.;
    O. Stoerk, in: Wiener med. Wschr. 63, 1918, S. 522-24;
    F. Reuter, in: Verhh. d. Dt. Patholog. Ges. 29, 1937, S. 386 ff. (W-Verz.);
    E. Lesky, Die Wiener med. Schule im 19. Jh., 1965, S. 614-16;
    Fischer (P);
    ÖBL (W).

  • Autor/in

    Helmut Wyklicky
  • Empfohlene Zitierweise

    Wyklicky, Helmut, "Kolisko, Alexander" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 461 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13413026X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA