Lebensdaten
1814 bis 1877
Geburtsort
Clausthal (Harz)
Sterbeort
Clausthal (Harz)
Beruf/Funktion
Bergbeamter ; Bergrat
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 136091628 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Koch, Hermann
  • Coch, Hermann

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Zitierweise

Koch, Hermann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136091628.html [26.06.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Conrad (1774–1840), Vize-Oberbergmeister u. Bergprobierer in C. S d. Joh. Wilhelm (1730–1808), Schichtmeister u. Senator in C. u. d. Juliane Henriette Hereld;
    M Louise (1780–1842), T d. Kauf- u. Handelsmanns Georg Justus Meine in C. u. d. Joh. Christiane Wiese;
    1) Elbingerode 1839 Mathilde (1818–71), T d. Heinrich Andreas Biewend (1786–1861), Oberhütteninsp., zuletzt in Goslar, u. d. Louise Werlisch, 2) Clausthal 1875 Marie (* 1836), T d. Oberappellationsrats Franz Tappehorn in Vechta u. d. Sophie Böckmann;
    11 S, 2 T aus 1), u. a. Robert (s. 3), Hugo (s. 2).

  • Leben

    Nach praktischer Ausbildung im Bergmannsberuf besuchte K. seit 1830 die Bergschule in Clausthal und seit 1834 als Student der Bergwerkskunde die Universität Göttingen. Seine erste Anstellung erhielt er 1837 als Untersteiger, ging aber 1838 nach Frankreich. Dort leitete er verschiedene Erzgruben, zunächst bei Montpellier, später im Department Finistère in der Bretagne, und begründete während dieser Zeit seinen Ruf als hervorragender Bergmann. 1841 auf den Oberharz zurückgekehrt, wurde der Obergrubensteiger K. 1845 zum Einfahrer befördert und nach Sankt Andreasberg versetzt. Auf Anfordern der französischen Bergverwaltung bereiste er 1846 als Gutachter eine Anzahl Gruben in Südfrankreich. 1847 berief man K. als Bergamtsassessor nach Clausthal in die leitende Betriebsbehörde des Harzer Bergbaus unter gleichzeitiger Ernennung zum nebenamtlichen Dozenten der Bergbaukunde an der Clausthaler Bergschule. 1851 wurde er Hilfsarbeiter im Berg- und Forstamt Clausthal, erhielt 1853 die Ernennung zum Bergrat und bekam damit die Oberaufsicht über sämtliche hannoverische Erzgruben und Hütten am Oberharz. 1855 besuchte er die Gewerbeausstellung in Paris und besichtigte verschiedene Berg- und Hüttenwerke in Belgien und am Rhein. K., der das gesamte Oberharzer Berg- und Hüttenwesen 30 Jahre lang tatkräftig leitete, gab dem bedrängten Bergbau neue Impulse. Maßgeblich war er am Bau des Ernst-August-Stollens beteiligt (Einweihung 1864). Auch schuf er mustergültige Aufbereitungsanlagen in Clausthal und Lautenthal und verbesserte das Verhüttungsverfahren der Oberharzer Erze durch Beimischung von Schlacken aus Rammelsberger Erzen. Mit dem schwedischen Bergingenieur Alfred Nobel gut bekannt, beteiligte sich K. an dessen um 1866 auch in Clausthal vorgenommenen Versuchen, das flüssige Sprengöl beziehungsweise das von A. Sobrero erstmalig hergestellte Nitroglyzerin durch Beimischung fester Bestandteile in eine verwendungsfähige Form zu bringen, woraus sich die Herstellung des Dynamits entwickelte. K. war sehr bemüht um die Einführung und Verbreitung dieses neuen Sprengmittels im Bergbau. Nach der Einverleibung Hannovers in den preußischen Staat wurde er in das neu gebildete Oberbergamt Clausthal übernommen.|

  • Auszeichnungen

    Oberbergrat (1867), Geh. Bergrat (1874).

  • Werke

    Das Verschmelzen d. Bleierze auf d. Oberharz, in: Zs. f. d. Berg-, Hütten- u. Salinenwesen im preuß. Staate 17, 1869, S. 365-85.

  • Literatur

    Der Berggeist 22, 1877, Nr. 32;
    W. Rothert, Die leitenden Beamten d. Bergstadt Clausthal, Festschr. z. 31. J.vslg. d. Harzver. f. Gesch. u. Altertumskde., 1898;
    W. Serlo, Männer d. Bergbaus, 1937;
    C. Schiffner, Die Männer d. Metallhüttenwesens, 1942.

  • Autor/in

    Hans Burose
  • Empfohlene Zitierweise

    Burose, Hans, "Koch, Hermann" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 250 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136091628.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA