Lebensdaten
1907 bis 1956
Geburtsort
Frankfurt/Main
Sterbeort
Erlangen
Beruf/Funktion
Altphilologe
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 117747246 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Koch, Carl
  • Koch, Karl
  • Coch, Carl

Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Koch, Carl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117747246.html [15.11.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Josef (1877–1947), Kaufm. in F., S d. Carl Josef u. d. Katharina Hoß;
    M Josefa Maria Anna (1879–1911), T d. Josef Walter u. d. Magdalena Boch;
    Königsberg/Pr. 1944 Klara Käthe (* 1914), T d. Dr. iur. August Fixson in Königsberg/Pr. u. d. Joh. Katharina Rabe;
    3 T.

  • Leben

    K. studierte an der Universität Frankfurt, die er nur für 1 Semester mit Wien vertauschte, Klassische Philologie und Geschichte. Unter dem Einfluß seines Lehrers Walter F. Otto wurde er bald einer der profiliertesten Teilnehmer der Frankfurter religionswissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft, die Otto (unter Mitwirkung von Fr. Altheim) leitete. Als Band 3 der von der Arbeitsgemeinschaft seit 1932 herausgegebenen „Frankfurter Studien zur Religion und Kultur der Antike“ erschien 1933 die Dissertation, mit der K. bei Otto im Jahr zuvor promoviert hatte: „Gestirnverehrung im alten Italien. Sol indiges und der Kreis der di indigetes“. Darin werden die Zeugnisse für den italischen Sonnen- und Mondkult kritisch behandelt, besonders unter Heranziehung eines wenige Jahre zuvor gefundenen vorjulianischen Kalenderfragments, so daß das hohe Alter dieser Kulte wahrscheinlich gemacht werden konnte. 1935 wurde K. von Otto, der inzwischen nach Königsberg gegangen war, als Assistent dorthin gerufen. Die Habilitationsschrift (Band XV der Frankfurter Studien, 1937) „Der römische Juppiter“ (Untertitel: „Sein Wesen im Wandel vom Mythos zur politischen Idee“) sucht nachzuweisen, daß jener Gott eine römische Schöpfung sei, die Verkörperung der religiösen Idee der römischen Republik, verschieden von dem Bilde dieses Gottes in der Königszeit und unabhängig von der italischen oder griechischen Umwelt. Wenngleich die Fachkritik die Ergebnisse der beiden Veröffentlichungen nicht durchaus billigte, so wurde doch die sachbezogene Strenge der Fragestellung anerkannt; K. Latte nennt K. „den weitaus sorgfältigsten Vertreter dieser Richtung“. Als auswärtiger Mitarbeiter des Nietzsche-Archivs gab K. in Zusammenarbeit mit K. Schlechta Band V der historisch-kritischen Gesamtausgabe der Werke Nietzsches heraus (1940), der die Schriften der letzten Leipziger und ersten Basler Zeit umfaßt. Im selben Jahre wurde K. zum Dozenten und zum kommissarischen Vertreter der latinistischen Lehrkanzel an der Universität Graz ernannt; dort war er seit 1943 planmäßiger außerordentlicher Professor. Jedoch schon seit Anfang 1942 mußte er Wehrdienst leisten, und nach Kriegsende war ihm als Reichsdeutschem die Rückkehr auf den Grazer Lehrstuhl versagt. So verwaltete er von Mai 1946 bis Oktober 1947 den latinistischen Lehrstuhl an der Universität München und folgte dann einem Ruf als Ordinarius an die Universität Erlangen, wo er bis zu seinem Tode wirkte. Seine Forschung galt auch weiterhin der römischen Religion, besonders den Göttergestalten Vesta, Venus und Quirinus, die er neben manchem anderen in der Realenzyklopädie der klassischen Altertumswissenschaft behandelte, sowie den Problemen des Staatskultes in seinem Verhältnis zum individuellen Glauben und der gegenseitigen Beeinflussung von Religion und Politik. Die einzige Publikation zu einem|literarischen Werk (1941) betrifft den Zyklus der Horazischen Römeroden, dessen innere Wechselbezüge aufgezeigt werden. Als es nach Kriegsende galt, die geistigen Grundlagen der Zeit neu zu überdenken, steuerte K. zu dem Sammelwerk „Aus dem Bildungsgut der Antike“ (herausgegeben von F. Hörmann, 1956) den Aufsatz „Vom Wirkungsgeheimnis des menschengestaltigen Gottes“ bei, der eine Brücke von der griechisch-römischen Religion zur christlichen Offenbarung schlägt.

  • Werke

    Weitere W u. a. Religio, Stud. zu Kult u. Glauben d. Römer, hrsg. v. O. Seel, 1960 (Ausw. d. Kl. Schrr., W-Verz., P).

  • Literatur

    W. Theiler, in: Gnomon 31, 1959, S. 286 f.

  • Autor/in

    Wolfgang Buchwald
  • Empfohlene Zitierweise

    Buchwald, Wolfgang, "Koch, Carl" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 271 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117747246.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA