Lebensdaten
1870 bis 1951
Geburtsort
Westherbede Kreis Hattingen
Sterbeort
Essen
Beruf/Funktion
Bergwerksdirektor in Essen ; Ingenieur
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 12864902X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Knepper, Gustav

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Zitierweise

Knepper, Gustav, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd12864902X.html [21.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm (1836–96), Steiger, S d. Heinrich K.gen. Kempmann, Wirt, Pächter u. Schneider in Herbede, u. d. Maria Catharina Draeger;
    M Friederika (1842–1922), T d. Feilenhauers Friedrich Wilhelm Noelle u. d. Karoline Arndt;
    1) Bochum 1898 Klara (1876–1928), T d. Gastwirts Theodor Düppe in Hundhamme b. Bochum u. d. Amalie Hösterey, 2) Paula verw. Vogelsang geb. Gummert (1877–1963); Schwägerin Alma Düppe (⚭|Carl Hold, 1946, Bergwerksdir., s. NDB IX);
    3 S, 1 T aus 1), 1 Stief-T.

  • Leben

    K. verließ 1884 – 3. von 11 Kindern – die Volksschule und begann mit 14 Jahren die Arbeit auf der Zeche Blankenburg. Er durchlief von da an alle Stufen der Hierarchie des Bergmannsberufs. 1894 erhielt er einen Platz an der Bergschule Bochum, an der er 1897 nach Absolvierung auch der Oberklasse die Abschlußprüfung bestand. 1899 war K. als Reviersteiger, 1900 bereits als Obersteiger und 1901 als Betriebsführer auf verschiedenen Zechen in Essen und Bochum tätig. Er erwarb dabei Erfahrungen besonders auf veralteten, mit erheblichen technischen Schwierigkeiten kämpfenden Schachtanlagen. Als Hugo Stinnes im Begriff war, die Steinkohlenbasis seiner 1901 gegründeten Deutsch-Luxemburg. Bergwerks- und Hütten-AG (Deutsch-Lux) im großen Stil zu erweitern, sah er in K. den geeigneten Praktiker und Pragmatiker, seine Kohlengruben zu reorganisieren und berief ihn 1905 zum Betriebsdirektor. Die endgültige Angliederung der AG Dortmunder Steinkohlenbergwerk Louise Tiefbau mit drei Zechen und vor allem die Erfolge um die Betriebsfähigkeit südlicher Randzechen in diesen Jahren hatten 1910 K.s Berufung in den Vorstand von Deutsch-Lux zur Folge. Damit wurde K. in Personalunion auch Delegierter des Aufsichtsrates für die Bergwerksanlagen der Saar-Mosel-AG in Lothringen.

    Die Zusammenarbeit zwischen Stinnes und K. hat sich zweifellos in den folgenden anderthalb Jahrzehnten positiv im beiderseitigen Interesse ausgewirkt: K. war für Deutsch-Lux in der rationellen Betriebszusammenfassung erfolgreich, die Kokereiwirtschaft und Kohlenwertstoffgewinnung baute er zielstrebig aus. Andererseits gab Stinnes durch wirtschaftliche und finanzielle „Rückendeckung“ die Basis für K.s Profilierung im bergtechnischen und organisatorischen Bereich. Dies zeigte sich deutlich 1926 bei der Gründung der Vereinigte Stahlwerke AG (VST), des Zusammenschlusses der führenden fünf Bergbau- und Hüttengesellschaften. K. wurde die Leitung des gesamten Bergbaureichs mit 41 fördernden Schachtanlagen und 27 Kokereien mit etwa 80 000 Beschäftigten übertragen. Nach Dezentralisierung der VST im Jahre 1934 – Übertragung ihres gesamten Bergbaubesitzes auf die Tochtergesellschaft Gelsenkirchener Bergwerks-AG (GBAG) übernahm K. deren Vorstandsvorsitz und behielt ihn bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1942. Als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender bei GBAG und VST behielt er bis zum Kriegsende Einfluß.

    K.s Bedeutung lag unter anderem in der Schaffung von Großschachtanlagen, dem Ausbau der Verbundwirtschaft, der Errichtung großer Steinkohlenkraftwerke und dem Ausbau der Kokereien. Er war Leiter der Wirtschaftsgruppe Bergbau (1934–36) und der Fachgruppe Steinkohlenbergbau (bis 1938) und hatte Ämter in allen bergbaulichen Verbänden und Organisationen inne. An der Ausgestaltung der Wasserwirtschaft des Ruhrgebietes war K. von Anfang an beteiligt, vor allem durch die Errichtung von Talsperren und Stauseen. – Seinen Namen trug der Schacht „Gustav“ der 1967 stillgelegten Schachtanlage „Adolf von Hansemann“ in Dortmund, ein noch in Betrieb befindliches Kraftwerk der GBAG heißt „Gustav Knepper“.|

  • Auszeichnungen

    Dr.-Ing. E. h. (Clausthal 1927); Ehrenbürger d. Univ. Bonn.

  • Werke

    Die Grundlagen d. Steinkohlenbergbaus d. Vereinigte Stahlwerke AG, Text- u. Kartenbd., 1928 (mit K. Oberste-Brink);
    Die Steinkohlenbergwerke d. Vereinigte Stahlwerke-AG, 37 Bde., 1929-39, hrsg. mit K. Oberste-Brink, W. Haack.

  • Literatur

    F. A. Freundt, Kapital u. Arb., Gelsenkirchener Bergwerks-AG. 1873-1927, 1927;
    Der Bergbau 43, 1930, S. 210 f.;
    ebd. 47, 1934, S. 280, 53, 1940, S. 87 f.;
    Jb. f. d. Ruhrkohlenbez. 33, 1935, s. IX-XII;
    W. Bacmeister, G. K., 1950 (P);
    O. Springorum, in: Glückauf 87, 1951, S. 1131 f.;
    Bergfreiheit 16, 1951, S. 10;
    25 J. Bergbau d. Vereinigte Stahlwerke-AG bzw. d. Gelsenkirchener Bergwerks-AG, 1926–51, 1951 (P);
    V. Muthesius, Schicksale e. Montan-Konzerns, Aus d. Gesch. d. Vereinigten Stahlwerke 1926–51, 1951, S. 43 f.;
    Nekr. aus d. Rhein.-Westfäl. Industriegebiet, Jg. 1939–51, 1955. S. 220 f.;
    G. v. Klaß, Hugo Stinnes, 1958;
    H. Mommsen, Der Ruhrbergbau im Spannungsfeld v. Pol. u. Wirtsch. in d. Zeit d. Weimarer Republik, in: Bll. f. dt. Landesgesch. 108, 1972, S. 160-175;
    ders., D. Petzina u. B. Weisbrod, Industrielles System u. polit. Entwicklung in d. Weimarer Republik, 1974;
    Rhdb. (P);
    Dt.GB 147.

  • Autor/in

    Evelyn Kroker
  • Empfohlene Zitierweise

    Kroker, Evelyn, "Knepper, Gustav" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 177 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd12864902X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA